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Modellprojekt in Ascheberg leitet Rückkehr der Reitturniere ein

Die erste Hürde ist genommen

Ascheberg

Kinder und Jugendliche sind in der Pandemie zu kurz gekommen. Mit einem Modellprojekt-Turnier startete der RV „St. Hubertus“ Ascheberg im Reitsport mit der Aufholjagd. Ein strenges Hygienekonzept ermöglichte ihnen die Rückkehr aufs Dressurviereck und in den Stangenwald

Theo Heitbaum

Der Reitnachwuchs, hier Rieke Zobel, durfte in Ascheberg endlich wieder an den Start gehen. Foto: Theo Heitbaum

Johanna grübelt und zuckt mit den Schultern. „Letztes Jahr gab‘s nichts“, hilft die Mutter aus. Für Kinder und Jugendliche währt die Corona-Zwangspause schon über ein Jahr. Bei den wenigen Reitturnieren, die 2020 möglich waren, gab es kaum Prüfungen für sie. So lange Johanna beim Blick zurück auf ihren letzten Turnierstart nachdenkt, so schnell und präzise kommt ihre Antwort auf die Möglichkeit, beim Modellprojekt-Turnier des RV „St. Hubertus“ Ascheberg endlich wieder starten zu dürfen: „Das ist Klasse!“ Der Nachwuchs ist heiß auf Turniereinsätze. Das spürte der Verein am Dienstag. „Eine halbe Stunde, nachdem wir die Ausschreibung veröffentlicht hatten, waren die Teilnehmerfelder voll“, berichte Martin Fallenberg, Vorsitzender des RV Ascheberg.

Stimmen zum Modellprojekt-Turnier

Martin Fallenberg, Vorsitzender des RV Ascheberg: Wir haben im vergangenen Jahr für 2021 zwei Turniertermine eintragen lassen. Dass wir jetzt für Kinder und Jugendliche etwas anbieten können, wäre ohne Hilfe von Bürgermeister Thomas Stohldreier nicht möglich gewesen. Im Verein hat Georg Freisfeld viel Zeit für die Genehmigung aufgewendet.Thomas Stohldreier, Bürgermeister Ascheberg: Wenn ich die Freude bei den Mädchen und Jungen sehe, dann hat sich der Einsatz für das Modellprojekt gelohnt. Das Zusehen macht richtig Spaß.Jens Wortmann, Kreissportbund Coesfeld: Ich bin froh, dass es mit dem Sport wieder los geht. Ganz oben bei uns auf der Liste stand das Schwimmen. Es folgt der Gesundheitssport.Marlies Brinkmann, Reiterverband Kreis Coesfeld: Es ist schön, dass es mit den Kindern und Jugendlichen los geht. Für sie gab es über ein Jahr keine Angebote. Die wenigen Turniere im vergangenen Jahr hatte kaum Prüfungen, wie wir sie hier heute sehen. Wichtig ist uns zudem, dass die Ergebnisse des Modellprojektes gut ausgewertet werden und wir Hinweise für das weitere Turniergeschehen erhalten.Beate Arentz, Richterin: Die Reiter durften die Pferde in der Pandemie ja aus Tierschutzgründen bewegen, aber ihnen hat natürlich der Sport gefehlt. Sie hatten kein Ziel mehr im Alltag. Und die Jüngeren, die Vereinspferde nutzen, haben länger nicht mehr geritten. Es ist schön, dass nach langer Pause gerade für sie etwas angeboten wird.

Die Freude ist am Windmühlenweg allgegenwärtig. Denn das Geschehen in einem abgesperrten Bereich, den nur Menschen mit negativem Corona-Test und unter Angabe von Namen, Anschrift und Telefonnummer betreten dürfen, ist für einen Großteil der Kinder und Jugendlichen eine erste Möglichkeit, ihr Können wieder vor Richtern zu zeigen. Die passen sich der besonderen Situation an, geben den Mädchen und Jungen im Sattel nicht nur eine nackte Note mit auf den Heimweg. Sie kommentieren das Gezeigte, loben und geben Tipps, wie beim nächsten Mal eine bessere Note möglich werden kann. „Die Kinder haben wieder Ziele“, bringt Opa Hans-Georg Baartz es auf den Punkt. Er hat Glück als Begleiter mit aufs Gelände zu dürfen. Für den Veranstalter ist das Einhalten der Regeln manchmal auch emotional und anstrengend. „Hier war gerade eine Oma aus dem Dorf, die ihre Enkelin reiten sehen wollte. Die musste ich wieder wegschicken“, berichtet Cornelia Brügger am Einlass. Der Zugang zum Gelände war schließlich begrenzt.

Zum Sportlichen: Die vier Abteilungen des vereinsinternen Reiterwettbewerbs wurden von Maria Holtmann mit Dusty, Anna Fleischmann mit Marple, Nike Flacke mit Mina und Lena Gundlach mit Django gewonnen. Den Reiterwettbewerb der Jahrgänge 2012 bis 2015 gewann Lenja Marie Schober (Seppenrade) mit Santos vor Jan Heitbaum (Herbern) mit Nimton und Lukas Soddemann (Ascheberg) mit Nandela. Bei den Älteren siegte Marie Deipenbrock (Werne) mit Casper.

Doppelsieg für Billerbeckerin

Thekla Hüwe aus Billerbeck gewann mit Silvano den Springreiter- und den Dressurreiterwettbewerb. Eine E-Dressur ging an Berit Jorunn Silt (Werne) mit Dr. Dolittle. Lenard Fallenberg holte mit Braaklander Dublin eine weiße Schleife für den Gastgeberverein. Ein Springen auf Fehler und Zeit ging an Mia Volle (Seppenrade) und Jetlag. Es folgten Anna Baumhöver und Sissy sowie Greta Soddemann (beide Ascheberg) mit Tera und Safari auf den Rängen zwei bis vier. Das A-Stilspringen ging an Frieda Heinrich (Herbern) mit Picolino.

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