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Modellregion: Erstes Konzert bei der Burg Vischering kommt gut an

„Endlich mal wieder Live-Musik“

Kreis Coesfeld. Magische Wirkung hatte das erste MaiKlang Konzert im Innenhof der Burg Vischering in Lüdinghausen mit dem Hoene Duo aus Nottuln, denn die 100 zugelassenen Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen.

Elvira Meisel-Kemper

100 Zuschauer waren für das Modellkommunen-Konzert zugelassen – sie kamen aus allen Himmelsrichtungen. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Christoph Schultheiß aus Bocholt: „Ich wollte endlich einmal wieder Live-Musik hören“, freut er sich auf das Konzert. Dann informierte er seine Begleiterin Bärbel Thomas, die zufällig in Lüdinghausen wohnt. „Innerhalb von drei Minuten hatte ich für uns Tickets und den nötigen Corona-Test gebucht. Und jetzt sitzen wir hier. Ich kenne die Musiker zwar nicht, aber Gitarrenmusik finde ich immer schön. Im letzten Jahr habe ich auch zwei Konzerte hier besucht“, so Thomas.

Detlef Schütt, Kulturdezernent des Kreises Coesfeld, war ebenfalls die Freude auf das Konzert anzumerken. „Schön, dass sie wieder sind. Wir haben sie vermisst und sie uns. Als Modellregion wollten wir etwas Bewährtes und Bekanntes wiederbeleben“, begrüßte Schütt die Zuschauer.

Und dann gab es endlich die ersehnte Livemusik. Michael und Thomas Hoene aus Nottuln bestiegen die kleine Bühne, packten ihre Gitarren aus, stimmten sie noch einmal und legten los. Gleich mit dem ersten Titel „Dusty friends“, der aus ihrer eigenen Feder stammte, fesselten sie die Besucher, auch wenn sie bei den kühlen Temperaturen sich erst mal warm spielen mussten. Doch es war ein musikalisches Feuerwerk, das sie gleich mit den ersten Saitenschwingungen entfachten. Zwei Akkustikgitarren entfalteten dank der ausgefeilten und schnellen Grifftechniken der Brüder ihren ganzen Charme. Und auch in den Gesichtern der eineiigen Zwillinge zeichnete sich die Freude am Klang und vor allem die Freude am langersehnten Live-Auftritt ab.

Dank ihrer Technik und ihrer herrlich mitreißenden Mischung aus Jazz, Flamenco und rhythmischem Latin sind sie weit über das Münsterland hinaus bekannt, denn schließlich prägen sie seit mehr als 20 Jahren die Landschaft der Gitarrenmusik. Keiner dominierte, sondern es war eher eine Ausgeglichenheit im Duett mit schnell wechselnden Leitstimmen.

Auch bei dem Stück „All Blues“ von Miles Davis begeisterten sie immer wieder durch wechselnde Temperamente. Dem kürzlich verstorbenen Jazz-Pianisten Chick Corea setzten sie ein musikalisches Denkmal in ihrem Konzert, in dem sie sein Stück „Spain“ mit einer Intensität und Spielfreude interpretierten, die minutenlangen Applaus provozierte.

Ohne Zugabe kamen sie allerdings an diesem Abend nicht von der Bühne.

„Sie sind super eingespielt. Sie spielen wahrscheinlich schon ihr ganzes Leben zusammen“, freute sich Schultheiß am Ende.

Auch Schütt freute sich nach dem Konzert über den gelungenen Abend: „Ich gehe heute beschwingt, fröhlich und zufrieden nach Hause.“ Christine Sörries, künstlerische Leiterin dieser Konzertreihe, war ebenfalls zufrieden: „Ich bin überglücklich, dass alles so gut gelaufen ist. Und ich freue mich schon auf die nächsten Konzerte.“

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