Gebäudebegrünung gewinnt an Bedeutung

Grüne Dächer und vertikale Gärten

Havixbeck

Wegen der Klimaveränderung mit einem Trend zu längeren Hitzeperioden im Sommer und mehr Starkregenereignissen gewinnt die Begrünung von Bauwerken auch im privaten Bereich immer mehr an Bedeutung. Die Firma Benning Dachbegrünung plant daher eine Erweiterung an ihrem Firmensitz in Havixbeck.

Ansgar Kreuz

Auf ihrem Firmengebäude zeigt die Firma Benning, wie vielfältig die Möglichkeiten der Dachbegrünung sind. Wegen der gestiegenen Nachfrage, besonders im privaten Bereich, plant das Unternehmen gerade eine größere Lagerhalle und Schulungsräume. Foto: Benning Dachbegrünung

Mit bunten Gräsern und Kräutern auf Carports, Garagen und Wohnhäusern oder Dachterrassen wird die Begrünung von Gebäuden landläufig in Verbindung gebracht. Dass die Bauwerksbegrünung aber deutlich vielseitiger sein kann, zeigt die Firma Benning Dachbegrünung. Welche Möglichkeiten sich bieten, können Besucher auf dem Betriebsgebäude des Unternehmens im Gewerbegebiet Hohenholter Straße selbst in Augenschein nehmen.

Grüne Oasen auf Dächern

Bundesweit hat die Firma, die seit fast zehn Jahren ihren Sitz in Havixbeck hat, an einer Vielzahl von gewerblichen und privaten Objekten für mehr Grün gesorgt. Zunächst habe die extensive Begrünung großer Objekte wie Produktionshallen und Logistikzentren den Schwerpunkt gebildet, erläuterten die Geschäftsführer Gerd Rademacher, Michael Podgorny und Frank Benning Havixbecks Bürgermeister Jörn Möltgen bei einem Rundgang über das Firmengelände.

Inzwischen würden aber immer mehr Dächer in ganze Landschaften, große Fassaden in vertikale Gärten und große Wohnbereiche auf Hotel- und Wohngebäuden in grüne Oasen verwandelt.

Mit Bürgermeister Jörn Möltgen (2.v.l.) tauschten sich die Benning-Geschäftsführer (v.l.) Michael Podgorny, Gerd Rademacher und Frank Benning über Bauwerksbegrünung aus. Foto: Benning Dachbegrünung

Verstärkt interessieren sich immer mehr Privathaushalte für das Thema Begrünung. „Wir erhalten jeden Tag mehr Anfragen von Privatleuten und kleineren Betrieben, aber immer erst mit der einschränkenden Nachfrage: ,Machen Sie auch kleinere Dächer?’“, berichtet Gerd Rademacher. „Das soll nun anders werden. Eine Erweiterung mit einer größeren Lagerhalle und dazu geplanten Schulungsräumen soll der Nachfrage hier nun gerecht werden.“

Seminare und Informationsveranstaltungen

In den Schulungsräumen sollen in Zusammenarbeit mit dem Systemhersteller Optigrün und Fachverbänden kleinere Seminar- und Informationsveranstaltungen für Schulen, interessierte Bürger oder auch Fachpublikum aus Unternehmen und Kommunen angeboten werden. „Dadurch sollen nicht nur Kunden geworben, sonder insbesondere auch junge Menschen für den Beruf des Dachgärtners begeistert werden“, so Rademacher. Die Planung für die Erweiterung stehe, der Bauantrag sei in Vorbereitung, und im Sommer 2022 solle das Projekt fertig sein, so die Beteiligten.

Gerd Rademacher

Wegen der Klimaveränderung mit einem Trend zu längeren Hitzeperioden im Sommer und mehr Starkregenereignissen werde die Bauwerksbegrünung inzwischen ganzheitlich betrachtet. Durch starke Begrünungsaufbauten, teilweise mit Regenrückhaltefunktionen, würden die Folgen der Erhitzung deutlich abgemildert. Wasser werde zurückgehalten, kehre in den Verdunstungskreislauf zurück und kühle dadurch die Luft, Staub werde gebunden, Schall reduziert und Sonnenreflexion abgemildert, führten die Geschäftsführer aus. Keineswegs schlössen sich die Bereiche Begrünung, Energiegewinnung durch Photovoltaik und Wasserspeicherung aus, sie ließen sich gut kombinieren.

Förderprogramme für Kommunen

Bürgermeister Jörn Möltgen berichtete im Gespräch mit den Unternehmern von einigen Landesförderprogrammen, die es Kommunen erleichtern sollen, mehr für Grün- und Klimaverbesserungsmaßnahmen in neu zu planenden Wohn- und Gewerbegebieten sowie in bestehenden Bereichen zu tun. Diskutiert wurden Möglichkeiten, zeitnah ein Pilotprojekt zu starten.

„Bei diesem Termin wurde wieder deutlich, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen, sondern sogar gegenseitig bedingen“, zog Benning-Geschäftsführer Gerd Rademacher ein Fazit nach dem Gedankenaustausch mit dem Bürgermeister.

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