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Mitmach-Projekt soll Angebote verbessern

Mehr Inklusion im Sport

Kreis Coesfeld

Sportangebote für Menschen mit Beeinträchtigung – was gibt es da überhaupt? Was können Vereine besser machen? Was Kitas und Schulen? „Inklusion ist zwar in vielen Bereichen angekommen, aber oft fehlen wichtige Puzzleteile, um sie erfolgreich umzusetzen“, sagt Ruth Büscher, die das landesweite Projekt „Inklusion vor Ort“ leitet. Der Kreis Coesfeld ist dabei eine von drei ausgesuchten Modell-Regionen. „Hier sollen Lösungen für den ländlichen Raum beispielhaft gesucht werden“, erklärt Büscher. Die DJK Sportverbände Münster und Köln bringen in dem Mitmach-Projekt Sportvereine, Kommunen, Schulen, Kitas, Träger der Eingliederungshilfe und Selbsthilfegruppen sowie alle Interessierte im Kreis Coesfeld zusammen, um inklusiven Sport vor Ort für alle zu ermöglichen.

Von Viola ter Horst

Freuen sich auf viele Mitwirkende: v.l. Kathrin Dette (Projektkoordination, DJK Münster), Alexander Bergenthal (Kreissportbund), Ruth Büscher (Projektleitung, DJK Köln), Birgit Pütter (Vorstand, DJK Eintracht Coesfeld e.V.), Alexandra Wegener (Inklusions-Lotsin, DJK ), Wolfgang Tettenborn (Vorstand, DJK DV Münster). Foto: Foto: Viola ter Horst

„Es gibt bereits tolle inklusive Sportangebote, doch diese erreichen längst nicht alle“, erklärt Büscher im Pressegespräch. Manchmal seien die Angebote auch gar nicht bekannt. „Betroffene kommen nicht unbedingt auf die Idee, dass es vor Ort Rollstuhl-Tennis gibt“, nennt sie ein Beispiel. Gleichzeitig gebe es immer wieder Hürden bei der Umsetzung. Das bis 2024 angelegten Mitmach-Projekt soll konkrete Hilfen, Beratungen, Fortbildungen oder auch Fördermittel für inklusive Sportangebote oder -feste anbieten. Alexander Bergenthal vom Kreissportbund Coesfeld und ermutigt alle Interessierten, Sportler, Vereine und Organisationen mitzumachen. Lücken bestehen zum Beispiel bei der Qualifizierung von Übungsleitern oder bei Finanzierungsmöglichkeiten für inklusive Angebote. „Oder einfach bei Fahrdiensten“, so Birgitt Pütter von DJK Coesfeld Eintracht als Netzwerkpartner und erfahrener Inklusions-Akteur. Die DJK Coesfeld bietet schon seit 25 Jahren Sport für und mit Menschen mit Behinderung. „Die Verschmelzung mit dem Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport VBRS bereitete den Weg“, erläutert Inklusions-Lotsin Alexandra Wegener von der DJK Coesfeld. Inzwischen falle es gar nicht auf, ob ein Kurs inklusiv sei oder nicht. „Die Vielfalt ist normal.“ Im Gesundheitszentrum des Vereins ist es nichts Ungewöhnliches, dass dort vereinseigene Rollstühle und Rollatoren bereitstehen.

Aber vom Knowhow eines Sportvereins wissen nicht unbedingt andere Akteure.

Die ersten Treffen zeigten, dass manchmal nur der Austausch fehlte, um das Thema weiter voranzubringen, berichtet Pütter. So hätten Vertreter einer Kita erklärt, dass ihnen für eine integrative Eltern-Kind-Gruppe ein Motopäde fehlte. „Schnell stellte sich heraus: Wir haben da jemanden.“ Und so habe man zueinander gefunden, damit das Angebot laufen kann.

Umfrage zu Erfahrungen und Wünschen

Neben dem Kreis Coesfeld sind die Stadt Dortmund und der Rhein-Erft-Kreis weitere Modell-Regionen. „Inklusion vor Ort“ wird gefördert durch die Stiftungs-Wohlfahrtspflege NRW und wissenschaftlich durch das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) begleitet. Erfahrungen und Wünsche rund um Inklusion im Sport können in einer Umfrage geteilt werden: https://ww3.unipark.de/uc/inklusion_vor_ort_Muensterland

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