1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Immer noch 245 Stellen frei

  8. >

Agentur für Arbeit Coesfeld zieht Bilanz zum Ausbildungsmarkt

Immer noch 245 Stellen frei

Kreis Coesfeld

Trotz der Corona-Pandemie war die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Ausbildungsjahr 2020/2021 weiterhin hoch. Für jeden Bewerber im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld wäre statistisch gesehen ein Ausbildungsplatz im Angebot gewesen. Dennoch war die Lage am Ausbildungsmarkt alles andere als einfach, wie Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, in seiner Bilanz zum nun zurückliegenden Ausbildungsjahr verdeutlicht.

„Die Lage am Ausbildungsmarkt alles andere als einfach“, bilanziert Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld (kleines Bild). Die Anzahl der Schulabgänger nimmt ab – um so mehr Unternehmen suchen Azubis und Fachkräfte. Foto: Foto: Pixabay

„Wer in diesem Sommer in eine Ausbildung starten wollte, hatte im letzten Jahr durch die Auswirkungen der Pandemie bei der Berufswahl zu kämpfen“, so das Fazit von Johann Meiners. Praktika waren kaum möglich, die Beratungsangebote der Berufsberatung in den Schulen fielen zeitweise weg und Ausbildungsmessen fanden auch deutlich seltener statt, als es üblich ist.

Im Frühsommer lockerten sich die Kontaktbeschränkungen ein wenig und es kam mehr Bewegung in den Ausbildungsmarkt. „Gemeinsam mit unseren zahlreichen Netzwerkpartnern haben wir erfolgreich viel Energie in die Unterstützung der Bewerber gesteckt, um sie bei der Berufswahl und dem Weg in eine Ausbildung zu begleiten“, so Meiners. So gingen die Berufsberater einerseits wieder an die Schulen, andererseits an viele weitere Orte in der Region, zum Beispiel auf Marktplätze, um die Jugendlichen dort gezielt anzusprechen.

Insgesamt waren im nun abgelaufenen Berichtsjahr allerdings weniger Jugendliche in der Betreuung der Arbeitsagentur als in den Vorjahren. Mit 1286 Bewerbern meldeten sich 200 weniger.

„Diese Entwicklung ist aber nur zum Teil auf die Corona-Pandemie zurück zu führen. Ein weiterer Aspekt ist der demografisch begründete Rückgang der Schulabgänger,“ so Meiners. „Dieser Trend wird sich fortsetzen und den Ausbildungsbetrieben Probleme bereiten“, macht der Agenturleiter deutlich. Schon jetzt seien viele Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. Zum 30. September verzeichnete die Arbeitsagentur Coesfeld 245 unbesetzte Ausbildungsplätze im Kreis Coesfeld, 60 mehr als im Vorjahr.

Für Meiners gilt es, noch intensiver für die duale Ausbildung zu werben: „In den kommenden fünf bis zehn Jahren geht ein großer Teil der jetzt beschäftigten Fachkräfte in den Ruhestand. Die Unternehmen suchen somit dringend Nachwuchs, um die entstehende Lücke zu kompensieren. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das also, dass sie sich ganz intensiv und aktiv um junge Talente bemühen müssen.“

Am häufigsten suchten die Jugendlichen im nun zurückliegenden Jahr Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich, als medizinische Fachangestellte/r, Tischler/in oder auch im Verkauf. Die meisten Ausbildungsangebote gab es im Einzelhandel, im Lager und im kaufmännischen Bereich.

Startseite
ANZEIGE