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Mit „Shake Stew“ endet das Münsterland Festival in der Burg Vischering

Ein „geschüttelter Eintopf“ zum Schluss

Kreis Coesfeld

Übersetzt man „Shake Stew“ , käme dabei so etwas wie „geschüttelter Eintopf“ raus. Das klingt wenig ansprechend, dabei ist es ganz das Gegenteil. Mitreißende Klänge entließen die sieben Musiker der österreichischen Band, die sich 2016 unter der Leitung von Lukas Kranzelbinder (Bass) unter genau diesem englischen Namen gründete, vor vollem Haus in der Burg Vischering in Lüdinghausen. Ihr Auftritt war der fulminante Schlusspunkt unter das Münsterland Festival part 11, das Künstler aller Couleur aus Österreich vorstellte.

Von Elvira Meisel-Kemper

„Shake Stew“ setzt den fulminanten Schlusspunkt unter das Münsterland Festival part 11: Die Musiker aus Österreich brachten Jazz der Extraklasse mit. Foto: Foto: emk

Christine Sörries (Künstlerische Leiterin) und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr würdigten am Anfang dieses letzten Konzerts des Festivals die hohe Qualität der österreichischen Künstler und Musiker. Mit Alphörnern und Jodelgesang hatten ihre Beiträge absolut wenig zu tun.

Mittlerweile wird die Newcomerband als „Österreichs Jazzband der Stunde“ gehandelt. Nicht umsonst erhielten sie im Juni 2021 ihre jüngste Auszeichnung, den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Band des Jahres International“. Jeder Musiker der siebenköpfigen Band, die in ihrem schwarz-silbern-gestreiften Oberteil die musikalische Einheit als Band demonstrierten, war eine Klasse für sich.

Kranzelbinder (Bass/marokkanische Laute) bereicherte als Musiker, Komponist, Leader und humorvoller Moderator den Abend. An seiner Seite holte Astrid Wiesinger (Alt Saxophon) aus ihrem Instrument alles raus, was möglich war und das klang manchmal ziemlich schräg, was sie selbst mit lachendem Gesicht kommentierte. Ebenso virtuos und experimentell brachten Martin Eberle (Trompete) und Fabian Rucker (Tenor Saxophon) ihre Blasinstrumente zum Klingen. Nikolaus Dolp und Herbert Pirker (Percussion/Schlagzeug) mischten sich mit vollem Rhythmus aus dem Hingergrund ein, denn sie waren optisch meist verdeckt durch die Bläser. Und dann war da noch Tobias Hoffmann (Bass), der für den verhinderten Christian Wendt kurzfristig einsprang, Auch Hoffmann ist in der Jazzszene ein absolut profilierter Musiker.

Mit dieser ungewöhnlichen Besetzung und Kompositionen aus der Feder von Kranzelbinder nahm die Band die Zuhörer mit in einen Sog voller mystischer Klänge, hypnotischer Afrobeats und ekstatischen Sound-Eruptionen. Denkt man, die Musiker und die Zuhörer hätten in einer Passage die Eruptionen mit schnellem Tempo und mitreißender Rhythmik überstanden und alles würde sich beruhigen, griff ein Instrumentalist wieder das Thema auf, übernahm die Leitstimme und zauberte daraus einen Mix aus vielen Stilen, die weit über den Jazz hinauswiesen. Eben ein „geschüttelter Eintopf“ aus vielen Stilen und Einflüssen. Einmalig, unvergesslich und absolut hörenswert!

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