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Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Coesfeld über ihre Erwartungen an den neuen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst

„Lösungen für die Alltagsprobleme“

Kreis Coesfeld

Gratulation von den Parteifreunden aus dem Kreis Coesfeld. CDU-Landtagsabgeordneter Wilhelm Korth aus Coesfeld schüttelt die Hände des frisch gewählten Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Der Rheder und der Coesfelder kennen sich, sie feierten schon zusammen. Hohe Erwartungen der vier Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Coesfeld. Während CDU und FDP lobende Worte finden, gibt es von der SPD auch kritische Worte. Das Auf und Ab der Karriere von Wüst: SPD-Landtagsabgeordneter André Stinka kann sich auch an die weniger schöne Zeit gut erinnern. Der Dülmener zog 2005 zum ersten Mal in den Landtag ein – so wie Wüst, der damals 30 war und schnell als jung-dynamischer Haudrauf galt.

Von Viola ter Horst

Glückwünsche von Landtagsabgeordneten Willi Korth (r.) an Hendrik Wüst nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten.

Drei Fragen an die Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Coesfeld: Wilhelm Korth (CDU) aus Coesfeld, Dietmar Panske (CDU) aus Ascheberg, André Stinka (SPD) aus Dülmen und Henning Höne (FDP) aus Coesfeld:

 1. Was erwarten Sie von dem neuen Ministerpräsidenten?

 2. Was sollte Wüst jetzt zuerst anpacken?

 3. Haben Sie persönlich Verbindungen zu Wüst – erinnern Sie sich an Besonderheiten/Begegnungen mit ihm?

Wilhelm Korth (CDU) aus Coesfeld: 1. Ich erwarte von Hendrik Wüst, dass er die erfolgreiche Arbeit der NRW-Koalition fortsetzt und mit seinem typischen Elan Probleme in NRW angeht: Infrastruktur, Energiewende, soziale Gerechtigkeit.

2. Das aktuellste Problem wird immer noch die Unterstützung der Menschen in den Flutgebieten sein. Da müssen wir weiter alle Hebel in Bewegung setzen, um den Menschen beim Wiederaufbau zu helfen.

3. Ich kenne Hendrik Wüst gut. Ich hatte das große Vergnügen, bei ihm auf dem Polterabend eingeladen gewesen zu sein. Wir haben auf einem Bauernhof in einer Festscheune gemeinsam gefeiert. Dabei ist mir aufgefallen, wie herrlich bodenständig er und seine Frau doch geblieben sind.

Dietmar Panske, CDU-Landtagsabgeordneter aus Ascheberg Foto:

Dietmar Panske (CDU) aus Ascheberg: 1. Als CDU in NRW machen wir keine Politik nur bis zur nächsten Wahl. Daher wird es vor allem darum gehen, auf alle Zukunftsthemen und zentralen Herausforderungen die richtigen Antworten zu geben und wichtige Weichenstellungen vorzunehmen. Wir haben vor viereinhalb Jahren diesen Auftrag gemeinsam mit Armin Laschet angenommen und ich bin davon überzeugt, wir werden diesem mit Hendrik Wüst auch weiter gerecht werden.

2. Es braucht weiterhin neue Antworten, und Lösungen für die Alltagsprobleme der Menschen sind jetzt entscheidend. Es gilt jetzt, die Energie- und Verkehrswende weiter voranzubringen, bezahlbaren Wohnraum weiter zu fördern, Maßnahmen gegen die steigenden Energiekosten vornehmen und für unsere Region das Bahnprojekt Münster - Lünen endlich ins Ziel zu führen.

3. Ich kenne Hendrik Wüst schon seit einigen Jahren. Als Münsterländer eint uns die Leidenschaft für unsere Heimat und was wir für sie erreichen wollen. Dazu treffen sich die Abgeordneten des gesamten Münsterlandes regelmäßig zum Austausch über gemeinsame Vorhaben und die Entwicklung unserer Region. Seit Hendrik Wüst das Amt des Verkehrsministers inne hat, stehen wir auch fachlich in gutem Kontakt. Wir haben bereits viele Verkehrsprojekte im Kreis Coesfeld erfolgreich umsetzen können.

Andre Stinka aus Dülmen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in NRW. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

André Stinka (SPD) aus Dülmen: 1. Seit Laschet die Kanzlerkandidatur antrat, gibt es viel Stillstand in NRW. Ich wünsche mir, dass wir zu mehr Sachpolitik zurückkommen. Was den Wohnungsbau angeht, ist NRW krisenhaft. Die Landesregierung hat nichts für bezahlbares Wohnen unternommen. Auch der Klimaschutz wurde deutlich vernachlässigt. 2. Dass Wüst nach dem Hin und Her durch die Coronapandemie mehr Verlässlichkeit in die Politik bringt. Dass er mit Menschen in Dialog kommt. Im Umweltbereich, in dem ich ja tätig bin, gibt es zum Beispiel die Volksinitiative Artenschutz. Da ist wenig mit den Beteiligten geredet worden, obwohl das eine riesige Initiative ist. Da erwarte ich deutlich mehr Einbindung. 3. Ich habe Erinnerungen an die damalige Zeit, als Hannelore Kraft SPD-Landeschefin war. Wüst hat kein Blatt vor den Mund genommen. Der konnte ziemlich derb sein. Die „Kraftilanti“-Kampagne gegen Hannelore Kraft – in Anspielung auf Andrea Ypsilanti und die Haltung gegenüber der Linken. Oder die „Rent-a-Rüttgers“-Affäre und Wüsts Rücktritt. Das sind alles keine guten Erinnerungen. Das waren so markante Dinge, die ich nicht vergessen habe. Inwieweit sich Wüst nun tatsächlich gewandelt hat, weiß ich nicht.

Henning Höne, FDP-Landtagsabgeordneter aus Coesfeld.  Foto:

Henning Höne (FDP) aus Coesfeld: 1. Die NRW-Koalition zeichnet sich durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein faires Miteinander auf Augenhöhe aus. Wir Freie Demokraten möchten diese Tradition gerne weiterführen. Für uns steht zudem fest, dass wir mit der Landesregierung nochmal durchstarten und uns auf die Fragen konzentrieren wollen, die für die Bürgerinnen und Bürger relevant sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir beides mit Hendrick Wüst umsetzen können. Wir kennen und schätzen uns.

2. Das Besondere in der NRW-Koalition ist, dass wir uns gegenseitig den Raum geben, Projekte umsetzten zu können, die für den jeweiligen Partner wichtig sind. Für uns Freie Demokraten ist die Grunderwerbssteuer weiterhin ein Herzensanliegen. Wir setzen uns dafür ein, dass insbesondere junge Familien entlastet werden. Darüber hinaus ist für uns wichtig, dass wir bei dem Versammlungsgesetz zu einer modernen und verhältnismäßigen Regelung gelangen. 3. Hendrik Wüst und mich verbindet unsere Heimat – das Münsterland. Wir kennen uns von dort und natürlich auch aus dem Düsseldorfer Landtag. Ich schätze Hendrik Wüst als einen fairen und zuverlässigen Kollegen.

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