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Schwere Nebenwirkung nach dem Impfen mit AstraZeneca

Junge Frau aus dem Kreis: Schlaganfall

Kreis Coesfeld. Im Kreis Coesfeld ist nun doch ein Fall von schweren Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bekannt geworden.

Viola ter Horst

Eine Frau aus dem Kreis Coesfeld meldet, dass sie nach dem Impfen mit AstraZeneca schwere Nebenwirkungen erlitt. Bislang waren aus dem Kreis keine Fälle bekannt. Foto: dpa

Eine junge Frau meldet, dass sie nach der Impfung im März eine Thrombose-Komplikation mit einem Schlaganfall erlitt. „Ich wachte nachts auf“, berichtet sie gegenüber unserer Zeitung. „Mir ging es nicht gut.“ Dann habe die junge Mutter deutlich einseitige Lähmungen wahrgenommen. „Zunächst wollte ich das gar nicht wahrhaben, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte“, sagt die Frau aus dem Kreis Coesfeld, die Anfang 30 ist und ihren Namen und Wohnort in der Zeitung nicht veröffentlicht haben möchte. Ihr Mann brachte sie nach Münster ins Krankenhaus, wo sich der Verdacht bestätigte. Auch Sprachstörungen erlitt sie. Die schnelle Behandlung mit Blutverdünner auf der Schlaganfall-Abteilung verhinderte schlimmere Auswirkungen. Rund eine Woche war die Frau im Krankenhaus.

Schlaganfälle können die Folge von Thrombosen sein. Nach Impfungen mit dem Covid-19-Vakzin von AstraZeneca sind Fälle seltener Hirnvenenthrombosen aufgetreten. An Menschen, die jünger als 60 Jahre alt sind, wird der Impfstoff von AstraZeneca inzwischen nicht mehr verabreicht.

Die betroffene Frau aus dem Kreis ist mittlerweile genesen. Auch die Sprachprobleme legten sich. Sie wundert sich aber, dass der Kreis Coesfeld in einem Bericht gegenüber unserer Zeitung erklärte, dass keine Fälle von schweren Nebenwirkungen im Kreis Coesfeld bekannt geworden seien. „Dabei habe ich meinen Fall längst ans Paul-Ehrlich-Institut gemeldet“, sagt sie. So wie es sein soll, wenn Nebenwirkungen auftreten. Offensichtlich wurden die Angaben nicht weitergeleitet. Das Impfzentrum bestätigt inzwischen die Meldung – die Frau hatte sich noch einmal explizit ans Impfzentrum gewandt. „Wir bekommen vom Paul-Ehrlich-Institut keine Meldungen über mögliche Fälle weitergeleitet“, erklärt Hartmut Levermann von der Pressestelle des Kreises. Von daher seien dem Kreis über diesen Weg keine Erkenntnisse über Komplikationen bekannt.

Laut Paul-Ehrlich-Institut wurden bis zum 8. April in Deutschland 46 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem COVID-19 Impfstoff von AstraZeneca gemeldet. In 24 Fällen wurde zusätzlich ein Mangel an Blutplättchen bekannt (Thrombozytopenie). In acht Fällen war der Ausgang tödlich, bei fünf Frauen und drei Männern. Mit Ausnahme von sieben Fällen betrafen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 66 Jahren. Die Männer waren 24 bis 58 Jahre alt. Regionen oder Orte, aus denen die Betroffenen kommen, können nicht genannt werden, so das Ehrlich-Institut.

„Ich möchte auf keinen Fall ein Impf-Bashing betreiben“, stellt die Frau aus dem Kreis Coesfeld klar. „Es sind ja verhältnismäßig wenige Fälle mit schweren Nebenwirkungen bekannt.“ Aber es sei auch nicht richtig, dass es gar keine gebe. Auch darüber sollte man sich informieren und reden. Medizinisch sind noch Fragen offen, aber für die junge Frau ist klar, dass bei ihr die Impfung den Schlaganfall auslöste.

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