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iPhone für blinde und sehbehinderte Menschen

Das Smartphone als wichtiger Begleiter

Kreis COESFELD

(nk). iPhone-Nutzung und Sehbehinderung? „Kein Widerspruch“, betont Gabi Hens (Rosendahl), Sprecherin des Leitungsteams der Bezirksgruppe Coesfeld-Ahaus des Blinden- und Sehbehindertenvereins. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Das von ihr bereits selbst erfolgreich eingesetzte iPhone sei nach dem weißen Langstock das inzwischen wichtigste Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen. So bot der BSV erstmals für seine Mitglieder einen Einführungs- und Weiterbildungskurs an.

Chris Sander (l.) und Michael Cramer (r. sitzend) von Audiofaktur Dortmund führten die blinden und sehbehinderten Mitglieder der BSV-Bezirksgruppe Coesfeld Ahaus in die Welt des iPhones ein: Stehend v.l. Raimund Kramps (Gescher), Eveline Liese (Coesfeld), Gabi Hens (Rosendahl), Alfred Kötter-Orthaus (Gronau), Silke Berghaus (Gescher) und Georg Abbing (Ahaus). Foto: Foto: Norbert Klein

Kompetente Partner in den Räumen der GEBA Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung mbH an der Friedrich-Ebert-Straße in Coesfeld waren Chris Sander und Michael Cramer von Audiofaktur in Dortmund. Sander, voll erblindet und Gründer von Audiofaktur, sowie sein sehender Partner Michael Cramer führten die Teilnehmer sehr einfühlsam in das Thema ein. Einige waren absolute Neulinge, andere hatten schon erste Erfahrungen gesammelt. Gedruckte Texte dank spezieller Apps vorlesen lassen, anrufen, ohne Tasten zu drücken oder mit der Stimme einen Terminkalender führen – das iPhone lässt keine Wünsche offen. „Es ermöglicht eine bessere Teilhabe am täglichen Leben“ betonte Chris Sander - Ansporn, sich intensiv mit der vielfach noch fremden Technik des „digitalen Taschenmessers“ zu befassen.

Drei Stunden dauerte die intensive Schulung, wobei Sander und Cramer auf jeden einzelnen Teilnehmer und seine Bedürfnisse eingingen, offene Fragen beantworteten und praktische Hilfestellung leisteten. „Ihr müsst viel mit dem Finger auf dem iPhone hin und her wischen. Mal links, mal rechts, mal rauf, mal runter“, trainierte Sander mit den Kursteilnehmern die notwendigen Wischgesten - das Einmaleins der iPhone-Bedienung, informativ auch für die sehenden Begleiter der Kursteilnehmer.

Nach Kursende wird Audiofaktur den Kontakt mit den Teilnehmern des Kurses pflegen, um Erlerntes zu vertiefen. „Üben, üben, üben“, ermunterte Michael Cramer - und findet dabei Unterstützung von Gabi Hens, für die das iPhone unverzichtbar geworden ist. Über eine eigens eingerichtete WhatsApp-Gruppe können sich die Mitglieder mit ihrer Sprecherin austauschen. Es geht bereits lebhaft zu im Netz. Und Gabi Hens hofft, dass mit diesem Angebot vor allem jüngere Sehbehinderte angesprochen werden, Mitglied in der Bezirksgruppe zu werden.

| www.bsvw.org/coesfeld-ahaus

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