1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. „Aufbruch in die Zukunft der Mobilität“

  8. >

Neue Marke „kommit – Neuland erfahren“ fordert Bürgerschaft zum Mitmachen auf

„Aufbruch in die Zukunft der Mobilität“

Kreis Coesfeld

Eines stellte Projektkoordinator Josef Himmelmann direkt zu Beginn unmissverständlich klar: „Ich liebe Autos!“ Und doch wurde in seinen Ausführungen schnell deutlich, worum es geht: den Zweitwagen auch mal stehen lassen, Lust auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) machen und die Bürger im Kreis Coesfeld aktiv in den gesamten Prozess miteinbeziehen. All das verbirgt sich hinter der neuen Marke des Projekts Bürgerlabor Mobiles Münsterland, die Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zu Beginn der Kreistagssitzung am Mittwochabend feierlich enthüllte.

Von Florian Schütte

Haben die neue Marke des Bürgerlabors Mobiles Münsterland „kommit – Neuland erfahren“ feierlich enthüllt: (v.l.) Rolf Wandres von der Werbeagentur Team Wandres, Ute Schmidt-Vöcks vom Münsterland e.V., Michael Klüppels, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement des RVM, Kreisdirektor Dr. Linus Tepe, Projektkoordinator Josef Himmelmann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Mathias Raabe von der Kreisentwicklung. Foto:

Die Marke „kommit“ deutet bereits an, worum es geht. „Ziel soll es sein, die Bürgerschaft einzubinden und breit angelegt zu befragen“, erläuterte Rolf Wandres von der Münsteraner Werbeagentur Team Wandres, die für das Design verantwortlich zeichnet. Der Claim „Neuland erfahren“ solle in seiner Zweideutigkeit „Entdeckerlust wecken“ und auf das Thema Mobilität hinweisen, sagte Wandres. „Die Pfeile stehen für Geschwindigkeit und vor allem den Aufbruch in die Zukunft der Mobilität“, erklärte der Geschäftsführer der Werbeagentur mit Blick auf das Logo. Um die Bürger einzubinden, werden Ende Juni 26 000 Haushalte im Projektraum Senden, Lüdinghausen und Olfen angeschrieben und können Teil des sogenannten Bürgerlabors werden.

Das Projektteam um Josef Himmelmann arbeitet indes weiter an der Umsetzung neuer Mobilitätsangebote. Die Einführung des Hochleistungs-ÖPNV durch den Schnellbus X90 von Olfen nach Münster sei da nur der Anfang gewesen. „Wir wollen den ÖPNV so flexibel machen, dass man Lust darauf hat und auf den Zweitwagen verzichten kann“, skizzierte Himmelmann die Vision des Projekts. Dazu zählt unter anderem die Einrichtung eines sogenannten On-Demand-Verkehrs. Pendler können über die „kommit“-App oder telefonisch bedarfsgerecht ihren Fahrtwunsch angeben. „Und wir versuchen dann, diesen zu realisieren“, sagte Himmelmann. Dazu soll unter anderem das Mitfahr-Angebot „kommit-Shuttle“ dienen, das in Kooperation mit den Bürgerbusvereinen an den Start gebracht werden soll. Doch Himmelmann machte auch keinen Hehl aus einer weiteren Tatsache: „Sie werden umsteigen müssen.“ Um dies so angenehm wie möglich zu gestalten, sollen auch die Haltestellen neu gedacht werden. „Vom Ende der Sommerferien an wird für zwei Wochen eine neue Muster-Mobilstation auf dem Rathausplatz in Senden vorgestellt“, ergänzte Michael Klüppels, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement des RVM, als Partner des Projekts. Bürger können dann Anregungen geben, welchen Service eine solche Mobilstation bieten sollte. „Man sitzt dort warm und trocken, hat WLAN und einen Kaffeeautomat“, nannte Himmelmann als Beispiele.

Klar sei, dass da natürlich „neidische Fragen aus den Nachbarkommunen kommen, warum dort und bei uns nicht“, räumte Schulze Pellengahr ein. Dennoch habe man sich auf einen Projektraum festlegen müssen, um nicht alle Maßnahmen zu streuen. Ausgeschlossen sei es aber nicht, dass – sofern Idee und Umsetzung verfangen – solche Angebote in Zukunft auch kreisweit eingeführt werden können.

Projektträger ist neben dem Kreis Coesfeld und der Gemeinde Senden auch der Zweckverband Mobilität Münsterland (ZVM). Gefördert werde das 13 Millionen Euro teure Projekt mit elf Millionen Euro von Land und Bund, wie Kreisdirektor Dr. Linus Tepe mitteilte.

Startseite