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Tierschützer zeigt Kreis an

Entensterben beschäftigt nun auch die Kreispolitik

Kreis Coesfeld

Die toten Enten, die in der Außengräfte der Burg Vischering in Lüdinghausen gefunden wurden, beschäftigen nun auch die Kreispolitik. Die SPD-Kreistagsfraktion beantragt zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses einen Bericht zur aktuellen Situation und fordert Maßnahmen. „Das Wasservogel-Sterben an Burg Vischering ist nun schon seit einigen Wochen ein Problem und die unterschiedlichen Meldungen zur Ursache beunruhigen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Johannes Waldmann. „Es braucht dringend die passenden Maßnahmen, damit sich die Situation dauerhaft verbessert.“

Von Viola ter Horst

Die toten Enten bei der Burg Vischering sollen auch im Umweltausschuss thematisiert werden, das beantragt nun die SPD. Fraktionsvorsitzender Johannes Waldmann und SPD-Landtagsabgeordneter André Stinka (l.) machten sie ein Bild von der Situation. Foto:

Vor rund vier Wochen wurden Tierschützer bereits auf die toten Tiere aufmerksam gemacht. Nun sind erneut tote Wasservögel gefunden worden. Der Kreis sieht als Ursache für das massenhafte Sterben der Tiere eine bakterielle Vergiftung. Übeltäter soll eine spezielle Unterart des Bakteriums Clostridium Botulinum sein. „Das Problem ist sehr vielschichtig und abteilungsübergreifend erarbeiten wir eine mittelfristige Lösung zur Verbesserung der Situation“, so Dezernent Ulrich Helmich. Das Baketerium vermehre sich bei warmen Wassertemperaturen rasant und produziere ein sehr stark wirkendes Nervengift, das Botulinum-Neurotoxin.

Tierschützer sehen das Problem vor allem darin, dass für die Baumaßnahme für zu lange Zeit der Wasserpegel in den Gräften stark abgesenkt wurde. Ein Tierschützer erstattete Anzeige gegen den Kreis Coesfeld wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Kurzfristig hätte schon längst verhindert werden müssen, dass täglich neue Wasservögel in den Gräften landen, das Gift aufnehmen und qualvoll verenden“, heißt es in dem Schreiben. Mittelfristig müsse das gesamte Gewässer ausgekoffert werden, fordert der Tierschützer. „Anders geht es nicht. Das ist dem Kreisveterinäramt wohl bekannt.“

Einige Tiere konnten die Tierschützer retten.

Der Kreis Coesfeld geht allerdings davon aus, dass eine Belüftung der Gewässer derzeit keine Wirkung zeige. Die Sauerstoffwerte im Gewässer im Rahmen der kontinuierlichen Messungen durch die Umweltabteilung seien derzeitig nicht auffällig, teilt der Kreis weiter mit.

Schon 2019 starben etliche Wasservögel bei der Burg Vischering.

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