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Kreis fördert Mehrwegbecher-Pfandsystem für Betriebe

Klimaschutz to go ohne Aufwand

Kreis Coesfeld

Die Zahl ist erschreckend: Allein im Kreis Coesfeld landen jedes Jahr sieben Millionen Einwegbecher im Müll. Das wollen die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) nun ändern. „Abfallvermeidung ist eine unserer Pflichtaufgaben“, sagt Geschäftsführer Stefan Bölte. Darum finanziert die WBC 100 Starterpakete der Firma Bäko mit je 100 Bechern für interessierte Betriebe mit gastronomischem Angebot im Kreis. „Und wenn die Nachfrage größer sein sollte, wird sich die Politik dem bestimmt nicht verschließen“, ist sich Bölte sicher.

Von Florian Schütte

Sehen den Kreis Coesfeld auf gutem Kurs zu mehr Klimaschutz mit dem einheitlichen Mehrwegbecher-Pfandsystem: (v.l.) Jörg Warnke von der Firma Bäko, Kristin Holz (WBC), Café-Inhaberin Rebekka Paul, Coesfeld Bürgermeisterin Eliza Diekmann und WBC-Geschäftsführer Stefan Bölte. Foto: Foto: fs

Rebekka Paul aus Coesfeld ist eine der Vorreiterinnen. Die Inhaberin von Beckys Café war durch einen Bericht unserer Zeitung über den BillerBäcker auf den „Meer-Wert-Becher“ der Bäko Berg + Mark eG aufmerksam geworden und hat sich proaktiv an die Einkaufsgenossenschaft für Bäcker und Konditoren gewandt. Die Vorteile der gelben Becher hat sie in den vergangenen Wochen bereits zu schätzen gelernt. „Wir wollten etwas Gutes für die Umwelt tun und das System ist genial“, schwärmt Paul. Und einfach: Kunden zahlen einen Euro Pfand pro Becher und bekommen das Geld wieder, wenn sie den Becher zurückbringen – in eine der mittlerweile 511 Akzeptanzstellen in Deutschland. Zudem habe der Becher laut Paul mit 310 ml „eine schöne Größe für alle Getränke, aber auch für Suppe“. Er ist bei höchsten Temperaturen spülmaschinenfest, gibt nach außen nur wenig Wärme ab und ist „absolut geschmacksneutral“, wie Jörg Warnke, Geschäftsführender Vorstand der Bäko Berg + Mark eG, betont. „Außerdem kann der Becher zu 100 Prozent recycelt werden, wenn er nicht mehr benötigt wird“, so Bölte. Der entscheidende Vorteil vor allem für kleinere Bäckereien im Vergleich zu Konkurrenzsystemen sei, dass der „Meer-Wert-Becher“ ohne eine monatliche Systemgebühr auskomme, weil Bäko als Genossenschaft nicht primär profitorientiert arbeite, sagt Warnke.

Deckel für die Gefäße gibt es ebenfalls für einen Euro in der Mehrweg-Variante, die dann im Besitz der Kunden verbleiben. Für diese Lösung plädiert auch Stefan Bölte, der von den optionalen Einweg-Deckeln aus Maisstärke abrät. Diese seien zwar biologisch abbaubar, dürften jedoch trotzdem auf keinen Fall in der Biotonne entsorgt werden und hätten zudem wegen der nötigen Maisanbauflächen eine viel schlechtere Klimabilanz.

Auch wenn ein Mehrwegbecher-Pfandsystem für die meisten gastronomischen Betriebe ab 2023 Pflicht wird, wolle die WBC interessierte Betriebe unterstützen, „damit das Ganze schnell und einheitlich auf die Straße kommt“, antwortet Stefan Bölte auf eine Nachfrage von Coesfelds Bürgermeisterin Eliza Diekmann. Die wiederum wünscht sich, dass das System in Zukunft auch auf weitere Gefäße, die in Pizzerien oder im Schnellimbiss in Umlauf kommen, erweitert werde. „Ich kann mir gut vorstellen, dass das funktioniert“, meint Diekmann und regt an, auch über einen Einsatz der Mehrwegbecher bei Schützenfesten, Weihnachtsmärkten oder auch der Coesfelder Pfingstwoche nachzudenken. „Wir sind sicherlich nicht fertig mit dem Thema“, betont auch Stefan Bölte schmunzelnd.

Interessierte Cafés, Bäckereien, Restaurants, Tankstellen und alle, die „To-go-Produkte“ anbieten, wenden sich an Kristin Holz (WBC): kristin.holz@kreis-coesfeld.de

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