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Droste-Festival in Havixbeck

Warum man Magie braucht

Havixbeck

Auch das diesjährige Droste-Festival findet digital statt. Spannend dürfte es gleichwohl werden. „Die Pandemie ist die dunkle Magie, die uns weiterhin davon abhält, ein Festival physisch und vor Ort zu feiern. Wir nutzen die Situation, um im digitalen Raum die Gegenwart auf Dämonen und Magisches hin abzuklopfen“, sagt Dr. Jörg Albrecht vom Center for Literature (CfL).

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In den Keynote Lectures sprechen die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu Sanyal (unser Bild) und der Autor und Filmemacher Michael Roes über einige Facetten der Magie. Foto: Guido Schiefer

Das Droste-Festival von Burg Hülshoff - Center for Literature (CfL) findet auch 2021 digital statt. Vom 23. bis 27. Juni beschäftigen sich zahlreiche Kunstschaffende in Lesungen, Gesprächen, Filmen, Workshops und Performances mit Dark Magic – mit dem Irrationalen, Unsichtbaren, und der Frage, was Magie im 21. Jahrhundert bedeutet. An jedem Festivaltag werden Videos auf der Homepage www.burg-huelshoff.de veröffentlicht und auch Live-Formate angeboten. Publikum kann je nach Gefallen den Betrag bezahlen, der ihm angemessen erscheint.

Dämonen in der Gegenwart

Dazu erklärt der Künstlerische Leiter des CfL, Dr. Jörg Albrecht: „Die Pandemie ist die dunkle Magie, die uns weiterhin davon abhält, ein Festival physisch und vor Ort zu feiern. Wir nutzen die Situation, um im digitalen Raum die Gegenwart auf Dämonen und Magisches hin abzuklopfen.“

Das Festivalprogramm ist vielfältig und hochkarätig besetzt. In den Keynote Lectures sprechen die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu Sanyal und der Autor und Filmemacher Michael Roes darüber, warum man Magie braucht, wenn sonst nichts mehr hilft, und was dunkle Metaphern ans Licht bringen.

Liebe und Magie

Marcel Beyer und Anna Polke beschäftigen sich mit den magischen Korrespondenzen zwischen den Ausnahmekünstlern Thomas Kling und Sigmar Polke. Der schottische Dichter John Burnside liest gemeinsam mit seinem Übersetzer Bernhard Robben aus seinem Memoir „Über Liebe und Magie“. Komponist und Autor Ergo Phizmiz reist in den Droste Lectures durch die imaginären Welten von Annette von Droste-Hülshoff, die Text-Bild-Ton-Collage beschäftigt sich mit der Naturmagie, Religion und Imagination in ihrem Werk.

Lesungen und Rollenspiele

Der Musiker und Autor Hendrik Otremba lädt Gäste zu einer szenischen Lesung seines Science-Fiction-Romans „Kachelbads Erbe“ ein. Die Dichterin Rike Scheffler wandert mit Gästen videografisch durch die Nacht und begegnet Hexen. Bei einem Remote Reading zum Roman „Das Herz der Leopardenkinder“ von Wilfried N’Sondé und einem Rollenspiel mit der Autorin Barbi Marković zu ihrem Roman „Die verschissene Zeit“ interagieren Künstlerinnen und Künstler und Publikum live miteinander.

Darüber hinaus gibt es digitale Filmabende, Performances, Konzerte, Gespräche und einen Hörspiel-Workshop für Jugendliche, die „Lesebürger*innen“ des CfL bloggen zum Festival.

Auch in der Stadt Münster gibt es etwas zu erleben: Auf der Suche nach versteckten Scherenschnitten der Künstlerin Anna Kohlweis kann bei einer Schnitzeljagd Münsters magische Seite entdeckt werden.

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