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Kfz-Zulassungsstelle in Coesfeld nur noch bis Jahresende geöffnet

Landrat verteidigt Schließung

Kreis Coesfeld

(fab). Eine Kreisstadt ohne eigene Kfz-Zulassungsstelle? Als der Kreis diese Entscheidung Ende der vergangenen Woche bekanntgab, sorgte dies vor allem in Coesfeld und dem nördlichen Kreisgebiet für Ärger. Sowohl in Coesfeld als auch in Rosendahl ärgern sich Auto-Händler nicht nur über weitere Wege, sondern sorgen sich auch um die Einhaltung von Fristen, die für sie oder ihre Kunden bares Geld in Form von Boni oder Fördermitteln bedeuten.

Die Zulassungsstelle im Coesfelder Kreishaus wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben. Diese Entscheidung sorgte vor allem im Nordkreis für Ärger. Foto: Foto: fab

Bei vielen Bürgern war das Echo ähnlich. „Eine Schande“ und „lächerlich“ lauten nur einige der Facebook-Kommentare. Der Kreis hatte die Schließung auch noch als Verbesserungsmaßnahme verkauft. „Der Kreis Coesfeld konzentriert und verbessert seine Dienstleistungen“, hieß es in der Pressemitteilung. Oder wie es ein Facebook-Nutzer zusammenfasst: „Eine sehr freundliche Umschreibung für: Wir schließen Coesfeld.“

Auf Nachfrage im Kreisausschuss äußerte sich Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr nun zu der Kritik – und verteidigte die Schließung. Natürlich habe keiner der Auto-Händler ‘Hurra’ gerufen und auch Coesfelds Bürgermeisterin Eliza Diekmann habe sich für ihren Standort eingesetzt. Mit drei Zulassungsstellen sei der Kreis aber überbesetzt gewesen. Vor allem personell habe dies immer wieder zu organisatorischen Problemen und Ausfallzeiten geführt. Seiner Meinung nach sei es durchaus zumutbar, etwa von Rosendahl nach Dülmen zu fahren. Das seien ja keine wahnsinnigen Entfernungen. „Das ist mit der Menschenwürde vereinbar.“

Dem schloss sich Henning Höne (FDP) weitgehend an. Laut Programm seiner Fraktion seien drei Zulassungsstellen schon zwei zuviel. Kritisch sei dabei nur die Frage: „welche zwei?“ Nicht verstehen könne er aber, dass oft nur Termine von 8 bis 12 Uhr angeboten würden. Da könne man doch an den verbleibenden Stellen auch längere Zeiten anbieten.

„Zusammengeführt und zugleich verstärkt“ werde das Serviceangebot, heißt es in der Pressemitteilung. Eine personelle Verstärkung sei damit aber nicht unbedingt gemeint, stellt Kreis-Pressesprecher Christoph Hüsing auf Nachfrage klar. Die Verbesserung bestehe in der Bündelung, die letztlich für geringere Ausfallzeiten sorgen soll. Davon hänge letztlich auch die Akzeptanz ab, ist der Landrat überzeugt. „Wenn uns eine Verbesserung gelingt, können das auch die Autohäuser gut mittragen“, so Schulze Pellengahr.

Und mittelfristig werde die Antragstellung ohnehin digitalisiert. Hier sei aber der Bund zuständig und der erlaube keiner einzelnen Behörde, eine eigene digitale Lösung zu entwickeln. „Ich bin sicher, das passiert irgendwann komplett von zu Hause aus – wie es in anderen Ländern schon möglich ist“, so Schulze Pellengahr.

Und bis dahin? Könne man sich auch zusammentun. So sei erst bei den Gesprächen mit den Autohäusern bei manchem die Idee gereift, dass man sich auch mit den Fahrten abwechseln könne. „Das ist doch auch schön, wenn nach vielen Jahren mal die Idee entsteht, eine Fahrgemeinschaft zu gründen.“

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