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Halbjahresbilanz für den Ausbildungsmarkt

Mehr Stellen, weniger Bewerber

Kreis Coesfeld

Die Chancen auf eine gute Ausbildungsstelle und anschließend auf einen attraktiven Job werden für Bewerber immer größer. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Das untermauern die Zahlen, die die Agentur für Arbeit Coesfeld gestern sechs Monate nach dem Start in das aktuelle Ausbildungsjahr vorlegte.

Von Viola ter Horst

Trotz guter Ausbildungsabgebote geht die Schere immer weiter auseinander: Es gibt jedes Jahr mehr Ausbildungsstellen und die Zahl der Bewerber fällt. Foto: Foto: Pixabay

Mit 1602 betrieblichen Ausbildungsstellen meldeten die Unternehmen im Kreis Coesfeld bislang einen langjährigen Höchststand. Das Jahr davor waren es 1511 und in 2019/20 warenes 1422. Gleichzeitig ist die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Bewerber aus dem Kreis Coesfeld erneut gefallen. Die Schere geht immer weiter auseinander: Waren es 2019/20 noch 1205 Bewerber, fiel die Zahl im Coronajahr 2020/2021 auf 1050 und nun weiter auf 952. „In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, wird für die Unternehmen immer wichtiger. Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist trotz aller Herausforderungen ungebrochen. Das spiegelt sich hier deutlich wieder“, sagt Rolf Heiber, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld, in der Halbjahresbilanz.

Trotzdem: Von den 1602 Stellen waren im März 2022 immer noch 1005 nicht besetzt. Demgegenüber standen 430 der 952 Bewerber, die noch keine Stelle gefunden haben. „Hier wird sich in den kommenden Monaten noch einiges bewegen“, schätzt Heiber. „Erfahrungsgemäß melden Arbeitgeber auch in den kommenden Wochen noch weitere Ausbildungsstellen. Jugendliche, die noch auf der Suche nach dem passenden Berufseinstieg sind, sollten die Angebote nutzen und sich unbedingt bei uns melden.“

Ein weiteres Thema befeuert den hohen Bedarf an Nachwuchskräften: In vielen Unternehmen geht ein großer Teil der Beschäftigten in den nächsten Jahren in Rente. Die Unternehmen werden nach Beobachtungen des Arbeitsmarktexperten immer kreativer, um jungen Menschen Ausbildungen attraktiver zu machen.

Besonders liegt Heiber die Empfehlung am Herzen, dass die Jugendlichen die Praktikumsmöglichkeiten nutzen: „In den vergangen zwei Jahren war das durch die Pandemie mitunter schwierig.“ Nun bieten die Arbeitgeber aber gerne wieder Praktika an. „Die persönlichen Eindrücke aus einem Praktikum sind durch nichts zu ersetzen“, betont Heiber.

Auch der Kreis Coesfeld will verstärkt etwas gegen den Fachkräftemangel unternehmen. Der Kreistag stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch bei einer Enthaltung einem CDU-Antrag zu. Danach sollen, wie bereits berichtet, gemeinsam Strategien und Maßnahmen entwickelt werden. Dazu sollen sich Vertreter der Berufskollegs, der Kreishandwerkerschaft, der IHK, der Wirtschaftsförderung des Kreises wfc und der Agentur für Arbeit, des Jobcenters sowie Vertreter der Kreisverwaltung und Kreispolitik an einen Tisch setzen. Eine Bestandsaufnahme soll erstellt und kritisch beleuchtet werden, Kampagnen und Aktionen entwickelt werden.

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