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IHK-Ausschuss besorgt über steigende Energiepreise

„Entlastung muss schnell ankommen“

Kreis Coesfeld

Die gewerbliche Wirtschaft im Kreis Coesfeld ächzt unter den hohen Gas- und Strompreisen. Existenzbedrohende Ausmaße schilderten viele Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Coesfeld in der Herbstsitzung in Lüdinghausen. „Die beschlossenen Entlastungsmaßnahmen müssen darum jetzt sehr schnell bei den Betrieben ankommen“, appellierte Ausschussvorsitzender Helmut Rüskamp an Politik und Verwaltung.

Sorge um energieintensive Betriebe: Das Bäckereihandwerk leidet besonders unter der Energiekrise. Foto: Foto:dpa

Besonders über die Lage im Einzelhandel zeigte sich der Dülmener Unternehmer und Vizepräsident der IHK Nord Westfalen besorgt. Rüskamp befürchtet, dass die von den Energiepreisen getriebene Inflation zu einer Kaufzurückhaltung vor dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft führt. „Wenn die Energiekosten explodieren und gleichzeitig die Umsätze zurückgehen, steht der Handel vor ganz schwierigen Monaten“, sagte Rüskamp. An die Verbraucherinnen und Verbraucher appellierte er, den lokalen Einzelhandel in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und vor Ort einzukaufen: „Das Angebot in unseren Innenstädten und Ortszentren ist gut. Wir alle müssen gemeinsam dafür sorgen, dass das so bleibt.“

Eine weitere Sorge treibt die gewerbliche Wirtschaft um. „Es ist keineswegs gesichert, dass es im Winter nicht doch zu einer Gasmangellage kommt und die Notfallstufe nach dem Notfallplan Gas ausgerufen wird“, unterstrich Rüskamp. Die wirtschaftlichen Folgen seien kaum abzuschätzen. Rüskamp berichtete im Ausschuss, dass energieintensive Unternehmen angesichts steigender Energiepreise schon länger alles daransetzten, ihren Gas- und Stromverbrauch zu senken. „Hier ist die betriebswirtschaftliche Motivation sehr hoch“, sagte er und stellte fest, dass diese in anderen Bereichen manchmal nicht so ausgeprägt sei.

Die gedrückte Stimmung bei den Unternehmerinnen und Unternehmern im IHK-Regionalausschuss spiegelt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage wider. „Das Wirtschaftsklima im Kreis Coesfeld hat sich stark eingetrübt, jedes zweite Unternehmen erwartet, dass die Geschäfte in den nächsten Monaten deutlich schlechter laufen“, berichtete Sven Wolf, Leiter des IHK-Standorts Westmünsterland. Allerdings zeige sich in den Ergebnissen auch die ausgeprägte Krisenfestigkeit des Westmünsterlandes. „In anderen Regionen des IHK-Bezirks rechnen bereits deutlich mehr mit einer Abwärtstendenz“, so Wolf. Zudem sei die Zahl der Betriebe, die in den kommenden Monaten bessere Geschäfte erwarten, im Kreis Coesfeld mit knapp zehn Prozent die höchste im Regierungsbezirk Münster, der deckungsgleich mit dem IHK-Bezirk ist. „Dennoch ist das Konjunkturbarometer tiefrot, der Rückgang so stark wie zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020.“

Beunruhigt ist die IHK besonders darüber, dass bereits 15 Prozent der Betriebe über Liquiditätsengpässe berichten. „Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor sechs Monaten“, verdeutlichte Wolf. Die angespannte Lage habe sich zum Glück aber noch nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. „Im IHK-Bezirk rechnen 15 Prozent mit einem Rückgang bei der Beschäftigung, bei uns im Kreis sind es deutlich unter zehn Prozent“, berichtete IHK-Standortleiter Wolf und stellte fest: „Angesichts der gestiegenen Arbeitskräfteknappheit versuchen viele Betriebe, ihre Beschäftigten auch in konjunkturellen Schwächephasen zu halten.“

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