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Reitsport: Hans-Jürgen Meyer

Macher im Unruhestand

Nottuln

Früher ist er selbst erfolgreich geritten. Heute engagiert er sich im Reitsport: Hans-Jürgen Meyer hat sich einige vorgenommen.

Thomas Austermann

Als Unternehmer weltweit gefragt und gefordert, widmet sich Hans-Jürgen Meyer auf dem Familienhof nahe Nottuln noch immer der Förderung des Reitsports, aus dem er selbst kommt und in dem er selbst auch erfolgreich war. Foto: Thomas Austermann

Ein Routinier und erfolgreicher Unternehmer tritt an, den 1967 in Münster gegründeten Förderkreis Olympische Reiterspiele e.V. (FORS) in eine neue Ära zu führen. Hans-Jürgen Meyer aus Nottuln, mit Familie daheim auf einem traumhaft schönen eigenen Gräftenhof, wählt auch mit 68 Jahren gerne die Herausforderung statt den Ruhestand.

„Ja, ich könnte mich auf meine Scholle setzen und den Tag genießen“, sagt der einst als Dressurreiter hoch erfolgreiche Meyer, der auch nach seiner bis Ende der 1970er-Jahre währenden aktiven Karriere dem Pferdesport treu blieb. Als ehrenamtlicher Funktionär mit Visionen, als Züchter mit eigenem Dressurstall, als Förderer und Berater. Meyer ist der Unruheständler mustergültiger Ausprägung. Das weiß die Szene zu schätzen. Die FORS-Führung übernahm er jetzt, „weil mich solche Projekte reizen. Unser Präsidium steht als neues Team für einen neuen Weg.“

Breit aufgestellter Förderkreis

Der Förderkreis, dessen Gründungspräsident Dieter Graf Landsberg-Velen war, beteiligt sich als Besitzer an Pferden, bringt Rösser und Reiter zusammen, unterstützt Sportlerinnen und Sportler bei den laufenden Kosten. Er verbindet zwei Seiten: Hier Sponsoren, Mäzene, Unternehmer – dort die talentierten Asse, die nachweislich das Format haben, auf internationalen Meisterschaften zu starten. Und ein entsprechendes Klasse-Pferd brauchen. „Unterstützt werden nur jene, die zuvor von Bundestrainern als förderungswürdig charakterisiert wurden“, erklärt Meyer, dass nicht der FORS die Kandidaten auswählt, sondern die Experten.

Jahrelang gehörte in der Regel mindestens ein deutsches Pferd auf Championaten ganz oder teilweise dem Förderverein. Der hat alle Disziplinen im Blick – ob Spring- oder Dressursport, Fahrsport, die Vielseitigkeit, den Modernen Fünfkampf und den Reitsport für Menschen mit Handicaps. Meyer weiß, dass der bestens aufgestellte Springsport gut für sich selbst sorgen kann, die Dressursparte wie die Vielseitigkeit aber der FORS-Unterstützung bedürfen. „Unser neuer Kreis ist entsprechend unserer Philosophie aufgestellt: Im Präsidium findet jede Disziplin einen Ansprechpartner. Wir wollen in die Breite gehen und von uns aus wieder aktiver werden“, erläutert Meyer.

Experten wählen zu Fördernde aus

Dass er sich ein Stück weit verpflichtet fühlt, führt er auch aus. Der letzte und rund 30 Jahre lang amtierende Präsident Hans-Dietmar Wolff (Warendorf), im Sommer 2020 verstorben, war sein Freund. „Ich habe ihm versprochen, mich zu kümmern“, sagt Meyer. Unter Wolff fokussierte sich der Förderverein auf die Vielseitigkeit und wirkte zuletzt eher im Stillen.

Beachtliche Beträge steuerte er gleichwohl. In den vergangenen 20 Jahren pro Kalenderjahr im Schnitt 200 000 Euro. Meyer und Mitstreiter machen sich auf den Weg, „in der Ansprache mit neuer Kommunikation aufzutreten.“ Mit dem Mut eines Machers, zum Wohle des Reitsports.

Zur Person

Hans-Jürgen Meyer war von 2014 bis 2016 Präsident des Deutschen Reiter- und Fahrerverbandes (DRFV). Als junger Mann ritt er, in den Dressursport eingewiesen von Reiner Klimke, erfolgreich bei Westfälischen und Deutschen Meisterschaften, war Mitglied des Goldmedaillen-Teams bei den ersten Europameisterschaften der Jungen Reiter in Stockholm 1974. Der Unternehmer und Investor mit weltweiten Kontakten erwarb 1989 nahe Nottuln einen 1801 erbauten Gräftenhof und erweiterte das Anwesen mit großem Geschick zur modernen Wohn- und Reitanlage. Hier lebt er mit seiner Frau Irina, den Töchtern Svenja Kämper-Meyer und Carde Meyer sowie deren Familien. Die drei Frauen sind allesamt erfolgreiche Dressurreiterinnen.Den FORS führt Meyer nun gemeinsam mit Vize Prof. Dr. Dietrich Baumgart (Düsseldorf), Diplom-Ingenieur Gerd von Spieß (Dortmund), Diplom-Kaufmann Franz Bürmann (Tespe) und Rolf Schettler (Haltern).

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