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Dieter Rös entdeckt in der Pandemie seine Leidenschaft für die Modelleisenbahn wieder

Märklin ist nichts fürs Abstellgleis

Lüdinghausen

Von wegen verstaubt – Märklin-Fan Dieter Rös räumt in seinem Hobby-Raum mit allen Vorurteilen gegenüber der Modelleisenbahn auf. Mit seiner historischen Dampflok aus der Kindheit nimmt er die WN mit auf eine rasante Fahrt durch den modellierten Mikrokosmos.

Ann-Christin Frank

Märklin-Modellbahn-Fan Dieter Rös hat sich in seinem Keller einen Raum für sein Hobby geschaffen. Foto: acf

Über eine Miniaturbrücke schnauft eine alte Dampflok durch die Landschaft, am Hauptbahnhof fährt der ICE ein, und etwas weiter hinten – zwischen etlichen Miniaturhäusern, Bäumen und Bergen – setzt sich der Talent-Zug in Bewegung. Der Raum in Dieter Rös‘ Keller gleicht einem Mikrokosmos. Eine detailverliebte nachmodellierte Welt, in der er auch einige bedeutende Stationen eingebaut hat, die seinen Lebensweg ausmachen.

Die Märklin-Eisenbahn begleitet Dieter Rös schon sein Leben lang. „Im Alter von 13 Jahren habe ich die erste Anlage gebaut“, sagt der Lüdinghauser, der im vergangenen Pandemie-Jahr seine alte Leidenschaft wiederentdeckt hat. „Ich besaß immer noch einige Züge und Waggons von früher sowie meine alte Dampflok“, sagt Rös, der in Dortmund aufgewachsen ist, sodass die Ruhrpott-Romantik sich auch in seiner Sammelleidenschaft widerspiegelt. Die Schriftzüge „Dortmunder Kronen“ und „Union Bier“ zieren beispielsweise einige historische Märklin-Waggons.

Modellbahn-Fan seit der Kindheit

Als seine vier Kinder klein waren, da habe er auch für die Kids ein paar Strecken aufgebaut und mit ihnen zusammen gespielt. Doch zuletzt sei es eher seine Leidenschaft fürs Recherchieren gewesen, die ihn dazu gebracht habe, wieder nach alten Märklin-Zügen oder Eisenbahn-Klassikern im Internet zu schauen – und sich daraufhin einen extra Raum für sein Hobby einzurichten.

Dieter Rös besitzt auch historisch Waggons aus seiner Kindheit, die etwas Ruhrpott-Romantik vermitteln. Foto: acf

„Viele denken bei Modelleisenbahnen an ein etwas verstaubtes Hobby, bei dem irgendwelche Einzelgänger alleine in ihrem Keller hocken und damit spielen. Dem ist ja bei Weitem nicht so“, sagt Rös und möchte zugleich mit einigen Vorurteilen aufräumen. Dass die Modelleisenbahn noch lange nicht aufs Abstellgleis gehört, haben die Verkaufszahlen in der Pandemie bewiesen, denn da haben einige – wie Dieter Rös – ihr altes Hobby neu entdeckt.

Mikrokosmos Märklin

Zu diesem gehöre laut dem Märklin-Fan weitaus mehr, als die Züge nur in der Runde fahren zu lassen. „Es geht darum, die Strecken so zu konstruieren, dass alle Züge dort in beide Richtungen fahren können, daher muss man sich gut mit Elektrotechnik auskennen.“ Dieter Rös hat bei seiner Modellbahn sogar einige historische Loks aus seiner Kindheit digital umgerüstet. Auch die Landschaft, durch die die Modelleisenbahn fährt, hat Rös eigenhändig mit Kunstrasen und Basalt entworfen. Besonders spektakulär kommt die kleine Welt der Modellbahn allerdings in der Dunkelheit zur Geltung. Wenn Rös in seinem Keller das Licht ausschaltet, dann leuchten viele kleine Lampen in den Häusern, am Bahnhof und selbst in den Märklin-Wagen.

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