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Auswirkungen Corona-Pandemie auf Sportvereine / Fehlende Bewegung führt zu Nachholbedarf

Mitgliederzahlen ziehen wieder an

Kreis Coesfeld

Keine Alarmglocken zwar, aber doch ein leichtes Warnsignal hört Jens Wortmann vom Kreissportbund bei den Rückmeldungen der Sportvereine im Kreis Coesfeld: „Insgesamt sind sie relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, sagt Wortmann. Nach Verlusten ziehen die Mitgliederzahlen inzwischen wieder an. Ausgewirkt habe sich die Pandemie insbesondere auf das ehrenamtliche Engagement. „Vereine berichten davon, dass Ehrenamtliche aufgehört haben und manchmal auch nicht zurückgekommen sind.“ Es sei schwierig, dann die Angebote wieder wie gehabt zu stemmen. Vieles sei aber inzwischen erfolgreich wieder im Aufbau.

Von Viola ter Horst

Leichtathletik zählt zu den beliebtesten Sportarten im Kreis Coesfeld. Die fehlende Bewegung während der Corona-Pandemie führt zu Nachholbedarf – besondern bei Kindern und im Rehabereich. Foto: Foto: Archiv

Die fehlenden Bewegungszeiten in der Coronazeit hätten sich vor allem auf die motorische Entwicklung von Kindern und die Gesundheit von Teilnehmenden im Gesundheits- und Rehabilitationssport ausgewirkt. „Da gibt es Nachholbedarf“, sagt Wortmann. Die Sicherstellung der Schwimmfähigkeit bleibe auch für die nächsten Jahre eine wesentliche Aufgabe. Erste Initiativen von Vereinen, Bädern und Kommunen weisen laut Kreissportbund „in eine gute Richtung“.

Die Pandemie-Auswirkungen auf die Sportvereine sind heute auch Thema im Sportausschuss (16.30 Uhr, großer Sitzungssaal im Kreishaus I in Coesfeld).

Vereinsinsolvenzen gab es keine. Die Mitgliederzahlen sind während der Pandemie unterm Strich moderat zurückgegangen. „Inzwischen konnte fast 75 Prozent des Mitgliederverlustes von 2020 zu 2021 wieder kompensiert werden“, so Wortmann. 69 557 Personen sind in einem Sportverein im Kreis Coesfeld zum 1.1.2022 Mitglied. Das ist ein Zuwachs von zwei Prozent – nach einem Rückgang von 2,7 Prozent im Vorjahr – vor der Pandemie hatten die Vereine 70 467 Mitglieder. Zwei Drittel der Vereine profitieren von dieser positiven Entwicklung und konnten Mitgliedergewinne verbuchen, nur zehn Prozent der Vereine verzeichnete im zweiten Coronajahr spürbare Rückgänge, alle anderen Vereine stagnierten oder wiesen moderate Rückgänge unter fünf Prozent auf. Aber es geht auch andersherum – in einigen Orten verzeichnen die Vereine mehr Mitglieder als vor der Pandemie: Olfen hat sogar 7,5 Prozent Zugewinne. Coesfeld 3,7 und Ascheberg 3,6 Prozent.

Die beliebteste Sportart im Kreis Coesfeld ist Fußball – mit über 20 000 Sportlerinnen und Sportlern. Es folgen Leichtathletik, Pferdesport und Turnen

Mitglieder in Sportvereinen

Im Kreis Coesfeld sind zum 1.1.2022 insgesamt 69 557 Menschen Mitglied in einem Sportverein, davon sind 30 163 bis 27 Jahre alt. Im Jahr davor waren es 68 161 und vor der Pandemie (Stand zum 1.1.2020) waren es 70 467.

- Ascheberg: 5840 (in Klammern: Stand zum 1.1.2021, zum 1.1.2020 vor der Pandemie: 5631, 5626)

- Billerbeck: 3549 (3612, 3957)

- Coesfeld: 13 316 (12 841, 13 879)

- Dülmen: 14 162 (13 892, 14325)

- Havixbeck: 3203 (3191, 3291)

- Lüdinghausen: 6579 (6471, 6626)

- Nordkirchen: 3363 (3308, 3375)

- Nottuln: 6033 (5924, 5754)

- Olfen: 3519 (3275, 3304)

- Rosendahl: 4491 (4425, 4500)

- Senden: 5502 (5603, 5830)

Beliebteste Sportarten

1. Fußball (20 599 Mitglieder)

2. Leichtathletik (5997)

3. Pferdesport (5923)

4. Turnen und Turnsportarten (5479)

5. Tennis (4720)

6. Behinderten- und Rehablitationssport (3182)

7. Rettungsschwimmen (3154)

8. Sportfischen (3108)

9. Golf (2653)

10. Handball (1396)

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