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Aktuelle Coronasituation Thema im Gesundheitsausschuss

„Dramatische Lage“ trotz hoher Impfquote

Kreis Coesfeld

Es gibt nichts zu beschönigen – nicht einmal die vergleichsweise „niedrige“ Inzidenz im Kreis Coesfeld von 151,3. „Die Situation für uns im Gesundheitsamt ist dramatisch“, berichtete Alexandra Winkler, als sie am Mittwochnachmittag im Gesundheitsausschuss mit 87 Neuinfektionen die höchste Fallzahl seit Beginn der Pandemie vermelden musste. „Die Mitarbeiter sind erschöpft und die Aussicht, dass es in den nächsten Wochen besser wird, besteht ja nicht“, fügte die Leiterin des Kreisgesundheitsamts hinzu.

Von Florian Schütte

Die Hospitalisierungs-Inzidenz werde in naher Zukunft weiter steigen, prognostizierte Winkler. Ein kleiner Lichtblick: Die niedrigere Inzidenz als andere Landkreise liege vor allem an der „verhältnismäßig hohen Impfquote“ im Kreis Coesfeld. Vor diesem Hintergrund erkundigte sich Wilhelm Wessels (CDU) nach mobilen Impfangeboten. „Wir stampfen gerade zwei kleine Impfzentren aus dem Boden“, sagte Dezernent Detlef Schütt mit Blick auf die Impfstellen in Coesfeld und Lüdinghausen. „Die klassischen Impfbusse werden wir aber nicht mehr haben“, so Schütt. Die Verwaltung führe jedoch mit den Kommunen und dem Krankenhaus in Dülmen „intensive Gespräche“ über zusätzliche Angebote. „Da ist aber vieles noch in der Abstimmung“, bat Schütt noch um ein wenig Geduld.

Dr. Evelyn Stauch (Grüne) fragte an, ob eine Priorisierung in den Impfstellen nicht doch sinnvoll wäre – vor allem angesichts neuester Studien, wonach der Wirkstoff von Astrazeneca, mit dem viele über 60-Jährige geimpft worden waren, bereits nach vier Monaten fast vollständig seine Wirkung verloren habe. Schütt entgegnete, dass man ein Angebot schaffen müsse, das alle erreiche – auch die noch gar nicht Geimpften – und verwies zudem darauf, dass die Ständige Impfkommission für Astrazenca keine frühere Auffrischungsimpfung vorsehe. „Wenn ich aber im Mai meine zweite Impfung hatte und erst im Januar den Booster bekomme, liegen dazwischen acht Monate und der Impfschutz nimmt ab“, mahnte Sonja Crämer-Gembalczyk (Linke).

In einer schriftlichen Anfrage hatten sich die Grünen zudem nach dem Einsatz der CovPassCheck-App erkundigt, mit der der QR-Code des digitalen Impfpasses gescannt wird. Ab dem heutigen Freitag sei der Einsatz der App verpflichtend, antwortete Detlef Schütt. Daher komme die App nun in beiden Kulturzentren des Kreises auch „durchgängig zum Einsatz“.

Erfreut zeigte sich Hermann-Josef Vogt (SPD) über die hohen Impfquoten in Pflegeheimen. Laut Bezirksregierung Münster haben 96,5 Prozent der Bewohner die vollständige Grundimmunisierung und 78,3 Prozent bereits den Booster. Das Pflegepersonal ist zu 91,9 Prozent grundimmunisiert und bereit zu 40,6 Prozent geboostert. „Das sind Quoten, die ich so nicht erwartet hatte, und die zeigen, dass die Bürger hier verantwortungsbewusst sind“, lobte Vogt.

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