1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Debatte über Menstruationsartikel

  8. >

Grüne fordern kostenlose Tampons und Binden in Schulen

Debatte über Menstruationsartikel

Kreis Coesfeld

(vth). Einen kostenfreien Zugriff auf Menstruationsartikel wie Binden, Tampons und Slipeinlagen in allen Schulen in Kreis-Trägerschaft soll es im Kreis Coesfeld nicht geben. Zumindest nicht per se und auf Initiative des Kreises. Der Ausschuss für Bildung, Schule und Integration lehnte einen Antrag der Grünen mehrheitlich ab, in dem sie fordern, dass Menstruationsartikel so selbstverständlich wie Toilettenpapier zugänglich sein sollte.

Der Zugriff auf Binden und Tampons sollte genauso selbstverständlich sein wie auf Toilettenpapier, meinen die Grünen. Foto:

Wenn die Schulen allerdings Bedarf sehen, soll das Thema erneut auf den Tisch kommen, einigten sich die Politiker. „Es ist aber nicht einzusehen, dass hier Mittel aus dem Kreishaushalt bereit gestellt werden“, betonte Josef Lütkecosmann (Nottuln) von der CDU. Er gehe davon aus, dass die Schulen selber bereits Vorkehrungen getroffen hätten. Wenn nicht, sollten sie sich melden. Durch die Diskussion im Ausschuss, dem auch Lehrer und Schulleiter angehören, sei die Thematisierung ja eröffnet.

„Das ist ein nicht existentes Problem“, meinte Sabine Schäfer von der FDP (Lüdinghausen). „Die Schulen regeln das seit Jahren selber. Dafür muss der Kreishaushalt nicht belastet werden.“ Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr stellte ebenfalls in Frage, ob es Aufgabe der öffentlichen Hand sei, Menstruationsartikel zu finanzieren.

Die SPD unterstützte den Antrag, ging sogar noch weiter. „Menstruationsartikel müssen für Frauen und Mädchen frei zugänglich sein“, sagte Monika Verspohl (Coesfeld). „Nicht nur für Schülerinnen.“ Das Thema macht zurzeit auch in anderen Orten die Runde. Ein Hintergrund ist, dass die Periode nach wie vor mit Tabus und Schamgefühlen behaftet ist. „Menstruationsartikel sollten wie Toilettenpapier zur Grundversorgung gehören“, so Grünen-Fraktionschefin Mareike Raack. Auch hätten nicht alle Schülerinnen einfachen Zugang zu den Produkten. Deswegen sollten sie in den Förderschulen und Berufskollegs des Kreises kostenlos verteilt werden.

Ein Berufskolleg gab nach Befragung der Kreisverwaltung an, dass es Produkte vorhalte, der Bedarf aber gering sei. Die Hygieneartikel werden dort aus privaten Mitteln der Kolleginnen gekauft.

Startseite