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Anrufe zum Eichenprozessionsspinner häufen sich

Er ist wieder da ...

Kreis Coesfeld

... aber eigentlich war er nie wirklich weg. Und doch hat sich die Hoffnung, die so manch einer vielleicht hatte, zerschlagen: Die einwöchige Kälteperiode im Februar mit Nachtfrösten von bis zu minus 15 Grad Celsius hat dem Eichenprozessionsspinner offenbar nicht geschadet. „Bei der Eröffnung des Lyrikwegs auf Burg Hülshoff konnte man in der Eichenallee schon 10 bis 15 Nester entdecken“, sagt Christoph Steinhoff von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Coesfeld.

Von Florian Schütte

Der Eichenprozessionsspinner wird zurzeit wieder bekämpft – vorzugsweise mit Maßnahmen wie der Heißwasserbehandlung in Lüdinghausen, aber auch mit Bioziden, wo es nicht anders geht. Foto: Fotos: Archiv

Steinhoff glaub ebenfalls nicht, dass die kurze Frostperiode im Februar dem Gelege des Falters in den Baumkronen zugesetzt hat. „Vielleicht an ganz exponierten Stellen. Aber ansonsten ist der Eichenprozessionsspinner ziemlich kälteresistent“, erklärt Steinhoff. „Was ihm mehr zugesetzt haben könnte, wäre der kalte und nasse Mai.“

Die Anrufe der Bürger bei der Unteren Landschaftsbehörde häuften sich nun, da die Nester sichtbar werden und die feinen Härchen, die Ausschläge und Allergien auslösen können, umherfliegen. Ob es jedoch so schlimm wird, wie in den vergangenen Jahren, dazu will Steinhoff noch keine Prognose abgeben.

Was jedoch Mut macht, ist Folgendes: Nach den Nistkästenaktionen des Kreises in den vergangenen Jahren, belegen die Rückmeldungen der Bürger an den Kreis Coesfeld eine erfreulich hohe Quote. „Fast jeder Kasten war belegt“, freut sich Steinhoff, der auch in seinem eigenen Garten zwei Kästen aufgehängt habe, die beide angenommen worden seien.

Indes läuft die Bekämpfung der Nester in den einzelnen Kommunen auf Hochtouren. Bewährt habe sich laut Steinhoff vor allem die Heißwasserbehandlung, wie sie die Stadt Lüdinghausen anwendet. Den Erfolg bestätigt auch Heinz-Helmut Steenweg vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Lüdinghausen. „Die Heißwasserbehandlung der Nester funktioniert sehr gut. Die Nester in vier bis fünf Metern Höhe können sehr schnell und effektiv bearbeitet werden“, sagt der Mitarbeiter, der für die Unterhaltung der städtischen Grünflächen verantwortlich ist. 1000 städtische Bäume, die von den lästigen Raupen befallen sind, habe man mittlerweile in Lüdinghausens Innen- und Außenbereichen erfasst. Doch Steenweg hat auch eine gute Nachricht: „Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass der Befall etwas geringer ausfällt, insbesondere sind es weniger und kleinere Nester pro Baum.“ In Zukunft wolle man in Lüdinghausen weniger neue Eichen pflanzen. „Stattdessen setzt die Stadt auf sogenannte Klimabäume, wie zum Beispiel Feldahorn, Mehlbeere und Hopfenbuche“, erläutert Steenweg.

Laut Christoph Steinhoff gebe es jedoch auch Stellen im Kreisgebiet, wo man nicht vollständig auf den Einsatz von Bioziden verzichten könne. Trotzdem: „Wir haben in diesem Jahr auch einige Stellen aus der Behandlung herausgenommen, um einen Vergleich zu haben, wie effektiv die Maßnahmen überhaupt wirken“, erklärt der Fachmann. Darüber hinaus probiere der Kreis auch mehrere Methoden aus anderen Kommunen aus. „Zum Beispiel die Schafwollsperre. Das ist eine Idee aus Telgte“, sagt Steinhoff, wohlwissend, dass hiermit lediglich einzelne Standorte bestückt werden können. Letztendlich laufe es in Zukunft wohl auf ein „Potpourri von Maßnahmen“ hinaus. Denn: „Ganz wegbekommen wird man den Eichenprozessionsspinner als heimische Art nie“, macht sich Steinhoff keine Illusionen.

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