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Start der Urlaubssaison – fehlendes Personal im Coesfeld

Hotellerie am Limit

Kreis Coesfeld

Zu Beginn der Hauptreisezeit fehlt in vielen Hotels und Pensionen im Kreis Coesfeld das nötige Personal. „Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden händeringend gesucht. Ohne sie kann die Branche in der wichtigsten Saison des Jahres nicht durchstarten“, sagt Helge Adolphs von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

In vielen Hotels und Pensionen fehlt es an Personal. Nach Ansicht der Gewerkschaft NGG müssen sich die Arbeitsbedingungen in der Branche verbessern. Foto: Foto: NGG/ Alireza Khalili

Die NGG verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach zählte das Beherbergungsgewerbe im Kreis Coesfeld Ende Juni 48 offene Stellen – doppelt so viele wie Mitte 2019, also vor Beginn der Corona-Pandemie (2019: 24 offene Stellen).

„Für viele Hoteliers ist es aktuell einfacher, Gäste zu finden als Mitarbeiter. Denn in der Folge von Lockdowns und Kurzarbeit haben etliche Beschäftigte ihre Branche verlassen“, so NGG-Geschäftsführer Adolphs. Ein entscheidender Punkt sei die Bezahlung. Hier habe sich bereits einiges getan. Fachkräfte kämen mit den neuen Tarifvereinbarungen auf einen Stundenlohn von mindestens 13,95 Euro. „Entscheidend ist nun, dass sich die Betriebe an die tariflichen Standards halten“, betont Adolphs.

Doch auch bei den Arbeitsbedingungen müssten die Firmen nachlegen, um sich im Wettbewerb um dringend gesuchtes Personal behaupten zu können. Es sei wichtig, Arbeitszeiten im Sinne der Beschäftigten zu organisieren, macht Adolphs deutlich. Der Gewerkschafter mahnt zugleich die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes an: „Auf das vorhandene Personal kommt eine hohe Mehrbelastung zu.“ Ein Herumexperimentieren am Arbeitszeitgesetz, wie es die FDP in den Berliner Koalitionsvertrag hineinverhandelt habe, „ist nicht der richtige Weg“.

Für die Hotelbranche im Kreis Coesfeld rechnet Adolphs mit einer hohen Auslastung für die kommenden Monate: „Nach fast zweieinhalb Jahren Corona machen viele Menschen zum ersten Mal wieder richtig Urlaub.“ Der Tourismus im eigenen Land stehe dabei hoch im Kurs. Damit die Pläne der Gäste nicht an fehlenden Rezeptionisten und Köchinnen scheiterten, müsse die Branche für die Beschäftigten attraktiver werden, so Adolphs.

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