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Agravis-Logistikzentrum

Millionenschwerer Umzug nach Nottuln

Nottuln/Münster

Das Logistikzentrum in Münster-Loddenheide ist der Agravis schon lange zu klein. Jetzt gibt es eine neue Option in der Region. In Nottuln soll ein hochmodernes neues Zentrum entstehen.

wn

Stellten die Pläne in Nottuln vor (v.l.): Markus Menne, Leiter des Agravis-Bereichs Logistik, Nottulns Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und Fachbereichsleiter Jonas Sonntag sowie Michael Grewe, Geschäftsführer der Raiffeisen Steverland eG, Werner Schulze Esking, Agravis-Baubeauftragter, und Jörg Sudhoff, Vorstandsmitglied Agravis Raiffeisen AG. Foto: Ludger Warnke

Die Agravis Raiffeisen AG möchte in Nottuln ein neues Logistikzentrum errichten. Es soll das aktuell an den Kapazitätsgrenzen arbeitende Distributionszentrum im Gewerbepark Münster-Loddenheide ablösen. Die Gemeinde Nottuln will die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, denn das Gewerbegebiet Beisenbusch müsste dazu in Richtung Norden erweitert werden. In der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen am 8. Juni (Dienstag) wird das Thema erstmalig von den Ratsfraktionen beraten.

Konkret geht es um eine rund 90 000 Quadratmeter große Fläche, die derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird. Auf einer Teilfläche von rund 14 000 Quadratmetern würde die Gemeinde Nottuln zudem die Chance erhalten, Gewerbe anzusiedeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Agravis.

„Der Handlungsdruck für unser Unternehmen ist spürbar.“

„Seit geraumer Zeit wissen wir, dass unser zentrales Distributionszentrum in Münster zu klein geworden ist und keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr bietet“, erläutert Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis. „Wachsende Volumen und Kundenanforderungen haben unsere Logistik in den vergangenen Jahren erheblich gefordert – der Handlungsdruck für unser Unternehmen ist spürbar.“

Das Logistikzentrum in der Loddenheide wurde 2007 eröffnet und in der Folge um eine Lagerhalle für den Onlineshop des Unternehmens erweitert. Weil schon heute die Kapazitäten im Gewerbepark nicht mehr ausreichen, unterhält die Agravis zusätzlich drei angemietete Außenlager im Stadtgebiet Münster.

Daher drängt die Umsetzung eines zukunftsorientierten Logistikkonzeptes. Die Beteiligung des genossenschaftlichen Verbundes ist der Agravis dabei besonders wichtig. „Es geht darum, gemeinsam zu nutzende Lagerlösungen zu entwickeln“, betont Dr. Köckler. Ziel ist es daher, für das künftige Zen­trallager Nottuln eine neue gemeinsame genossenschaftliche Gesellschaft zu gründen. Mit der örtlichen Raiffeisen Steverland eG gibt es bereits einen genossenschaftlichen Partner, der das Projekt unterstützt.

Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Steverland eG

„Wir sehen durch eine Zusammenarbeit die Chance, unsere Stückgut-Logistik zu optimieren, um so die Kundenbindung und Qualität der Auslieferung im Endkundengeschäft zu steigern“, erläutert Michael Grewe, Geschäftsführer der Raiffeisen Steverland. „Unsere Genossenschaften können sich perspektivisch beteiligen und von der gebündelten Schlagkraft im Verbund mit der Agravis profitieren“, ergänzt Dirk Köckler.

Erklärtes Ziel ist die Schaffung eines effizienten und in Summe flächensparenden Logistikkonzeptes. „Mit Nottuln als leistungsfähigem Distributionszentrum im Herzen der Region entfallen verschiedene Maßnahmen mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen und Flächenbedarf“, erklärt Köckler.

Zwischen 130 und 180 Beschäftigte werden am neuen Standort tätig sein. „Bei der Standortwahl Nottuln geht es uns auch um den Erhalt unserer überwiegend gewerblichen Arbeitsplätze, die wir heute in Münster anbieten“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Im Wesentlichen werden in dem Logistikzentrum wie auch schon heute in Münster landwirtschaftliche Bedarfsprodukte vorgehalten wie gesackte Futtermittel oder Saatgut sowie Haus- und Gartenartikel für circa 1000 Raiffeisen-Märkte.

Investition von rund 50 Millionen

„Wir haben mit den beteiligten Behörden sehr kons­truktive Vorgespräche geführt“, äußert sich Jörg Sudhoff, Ressortvorstand Logistik bei der Agravis, positiv über den bisherigen Abstimmungsprozess. Nottulns Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes erklärt dazu: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir ein so renommiertes Unternehmen wie die Agravis für Nottuln gewinnen könnten. Perspektivisch könnten dann noch weitere Gewerbeflächen hinzukommen.“ Die Agravis hofft daher auf einen Baubeginn zum Ende des Jahres 2022, um dann Anfang 2024 den Standort in Betrieb nehmen zu können. Das Investitionsvolumen dürfte bei rund 50 Millionen Euro liegen.

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