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Debatte über Grünen-Antrag für mehr regionale Speisen in Berufskollegs, Förderschulen und Kreishaus

Keine Vorschriften für Kantinen-Teller

Kreis Coesfeld

Regionale und nachhaltig erzeugte Speisen und Getränke in der Kantine des Kreises, den Berufskollegs und Förderschulen des Kreises Coesfeld: Das soll es weiterhin geben, vielleicht auch mehr davon. Aber ohne Vorschriften vonseiten des Kreises. Darauf einigte sich der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung nach einem Antrag der Grünen. Die Forderung der Grünen, dass die bestehenden Verträge mit den Kantinenbetreibern überprüft werden sollen und Neuausschreibungen mit festen Anteilen an Saison-Gemüse versehen werden, ging den anderen Ausschussmitgliedern allerdings deutlich zu weit. Auch ein Konzept soll nicht entwickelt werden, wie es sich die Grünen vorstellten. „Wir wollen den Leuten nicht vorschreiben, was sie zu essen haben“, meinte Werner Schulze Esking (Billerbeck) von der CDU. „Wenn die Nachfrage da ist, wird der Caterer den Wünschen entsprechen. Prozentuale Vorgaben wollen wir da nicht machen.“

Von Viola ter Horst

Mehr Regionales, mehr Bio: Nach Ansicht der Grünen könnte davon viel mehr auf den Kantinen-Tellern landen. Der Fachausschuss diskutierte jetzt darüber. Die Vorschläge der Grünen gingen den anderen Politikern zu weit. Foto:

Johannes Waldmann (Ascheberg) von der SPD meinte, dass die Sozialdemokraten und die Grünen „im Ziel nicht weit auseinander sind“. Die Erfahrung zeige, dass man sich je nach Angebot gesünder oder weniger gesund ernähre. Aber auch er fand, dass der Vorschlag der Verwaltung, weiterhin regionale Produkte möglichst zu berücksichtigen, bereits weit genug gehe.

„Es könnte sich mehr tun“, meinte Dr. Anne Monika Spallek (Billerbeck) von den Grünen. Mehr Bioprodukte, auch bei Veranstaltungen, die der Kreis durchführt. Oder zum Beispiel Eier von Hühnern aus mobilen Ställen aus der Region. Es sei ja auch Werbung für die Region, wenn die Produkte verwendet würden. Der Begriff Region sei allerdings dehnbar, warf die CDU ein; außerdem seien nicht alle Lebensmittel regional möglich. Auch wenn regional prinzipiell positiv sei und alle das wollten. Die Grünen verwiesen auch darauf, dass es im Kreis Coesfeld nur sehr wenig Ökolandwirtschaft gebe. Da könne die öffentliche Hand Anreize setzen, zumal der Kreis Coesfeld und das Münsterland Ökomodellregion werden wollen.

Nach Angaben der Kreisverwaltung werden für die Kantine des Kreishauses schon jetzt regionale Produkte verwendet, wenn es möglich ist. Eine vertragliche Vorgabe zur Berücksichtigung von zusätzlichen regionalen Produkten sei nicht möglich. Dies gelte auch für die Berufskollegs und Förderschulen in Trägerschaft des Kreises. Kreisdirektor Dr. Linus Tepe will die Anregungen aus dem Ausschuss an die Kantinenbetreiber weiterleiten, verbunden mit der Frage, wie es mit den Kosten aussieht.

Verpflegung in den Berufskollegs und Förderschulen

Wie sieht es mit regionalen und Bio- sowie gesunden Lebensmitteln in den kreiseigenen Schulen aus? 0 Im Richard-von-Weizsäcker Berufskolleg in Lüdinghausen und Dülmen wurden nach Angaben der Kreisverwaltung mit dem Pächter des Bistros Anforderungen an die Produktpalette vereinbart: Es soll frisches Obst und Gemüse der Saison angeboten werden, auch Vollkornbrötchen mit Rohkost. Kuchen und süße Backwaren dürfen nur ein Randsortiment sein.

0 Im Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld wird von einer Bäckerei ein Verkaufsstand für Backwaren betrieben. Der Kreis hat keine weiteren Vorgaben für die Produkte vereinbart.

0 Für die Schüler der Pestalozzischule Dülmen wird im Rahmen der OGS durch den Träger ein „kindgerechtes und gesundes Mittagessen“ gereicht. Für die Schüler der Pestalozzischule in Coesfeld stellt im Rahmen der Übermittagsbetreuung der Träger das Mittagessen. Es entspricht laut Kreis den Kriterien „gesund, ausgewogen, kindgerecht“ und sofern gewünscht auch vegetarisch.

0 Im Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg, der Steverschule sowie der Peter-Pan-Schule gibt es keine Verpflegungsangebote.

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