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Unschöne Szenen nach Autounfall

Attacken gegen Rettungskräfte

Havixbeck

Erst fuhr er gegen einen Baum, dann kamen die Rettungskräfte und halfen ihm. Doch als er zur Blutprobe mit zur Polizeiwache sollte, wurde der 63-jährige Havixbecker renitent.

Frank Vogel

Beim Unfall auf der Schützenstraße waren neben Polizei und Rettungsdienst auch die Feuerwehrleute aus Havixbeck und Hohenholte im Einsatz. Foto: Feuerwehr Havixbeck

Heftigen Widerstand haben zwei Havixbecker im Anschluss an einen Verkehrsunfall gegen Einsatzkräfte geleistet und dabei einen Polizeibeamten verletzt.

Wie die Kreispolizeibehörde mitteilt, befuhr am Samstag gegen 17.15 Uhr ein 63-jähriger Havixbecker die Schützenstraße. Hier kam er mit seinem Auto nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr wurden alarmiert. Die Rettungskräfte untersuchten den Mann und stellten fest, dass er unverletzt geblieben war. Er verhielt sich jedoch „renitent, beleidigend und aggressiv“, wie die Polizei berichtet.

Polizei: „Er verhielt sich renitent, beleidigend und aggressiv.“

Die Helfer stellten bei dem 63-Jährigen starken Alkoholgeruch fest, weshalb er zur Blutprobenentnahme der Polizeiwache zugeführt werden sollte. „In der Folge beleidigte er die eingesetzten Polizeibeamten und versuchte, einen von ihnen anzugreifen“, schreibt die Polizei. „Er wurde zu Boden gebracht, und ihm sollten Handfesseln angelegt werden. Dabei stieß und trat er mehrfach nach einem 26-jährigen Polizisten.“

Zeitgleich habe sich ein 20-jähriger Havixbecker der Situation genähert und die Polizeibeamten unter anderem als „Drecksbullen“ und „Schweine“ beschimpft. „Sein unmittelbar bevorstehender Angriff konnte nur durch den Einsatz von Pfefferspray und dem beherzten Eingreifen von zwei Feuerwehrmännern verhindert werden“, berichtet die Polizei. Mit Hilfe von hinzugeeilten Unterstützungskräften seien beide Havixbecker überwältigt und der Polizeiwache zugeführt worden.

Auch 20-jähriger beschimpft Polizisten

Dem 63-Jährigen wurde dort eine Blutprobe entnommen und ein Strafverfahren wegen Trunkenheitsfahrt, Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Bei der Durchsuchung des 20-Jährigen wurden, so die Polizei, Betäubungsmittel (BTM) aufgefunden. Auf den jungen Mann wartet ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das BTM-Gesetz, versuchte Gefangenenbefreiung und Beleidigung. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurden beide Männer von der Polizeiwache entlassen.

Der 26-jährige Polizeibeamte wurde bei den Widerstandshandlungen verletzt und war nicht mehr dienstfähig, teilt die Polizei mit.

Polizist „bei den Widerstandshandlungen“ verletzt

Die Freiwillige Feuerwehr Havixbeck war mit ihren beiden Einheiten Havixbeck und Hohenholte in die Schützenstraße alarmiert worden, da die ursprüngliche Meldung lautete „Verkehrsunfall, Pkw vor Baum, eine Person eingeklemmt“. Die ehrenamtlichen Retter eilten unter der Einsatzleitung von Christian Menke, dem Leiter der Feuerwehr, mit sechs Fahrzeugen zur Unfallstelle. Insgesamt waren neben den Feuerwehrleuten und dem Rettungswagen aus Havixbeck auch der Notarzt aus Münster sowie insgesamt vier Streifenwagen mit zwölf Beamten im Einsatz, teilt die Feuerwehr mit.

Obwohl die Helfer der Feuerwehr feststellten, dass niemand eingeklemmt, der Unfallfahrer auch unverletzt geblieben war, dauerte ihr Einsatz eineinhalb Stunden, wie die Feuerwehr mitteilt. Die Feuerwehrleute sicherten die Einsatzstelle weiträumig ab und mussten bei der Unterstützung der Polizei und des Rettungsdienstes tätig werden, als der Unfallfahrer widerständig wurde.

„Gewalt und Aggressionen gegen Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr ist für alle Helfer erschreckend“, schreibt die Feuerwehr abschließend in ihrer Pressemitteilung.

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