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Affenpocken: Noch keine Fälle im Kreis Coesfeld

Gesundheitsamt beobachtet Lage

Kreis Coesfeld

Bislang gibt es im Kreis Coesfeld keine bestätigten Affenpockenfälle. Das Kreisgesundheitsamt bereitet sich vor, sollte die Krankheit ausbrechen.

Von Viola ter Horst

Hautbilder von Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. Foto: Foto: UKHSA/dpa

„Wenn wir eine Meldung erhalten, werden wir zu der Person Kontakt aufnehmen, eine Quarantäne anordnen, Kontaktpersonen ermitteln und diese bei relevanten Kontakt ebenfalls in Quarantäne schicken“, erklärt Gesundheitsamtsleiterin Alexandra Winkler die Vorgehensweise. „Sollten Fälle auftreten, muss das aber nicht bedeuten, dass das zu einer Pandemie ausartet“, beruhigt sie. Der Kreis sieht die Situation im Moment von daher gelassen. Die Wahrscheinlichkeit einer starken Ausbreitung sei bei allem, was man bisher über die Affenpocken weiß, nicht hoch, so Winkler. „Allerdings könnte das plötzliche, weltweite Auftreten von Affenpocken ein Hinweis darauf sein, dass sich das Virus verändert hat und leichter übertragbar sein könnte.“ Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit, das Infektionsgeschehen eindämmen zu können, hoch, da eine Übertragung primär über den Austausch von Körpersekreten stattfindet, insbesondere über Sex. Der Kontakt muss also sehr nah sein, deswegen schätzen Experten das Risiko der Verbreitung als weniger hoch ein. Die Sterblichkeit sei abhängig vom Virusstamm, aktuell scheine es der westafrikanische Stamm zu sein, der zirkuliert, so Winkler. „Dieser hat einen milderen Verlauf und eine niedrigere Sterberate als die zentralafrikanische Variante.“

Vergleichbar sei die Lage nicht mit Corona. „Der Vorteil ist aber, dass wir durch Corona inzwischen geschult sind, was die Strukturen angeht“, sagt Winkler.

Affenpocken sind mit den echten Pocken eng verwandt, die seit 1980 nach flächendeckenden Impfungen offiziell als ausgerottet gelten. Zumeist verschwinden nach Angaben des Robert-Koch-Insituts (RKI) die Symptome nach einigen Wochen von selbst. Gefährdet sind vor allem jüngere Menschen und Risko-Gruppen, an Affenpocken schwer zu erkranken. In West- und Zentralafrika sind Affenpockenviren bei Nagetieren verbreitet. Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht eine Meldepflicht. Gesundheitsminister Lauterbach und das RKI empfehlen eine Quarantäne von mindestens 21 Tagen.

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