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Pop-Art in Nottuln

Ein Traum aus Bronze und Nickel

Nottuln

Nach der coronabedingt langen Kulturpause erfreut eine neue Kunstausstellung in Nottuln mit Werken des Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer. „Die Bilder und Figuren von Heiner Meyer machen gute Laune, haben eine Frische und Heiterkeit“, sagt Galeristin Dr. Gabriele Hovestadt.

Iris Bergmann

Das Kulturleben in der Gemeinde nimmt wieder Fahrt auf. In der Galerie von Dr. Gabriele Hovestadt (3.v.l.) wurde am Samstag eine Ausstellung mit Werken des deutschen Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer (rechts an der Minnie-Mouse-Skulptur) eröffnet. Foto: Iris Bergmann

Sie zieht alle Blicke auf sich. Ihr wunderschöner warmer Glanz und die Makellosigkeit ihrer Oberfläche lassen die Hand automatisch ausstrecken, um sie zu berühren. Aber das ist streng verboten. Für die glänzende „Great Minnie Mouse“ gilt: Nur gucken, nicht anfassen! Die wunderschöne Figur des deutschen Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer war unbestritten der „Hingucker“ auf seiner Vernissage in der Nottulner Galerie Hovestadt am Samstagnachmittag.

Künstlerisches Schwergewicht

Dr. Gabriele Hovestadt war es einmal mehr gelungen, mit Meyer ein künstlerisches Schwergewicht in die Baumbergegemeinde zu holen. Entsprechend freute sich die Galeristin: „Das ist wie ein Neubeginn nach der schweren Zeit der Pandemie“, findet sie. „Die Bilder und Figuren von Heiner Meyer machen gute Laune, haben eine Frische und Heiterkeit.“ Und natürlich begrüßte sie, dass sich endlich wieder Menschen in der Galerie einfinden können. „Meine Galerie soll ein Ziel sein, wo man sich trifft, sich austauscht und auch etwas entdecken darf“, lädt Hovestadt ein.

Zu entdecken gab es vieles auf der Vernissage. Die Bilder von Heiner Meyer sind anders als die Pop-Art der amerikanischen Künstler wie zum Beispiel Andy Warhol oder Roy Lichtenstein, die meist einen bestimmten Gegenstand oder eine Person in den Fokus rücken. Wer kennt sie nicht, die Campbell- oder Cola-Dosen oder das Portrait von Marilyn Monroe.

Werke erzählen eine Geschichte

Heiner Meyers Pop-Art unterscheidet sich von der der amerikanischen Künstlerkollegen. „Was du machst ist deutsch, du erzählst eine Geschichte“, haben sie ihm gesagt. Und das stimmt. Da sind dann zum Beispiel der Held Popeye und seine Freundin Olivia zusammen mit einer Texaco-Tankstelle verewigt. Oder der in Bielefeld lebende Künstler bringt mit Mickey Mouse oder Bugs Bunny einen „Reißeffekt“, wie bei einer Litfaßsäule, an der die oberste Plakatschicht sich teilweise löst und das darunterliegende Plakat freilegt.

"Clash of the Titans" lautet der Titel dieses Ölbildes des deutschen Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer. Foto: Heiner Meyer

Eines haben beinahe alle Bilder, die von Heiner Meyer in der Galerie Hovestadt hängen, gemein: Sie zeigen berühmte Schauspieler oder Zeichentrickfiguren und versetzen die Betrachter unweigerlich zurück in die Kindheit, als sich die Familie vor dem Fernseher zu Serien wie Bugs Bunny, Rosaroter Panther oder eben Popeye versammelte. So hat der Titel der Ausstellung „Something to remember“ seine Berechtigung: Die Werke rufen Erinnerungen wach und werden sicher auch in Erinnerung bleiben.

Mit Fünf-D-Mark-Münzen angefangen

Skulpturen zu erschaffen wie die „Great Minnie Mouse“, gehört ebenfalls zu Meyers künstlerischem Tun. „Als erstes habe ich seinerzeit geschredderte Fünf-D-Mark-Münzen, die ich von der Münzanstalt bekam, eingeschmolzen und Onkel-Dagobert-Figuren gemacht“, erzählt Heiner Meyer. Nachdem die Münzen aufgebraucht waren, hat er neue Legierungen ausprobiert. Und so entstand die Minnie Mouse aus einer Legierung von Bronze und Nickel. Und diese Mischung macht den wunderbar warmen Glanz aus, der die Betrachter so sehr verlockt, die Hände nach ihr auszustrecken . . .

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