Politiker aus dem Kreis Coesfeld äußern sich zustimmend zu neuen Corona-Beschlüssen – und bleiben zuversichtlich

Lohnender Kraftakt vor dem Impfstoff

Kreis Coesfeld. Es ist dieser Satz der Kanzlerin, der am Donnerstagmorgen im Bundestag unmissverständlich die Notwendigkeit weiterer Beschränkungen betont, aber zugleich auch von Zuversicht geprägt ist: „Der Winter wird lang, aber er wird enden“, sagt Angela Merkel. Die hiesigen Abgeordneten aus Bundestag und Landtag sowie der Landrat des Kreises Coesfeld stimmen dem grundsätzlich zu. Bezüglich der Ausgestaltung der Beschlüsse gibt es jedoch auch Wünsche nach Feinjustierungen.

Florian Schütte

Die Politiker aus dem Kreis Coesfeld äußern sich zustimmend, aber auch mit Verbesserungsvorschlägen zu den neuen Corona-Beschlüssen. Sie alle verfolgen aber das eine Ziel: Corona zu stoppen. Foto: Pexels Foto: az

„Ich halte die Verlängerung des Teil-Lockdowns für sinnvoll und erforderlich“, erklärt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr angesichts steigender Infektionszahlen, die keine Lockerungen zuließen. „Insbesondere für die Speisegastronomiebetriebe ist eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ein harter Einschnitt“, bedauert Schulze Pellengahr, zumal die meisten gute Hygienevorkehrungen getroffen hätten. „Erfreulich ist, dass der Groß- und Einzelhandel geöffnet bleibt“, so der Landrat.

„Die Bundeskanzlerin und die Länderchefs haben die richtigen Beschlüsse gefasst, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Jetzt kommt es auf uns alle an, um Corona zu stoppen“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. Auch wenn die Maßnahmen hart seien: „Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa haben wir keine Ausgangssperren verhängt und auch den Handel nicht komplett geschlossen“, betont Henrichmann. Die angekündigten Impfstoffe vor Augen setzt der Christdemokrat auf eine Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr.

André Stinka (SPD) ist froh, dass die Bundesländer sich im Vorfeld schon auf viele Punkte geeinigt hatten. „Und ich finde es gut, dass im Bereich Schule ab einer Inzidenz von 200 auch Hybrid-Unterricht möglich ist“, sagt der Landtagsabgeordnete. Auch die erweiterte Maskenpflicht auf Parkplätzen und vor Geschäften befürworte er. „Beim Thema Feuerwerk zu Silvester hätte ich mir aber eine einheitliche Regelung gewünscht. So haben wir wieder einen Flickenteppich.“ Stinka sei bewusst, dass die „emotionale Vorweihnachtszeit schon um vieles beraubt wurde“, doch „lohnt es sich jetzt, sich als Gesellschaft noch einmal anzustrengen, bevor es dann zu Beginn des neuen Jahres „auf etwas mehr Licht zugeht“, sagt der Sozialdemokrat mit Blick auf den ersehnten Impfstoff.

„Wir haben ein gemeinsames Ziel: Die Infektionszahlen müssen deutlich niedriger werden“, sagt Friedrich Ostendorff (Grüne). Daher unterstütze der Bundestagsabgeordnete grundsätzlich Maßnahmen, die dieses Ziel erreichen. „Allerdings sehe ich die dringende und längst überfällige Notwendigkeit für eine klare, langfristige Corona-Strategie unter Einbeziehung von gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen und rechtsstaatlichen Aspekten und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen“, betont Ostendorff.

Ähnlich sieht es Henning Höne: „Die FDP wird sich einer Verlängerung der Maßnahmen nicht widersetzen, auch wenn wir uns insgesamt einen anderen Weg und eine längerfristige Strategie gewünscht haben“, sagt der liberale Landtagsabgeordnete. „Die Maßnahmen müssen aber befristet und nachvollziehbar sein und mit Augenmaß erfolgen.“ Ziel der FDP bleibe, dass das gesellschaftliche Leben in den Bereichen Kultur, Sport und Gastronomie wieder weiter geöffnet wird, sobald es regional verantwortbar ist. „Der Kreis Coesfeld hat verhältnismäßig niedrige Werte. Lokale Öffnungen sind erreichbar“, so Höne.

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