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Tag der biologischen Vielfalt: Biologe Bernd Brüning lässt der Natur freien Lauf

Garten als blühender Lebensraum

Seppenrade

Ein naturnahes Paradies für Insekten und Vögel ist der Garten von Bernd Brüning. Zum Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai) hat der Biologe die WN in sein bunt blühendes Ökosystem eingeladen, um zu zeigen, wie einfach es ist, mit dem eigenen Garten einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Ann-Christin Frank

In Bernd Brünings Garten brummen die Bienen und Hummeln in den bunten Staudenbeeten. Foto: acf

Einen fein gestutzten grünen Rasen wie in Wimbledon gibt es bei Bernd Brüning nicht. Er hat absolut nichts gegen Gänseblümchen, Löwenzahn und Co. – und mit dem Rasenmähen macht er sich auch keinen Stress, denn in seinem Vorgarten wächst eine bunte Blumenwiese. „Wenn darin die Kamille abgeblüht ist, dann machen wir daraus Heu für Schafe“, erklärt der Biologe, der aus seinem Garten über die vergangenen 45 Jahre ein naturnahes Paradies für Vögel, Insekten, Fledermäuse, Frösche, Lurche und eine Vielzahl anderer Arten geschaffen hat.

Bernd Brüning bietet Insekten in selbstgebauten Kästen Hilfe beim Nisten und Überwintern. Foto: acf

Zum Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai) hat das Mitglied der BUND-Ortsgruppe Lüdinghausen den WN erklärt, wie jeder in seinem Garten kleine Ökosysteme schaffen kann, die die Biodiversität fördern. Oft sei es ein guter Anfang, einfach ein paar Quadratmeter des Rasens zunächst sehr stark zu vertikulieren und dann mit Sand zu überstreuen, um so den Nährstoffgehalt zu verringern. „Dann kann man dort eine Blühmischung für Rasenflächen aussähen“, erklärt Brüning, der ein klarer Gegner von Steingärten ist. Versiegelte Flächen seien schon allein deshalb ungünstig, weil der Niederschlag nicht gut in den Boden abfließen könne und so den Boden völlig austrockne. In einem öffentlichen Straßenbeet vor seiner Haustür hat er ein Kies-Beet mit verschiedenen Steinkraut-Pflanzen angelegt – und zeigt damit, wie es aussehen könnte. „Wenn das Steinkraut anfängt zu blühen, dann ist hier alles voller Wildbienen“, erklärt der Biologe.

Blühmischungen für Rasenflächen

In Brünings Garten brummen die Bienen und Hummeln bereits in den Staudenbeeten, wo derzeit Fingerhut, Akelei, Glockenblumen, Silbertaler und bald auch noch die Lupinen blühen. In dem terrassenförmig angelegten Garten findet sich weiter oben gelegen ein Gartenbiotop, dort fühlen sich Frösche, Molche und Libellen wohl.

Über dem Feuchtbiotop tanzen die Mücken in der Mittagssonne, von denen sich wiederum die Vögel und Fledermäuse ernähren, die sich in dem Garten des Biologen ebenfalls tummeln. „Ich hatte schon mal rund 30 Fledermäuse in meinem Rollo-Kasten“, erklärt er und fügt hinzu: „Wenn man hier sommertags abends im Garten sitzt, dann drehen die immer ihre Runden, um Insekten zu fressen.“

Hummeln fühlen sich in Bernd Brünings Garten sehr Wohl. Foto: acf

Sein Ansatz ist ohnehin: Die Natur einfach so zu lassen wie sie ist. Den Rasen zu düngen wäre ohnehin das Todesurteil für die dortige biologische Vielfalt, so Brüning, der seine Pflanzen nur mit Nährstoffen vom Komposthaufen versorgt. Ihm sei natürlich klar, dass nicht jeder den Platz dafür habe, aber auch bei der Blumenerde aus dem Baumarkt lohne sich ein Blick auf die Verpackung, ob diese beispielsweise Torf enthalte. Torf gehöre ins Moor und nicht in den heimischen Garten, denn gerade Moore seien Kohlenstoff-Speicher, die Unmengen an CO binden.

Frösche sind in dem Naturgarten ebenfalls zahlreich vorhanden. Foto: acf

Wer einen kleinen Beitrag leisten wolle, könne auch Insektenhotels bauen und diese im Garten aufhängen. Zudem sei auch die Bepflanzung von Baumscheiben eine sinnvolle Sache.

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