Außengastronomie darf wieder öffnen

Das Ende der „Saure-Gurken-Zeit“

Nottuln

Die Gastwirtinnen und Gastwirte atmen auf, die Gäste freuen sich mit ihnen: Die Außengastronomie darf seit Samstag wieder öffnen. Doch nicht jeder war sofort am Start.

Iris Bergmann

Ein frisch gezapftes Bier unter dem blauen Nottulner Himmel – seit Samstag ist das wieder möglich. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit und nahmen an den Tischen vor den Gaststätten Platz. Foto: Iris Bergmann

„Wir freuen uns schon sehr auf Gäste“, ist Arno Arning vom gleichnamigen Landgasthof im Stevertal glücklich. Die Nottulner Gastronomiebetriebe wurden am Mittwochabend quasi aus dem Corona-Tiefschlaf geweckt, als bekannt wurde, dass die neue Corona-Schutzverordnung ab dem 15. Mai (Samstag) eine Öffnung der Gastronomie- und Hotelbetriebe bei einer stabilen Inzidenz von unter Hundert erlaubt. Im Kreis Coesfeld war das der Fall – und so saßen in der Nottulner Gaststätte Böcker-Menke am Samstag ab 16 Uhr die ersten durstigen Gäste auf den Stühlen vor dem Traditionsbetrieb. Andere Betriebe brauchen noch etwas mehr Zeit zur Vorbereitung.

„Wir haben am Mittwoch davon erfahren, dass wir öffnen dürfen“, erzählt Robert Menke. Und es war ihm und seiner Frau Martina klar: Sie wollten dann auch sofort für ihre Gäste da sein. „Ich hab gleich Getränke geordert, und die ganze Familie hat angepackt und draußen alles hergerichtet – und auf ging‘s.“ Und wie es ging. Bereits kurz nach Öffnung am Samstagnachmittag war der Biergarten mit Blick auf den Kirchturm von St. Martinus voll besetzt, trotz der relativ kalten Temperaturen. Alle Gäste, bestätigte Menke, seien sehr diszipliniert gewesen und hätten ohne Aufforderung ihren Negativtest oder Impfausweis vorgelegt. „Und alle haben sich so mit uns gefreut.“

„Alle Gäste haben sich so mit uns gefreut.“

Auch Arno Arning und seine Angestellten freuen sich, dass es jetzt endlich losgeht. Und stolz ist Arning, dass nicht nur seine fünf Festangestellten, sondern auch alle Aushilfen seinem Betrieb die Treue gehalten und sich in der „Saure-Gurken-Zeit“ nicht umorientiert haben. Sein Hotelbetrieb war durchgehend geöffnet für Monteure oder Geschäftsreisende. Nun hofft er wieder auf viele Touristen.

Die Gastronomie will er am kommenden Freitag (21. Mai) ab 17 Uhr wieder öffnen. Bis dahin soll alles picobello hergerichtet sein im Landgasthof Arning. Aber nicht nur das. Arno Arning ist Optimist und denkt, dass bis dahin auch die Bedingungen für eine Inzidenz unter 50 erfüllt sein werden, sodass er dann auch die Innenräume öffnen kann. „Wir können draußen 30 Plätze schaffen, aber innen habe ich erheblich mehr.“

Hoffnung auf Öffnung der Innenräume

Holger Rosenboom von „Power‘s Pinte“ und dem Hotel Rosenboom in der Burgstraße hätte die Nachricht von der Öffnung beinahe verpasst, weil er über den Feiertag Christi Himmelfahrt familiär unterwegs war: „Mich rief am Donnerstagabend ein Gast an und fragte, wann ich denn aufmache.“ Da erst realisierte der Gastronom, dass er wieder öffnen darf. Dennoch entschied er sich, erst am kommenden Freitag (21. Mai) wieder Gäste zu empfangen. Denn: „Das Wetter ist doch nicht so, dass man gern draußen sitzt.“ Da er hauptsächlich Fisch auf der Speisekarte hat, sei ihm das Risiko viel zu groß, dass zu wenig Gäste kommen und er auf dem Fisch sitzen bleibt. Diesen einzufrieren ist für den Norderneyer keine Option. So spekuliert er darauf, ebenso wie sein Kollege Arno Arning, dass die Inzidenz unter 50 bleibt und er auch die Innenräume nutzen kann. Sorgen macht er sich indes wegen des fehlenden Personals. Denn: „Leider haben sich viele meiner Aushilfskräfte während der langen Schließung umorientiert“, bedauert er, bei allem Verständnis für sie. Nun, mit der Öffnung am Freitag, beginnt auch seine Suche nach neuem Personal, zumal auch der Hotelbetrieb wieder ins Rollen kommen wird. „Irgendwie muss das laufen.“

Auch Hotelbetrieb startet durch

Dass es jetzt läuft, freut auch Christian Driever, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Nottuln. Er las sich noch am Mittwochabend durch die neue Corona-Schutzverordnung und schickte diese am Himmelfahrtstag an die Gastronomiebetriebe der Gemeinde weiter. „Es hat mich für die Unternehmer einfach sehr gefreut“, sagt er. „Es ist mehr als nur ein Silberstreif am Horizont.“

Was zu beachten ist

Die Gastronomie- als auch Hotelbetriebe der Gemeinde Nottuln dürfen seit dem 15. Mai (Samstag) unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen, da die Inzidenz im Kreis Coesfeld stabil unter dem Wert 100 liegt. Gäste müssen jedoch Formalien erfüllen. Sie müssen entweder den Impfpass mit der Bestätigung der zweiten Impfung, die mindestens 14 Tage her ist, in Verbindung mit dem Personalausweis vorlegen oder eine Bescheinigung, dass sie von Corona genesen sind und diese Genesung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, in der Tasche haben oder einen negativen Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, dabeihaben. Sollte die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen (Sonn- und Feiertage werden nicht mitgezählt, unterbrechen aber die Folge nicht) unter dem Wert von 50 bleiben, dürfen die Gas­tronomen ihre Gäste auch im Innenraum bewirten. Weiterhin vorzulegen sind dann die Nachweise des negativen Testes, der Genesung oder der zweiten Impfung.

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