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Lüdinghauserin Milea Henning ist Schlagwerkerin

„Ohne Musik gibt‘s mich nicht“

Lüdinghausen

Ihr Talent wurde schon als Achtjährige entdeckt. Damals bekam Milea Henning ihr erstes Schlagzeug geschenkt. Mittlerweile spielt die 17-Jährige in verschiedenen klassischen Orchestern. Zudem wurde sie erst jüngst mit dem Jugendkulturpreis 2021 der Stadt Wuppertal ausgezeichnet.

Peter Werth

Milea Henning hat das Schlagwerk – hier am Marimbaphon – schon als Achtjährige für sich entdeckt. Foto: privat

Begonnen hat wohl schon alles im Kindergarten, erinnert sich Milea Henning. Damals habe sie als Dreijährige bei der Hochzeit einer Erzieherin zur Melodie des Queen-Hits „We will rock you“ auf eine Trommel geschlagen. „Mit acht Jahren habe ich mein erstes Schlagzeug bekommen“, erzählt die 17-Jährige. Ihr Talent sei recht schnell sicht- und auch hörbar geworden. Mittlerweile spielt die Oberstufenschülerin des St.-Antonius-Gymnasiums in diversen klassischen Orchestern das Schlagwerk – das sind die Schlaginstrumente im Sinfonieorchester. Dazu gehören unter anderem Pauken, Trommeln, Becken, Glocken, aber auch Marimbaphon und Triangel.

Mit neun Jahren habe sie sich dann von der Popmusik mehr und mehr verabschiedet. Seither spielt sie im Jugendsinfonieorchester des Musikschulkreises Lüdinghausen. Aber das, so erzählt sie, sei längst nicht alles. Seit 2017 ist sie Paukistin im Westfälischen Jugendsinfonieorchester der Westfälischen Schule für Musik Münster, seit 2018 ist sie Mitglied im Schlagzeugen­semble „Splash NRW“. Vor knapp zwei Wochen wurde die junge Musikerin zudem mit dem Jugendkulturpreis 2021 der Stadt Wuppertal ausgezeichnet. Der Lohn der Mühe: die Teilnahme an den Internationalen Meisterkursen im Rahmen des Wuppertaler Musiksommers in diesem Jahr. Und dazu ein Auftritt beim Preisträgerkonzert im August.

Geübt wird im Keller der Großeltern in Lüdinghausen

„Lange ist das Schlagwerk nur als Begleitinstrument in der Klassik betrachtet worden“, erklärt die Lüdinghauserin, „aber es gibt etwa bei Beethoven oder Dvorak auch Soloparts.“ Ihr macht das Spiel in einem großen Orchester besonderen Spaß. Beim „Tutti“ – wenn alle Ins­trumente zusammen erklingen – werde „eine unfassbare Wucht“ erzeugt. „Das ist ein Gefühl der Kraft, die auf einen einwirkt und deren Teil man selbst sein darf“. Das Schlagwerk im Orchester habe eine ganz besondere Funktion. „Ich sorge dafür, dass das passende Gefühl rüberkommt. Das Schlagzeug ist ein Effektinstrument“, beschreibt dies Milea Henning, die bei Bedarf Sturm oder Gewitter erzeugen kann. Um das überzeugend darstellen zu können, ist viel Übung nötig. Die 17-Jährige nutzt dafür unter anderem einen Kellerraum im Haus der Großeltern. Seit dem Wintersemester 2018 ist sie zudem Jungstudentin der Jugendakademie Münster, dem Begabtenförderungsprojekt der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule Münster. Dort erhält sie neben praktischem Unterricht auch regelmäßig theoretisches Rüstzeug.

Konzertreisen nach Italien und Japan

Die Musik hat sie bereits jetzt auf Konzertreise geschickt. Zweimal war sie mit dem Dortmunder Jugendorchester auf Tournee in Italien. Und im Sommer 2019 flog sie mit dem Sinfonischen Jugendblasorchester der Rheinischen Musikschule Köln für vier Konzertauftritten in die japanischen Städte Osaka und Kyoto.

Ihren Berufswunsch formuliert Milea Henning ohne Zögern. Sie möchte in einem großen Orchester als Schlagwerkerin wirken. „In zwei, drei Jahren möchte ich an einer der Musikhochschulen in München, Berlin, Wien oder Salzburg studieren“, steckt sie ihr Ziel hoch. Denn eines ist für sie sicher: „Ohne Musik gibt‘s mich nicht.“ Durch sie habe sie viele Freunde gefunden.

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