1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Mehr Jugendbeteiligung – aber wie?

  8. >

Die Grünen bringen mit Anträgen eine App und weitere Formate ins Gespräch

Mehr Jugendbeteiligung – aber wie?

Kreis Coesfeld

Kinder und Jugendliche verstärkt am politischen Diskurs teilhaben lassen – dieses Ziel wollen sie alle verfolgen. Doch bei der Frage nach dem Wie waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Schule und Integration am Montagabend nach den beiden Anträgen der Grünen noch uneins. Konkret regen die Grünen an, sich über die Einrichtung einer kreisweiten Jugend-App bei den Kommunen Voerde und Wesseling zu informieren, wo dies bereits geschehen ist. Ein zweiter Antrag zielt auf die Bildung eines Jugendparlaments ab.

Von Florian Schütte

Jugendparlamente – wie hier in Herne – gibt es schon in mehreren Kommunen. Auch eine Option für den Kreis Coesfeld? Foto: Foto: Stadt Herne

„Kinder und Jugendliche haben durchaus Anspruch auf eine Stelle, die solche Beteiligungsformate befördert und koordiniert“, begründete Mareike Raack den Antrag ihrer Fraktion. Ludger Wobbe (CDU) warf jedoch ein, dass es sich bei den Beispielen für eine Jugend-App um Kommunen handele. „Der Kreis hat eine andere Funktion“, sah Wobbe die Aufgabe bei den Städten und Gemeinden. „Eine Jugend-App, die kreisweit agiert, ist aber sinnvoller als eine, die nur im Kleinen eingesetzt wird“, entgegnete Raack. Auch Johannes Waldmann (SPD) sprach sich dafür aus, Vertreter aus den Kommunen zu ihren Erfahrungen zu befragen. Josef Lütkecosmann meinte jedoch, dies sei nur sinnvoll, „wenn wir genau wissen, was wir wollen“.

„Ich finde den Vorschlag gut, aber ich habe auf Kreisebene ein solches Angebot noch nicht gefunden“, sagte Dezernent Detlef Schütt und schlug vor, das Thema vertieft im Jugendhilfeausschuss nächste Woche Donnerstag (2. 12.) zu behandeln. Dem stimmte auch Ludger Wobbe zu, der mit Blick auf den zweiten Antrag zu weiteren Beteiligungsformaten auch aus persönlicher Erfahrung berichtete. So sei das Interesse an einem Jugendbeirat in Ascheberg bereits bei der dritten Sitzung auf null gesunken. Dennoch sollten seiner Meinung nach Jugendparlamente bei den einzelnen Kommunen angesiedelt sein, die sich größtenteils auch schon auf den Weg gemacht hätten. „Die brauchen dann keine schlaue Beratung vom Kreis“, betonte Wobbe. Auch Johannes Waldmann sprach sich dafür aus, diese Aufgabe bei den Städten und Gemeinden zu verankern und außerdem Vereine und weitere Institutionen mit ins Boot zu holen. Barbara Kehrmann (UWG) sah ebenfalls „die Zeit noch nicht reif“, für die Ansiedlung einer solchen Stelle beim Kreis.

Mareike Raack bekräftigte noch einmal, dass es keine Stelle sein soll, „die von oben herab den Kommunen vorschreibt, was zu tun ist“. Es gehe vorrangig darum, „Qualitätsmerkmale“ zu erarbeiten, „wie ein Jugendbeirat funktioniert“, um dieses Wissen dann an die Kommunen weiterzugeben.

Im Zuge der Haushaltsberatungen befasst sich nun als nächstes der Jugendhilfeausschuss am Donnerstag (2. 12.) um 16.30 Uhr in öffentlicher Sitzung im Kreishaus I mit dem Thema.

Startseite
ANZEIGE