1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Keine Impfaktion in Brennpunkten

  8. >

Diskussion im Ausschuss über Anträge von SPD und Grüne

Keine Impfaktion in Brennpunkten

Kreis Coesfeld

Impfaktionen in sozialen Brennpunkten im Kreis Coesfeld, so wie in Köln oder Münster, soll es im Kreis Coesfeld nicht geben. Der Gesundheitsausschuss lehnte mehrheitlich die Anträge von Grünen und SPD ab, die mehrere Maßnahmen vorschlugen.

Von Viola ter Horst

Über Impfaktionen in sozialen Brennpunkten diskutierte der Gesundheitsausschuss. Foto:

Dezernent Detlef Schütt sagte, dass die Anträge zwar begrüßenswert seien, die Vorschläge aber bereits zum größten Teil umgesetzt oder initiiert worden seien. „Zum kleinen Teil stehen rechtliche oder praktische Aspekte dagegen.“ So habe es sich bei den Impfungen in Brennpunkten um eine Sonderaktion in NRW gehandelt, für die bestimmte Mengen an Impfstoff zur Verfügung standen. Das Land NRW habe dafür 14 Städte und einen Kreis ausgewählt, der Kreis Coesfeld gehörte nicht dazu. Somit sei es auch nicht möglich, so eine Sonderaktion zu fahren. „Im Moment steht ohnehin nur Impfstoff für Zweitimpfungen zur Verfügung“, betonte Schütt.

Der Kreis Coesfeld sei aber mit mobilen Impfteams des Impfzentrums bereits bei besonders gefährdeten Menschen im Einsatz gewesen. Auch in den Sammelunterkünften für Geflüchtete waren die Teams, als es vom Land grünes Licht für die Impfung gab. „Das Kommunale Integrationszentrum KI hat zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden und Ehrenamtlichen in verschiedenen Sprachen über die Impfungen informiert“, berichte KI-Leiter Bodo Dreier. Viele Ängste und Gerüchte, die über die Impfungen kursierten, hätten mit Hilfe der Dolmetscher genommen werden können. „Die Impfbereitschaft lag bei 60 Prozent in den Unterkünften.“

Geflüchtete Menschen in eigenen Wohnungen seien grundsätzlich nach den Regeln nicht zu bevorzugen. Aber auch ihnen seien in Absprache mit den Städten und Gemeinden Informationen zugegangen. Bewohner von Obdachlosenunterkünften seien zum Teil geimpft worden. „Wir bleiben da überall am Ball“, versprach Schütt. Der Kreis laufe beim Impfen nicht hinterher, sondern vorne an.

Den Grünen und der SPD reichte das allerdings nicht. „Es gibt auch im Kreis Coesfeld soziale Brennpunkte, wofür das KI nicht zuständig ist“, sagte Margarete Schäpers (Havixbeck) von der SPD. Hier könnten mobile Teams tätig werden, sobald wieder genug Impfstoff da sei. „Wir wollen, dass das Thema im Auge behalten bleibt“, betonte Dr. Evelyn Strauch (Senden) von den Grünen. „Wir bringen das jetzt rechtzeitig zur Sprache, weil eine vierte Welle im Herbst möglich ist.“ Anni Willms (Lüdinghausen) von der CDU lobte ausdrücklich die Arbeit des Kreises beim Impfen. Es sei sehr gut vorangegangen. Die Anträge hielt auch Wilhelm Wessels (Dülmen) von der CDU für überflüssig. „Alle Dinge, die da genannt sind, werden realisiert. Man kriegt ja den Eindruck, dass die Verwaltung Versäumnisse gemacht hat.“ Den Eindruck wollten Grüne und SPD allerdings nicht vermitteln. „Keiner will der Verwaltung was“, betonte Schäpers. „Es ist nur eine zusätzliche Bitte.“

Startseite