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Du fehlst: Flaggen in drei Orten zum Internationaler Gedenktag

Beratungsstellen erinnern an 1581 Drogentote

Kreis Coesfeld

Am heutigen Mittwoch (21.7.) erinnern Flaggen mit der Zahl „1581“ und dem Hashtag „Du fehlst“ an den drei Standorten der Suchtberatungsstellen im Kreis Coesfeld an die drogenbedingten Verstorbenen im Jahr 2020. „Zu dem Anstieg der Todesfälle zum Vorjahr hat sicherlich auch die Coronapandemie beigetragen“, stellt Birgit Feldkamp, Teamleitung der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes in Lüdinghausen, fest. Die Situation sei nach wie vor kritisch und es gelinge nicht, allen Personen die Versorgung mit einem Drogenersatzstoff anzubieten, so Feldkamp weiter. Andrea Schmäing, Teamleitung der Suchtberatungsstelle der IBP e.V., erklärt die Hintergründe: „Einige drogenabhängige Menschen sind in prekären Lebenssituationen und oft nicht krankenversichert. Ein Versicherungsschutz ist jedoch notwendig, um eine Substitutionsbehandlung aufnehmen zu können.“ „Drogentod vermeiden – Substitutionsbehandlung individualisieren“ ist auch das Motto der Initiatoren des Gedenktages, der unter der Schirmherrschaft der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig stattfindet. Neben den Zielen, eine niedrigschwellige Substitutionsbehandlung und Drogenkonsumräume zu schaffen, sollte auch eine Originalstoffvergabe mit Diamorphin bundesweit möglich gemacht werden. Doch oft sind es die „kleinen Dinge“, die die Situation von drogenabhängigen Menschen verbessern würden, merkt Lioba Krüger-Rosenke, Leiterin der Awo-Sucht- und Drogenberatungsstelle und der Fachstelle Substitution in Dülmen, an: „Drug Checking Angebote, also Stellen- an denen Menschen die Drogen, die sie konsumieren, untersuchen lassen können, gibt es bisher noch nicht, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht geschaffen sind. Dabei wäre dies eine sehr einfache Methode das Risiko des Drogenkonsums zu minimieren.“

Die Suchtberatungsstellen im Kreis Coesfeld erinnern an die Drogentoten im Kreis Coesfeld in 2020, hier die Stelle von IBP. Foto:

Und eines ist den Suchtexpertinnen besonders wichtig: „Sucht ist eine Krankheit und keine schlechte Angewohnheit. Unter der gesellschaftlichen Stigmatisierung leiden suchtkranke Menschen bis heute. Würde es zum Umdenken in der Gesellschaft kommen, würde dies die Situation der Menschen schon deutlich verbessern.“

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