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Open-Air-Kino mit Auftritt des Gospelchors „The Joyful Singers“

Kreishaus wird zum Filmschauplatz

Coesfeld

Live-Konzerte und Kino waren in den vergangenen Monaten Fremdworte für das kulturelle Leben der Region. Jetzt ist wieder einiges möglich, wenn auch mit Einschränkungen. Die Filmschauplätze NRW der Film und Medien Stiftung GmbH waren schon öfter im Kreis Coesfeld zu Gast. An diesem Donnerstagabend hatten sie sich mit zwei tollen Filmen auf der Wiese am Alten Kreishaus in Coesfeld neu positionieren können.

Von Elvira Meisel-Kemper

Die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit nutzte der Coesfelder Gospelchor „The Joyful Singers“ mit ihrem Chorleiter Christian Przybyl für einen Auftritt auf den Stufen des Kreishauses. Im Anschluss startete das Open-Air-Kino mit dem Hauptfilm „Der göttliche Andere“. Foto: Fotos: Elvira Meisel-Kemper

Die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit überbrückte der Coesfelder Gospelchor „The Joyful Singers“ mit seinem Chorleiter Christian Przybyl und dem Ersten Vorsitzenden Andreas Plesker. „I am the light with you“, „You wake me up“, „Hinterm Horizont geht es weiter“, „Freedom is coming“ und viele weitere Songs sang der Chor auf den Stufen des Alten Kreishauses.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Anna Fantl, Projektleiterin der Filmschauplätze NRW, eröffneten nach dem gelungenen Auftritt und viel Applaus dann das eigentliche Open-Air-Kino-Event: „Nach 23 Jahren mussten wir im vergangenen Jahr die Veranstaltung einmal aussetzen“, begrüßte Fantl die Zuschauer. „Wir freuen uns, dass solche Events nun wieder möglich sind“, klinkte sich Schulze Pellengahr ein. Er erinnerte an Johann Conrad von Schlaun, der in Münster für den damaligen Bischof das Schloss erbaut hatte. Der Bau des Alten Kreishauses 1925 sei daran orientiert, stellte Schulze Pellengahr den Bezug zu der Kulisse her.

Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, starteten die Organisatoren den Hauptfilm des Abends: „Der göttliche Andere“, der in Rom spielt. „Dass wir ausgerechnet diesen Film zeigen, ist eine Premiere. Denn in den Kinos läuft er noch nicht. Auch der Kurzfilm ,Wiedersehen’, der kurz zuvor über die große, mobile Leinwand flimmerte, ist eine Premiere. Er entstand in der Filmschule in Köln“, machte Fantl Appetit auf beide Filme.

„Wiedersehen“ spielt in einem Waschsalon, in dem eine Frau die Hemden ihres Mannes wäscht, der beruflich lange unterwegs war und am nächsten Tag endlich wieder nach Hause kommt. Im Waschsalon hält sich ebenso ein Mann auf, den sie bittet, die Hemden ihres Mannes anzuziehen, und mit dem sie das Wiedersehen mit ihrem Mann buchstäblich „probt“, bewegend und berührend mit offenem Ende.

In dem Film „Der göttliche Andere“ ging es ebenso um Liebe und Nähe. Der Journalist Gregory kommt nach Rom mit seinem Team, um über die Papstwahl zu berichten. Dabei lernt er Maria kennen, die vor ihrer Aufnahme als Nonne steht. Der atheistisch geprägte Gregory und die gläubige Katholikin Maria verlieben sich ineinander. Gregory wird bestohlen, beraubt, entführt, er sieht merkwürdige Bilder, bricht körperlich zusammen. Beim CT seines Gehirns sieht der Arzt das Schweißtuch der heiligen Veronika. All das empfindet er als Warnung, wendet sich von Maria ab, die allerdings auch Zweifel bekommt. Sprachlich und filmtechnisch zeichnet sich dieser Beitrag durch Humor, Ironie und eine gewisse Ernsthaftigkeit zum Thema Liebe aus. Ein gelungener Abend mit zwei guten Filmen in gemütlicher Atmosphäre.

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