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Abo Wind AG informiert auf neuer Homepage

Windpark in Limbergen geplant

Dülmen/Nottuln

Direkt an der Gemeindegrenze zu Nottuln soll Wind geerntet werden. Das jedenfalls ist der Plan der Abo Wind AG, die dort einen Windpark plant. Noch ist allerdings ein weiter Weg zu gehen.

Kristina Kerstan

In Limbergen-Karthaus möchte die Abo Wind AG fünf Windkraftanlagen bauen. So weit wie auf diesem Archivbild aus Everswinkel ist es aber noch lange nicht. Foto: Meyer

Fünf Windenergieanlagen. Jeweils 179,5 Meter groß. Nennwert: 5,7 Megawatt. Das sind die Kennzahlen für einen Windpark, den die Abo Wind AG in Limbergen, zwischen Buldern, der Karthaus und Nottuln, plant. Hier soll, geht es nach dem Unternehmen, einmal Strom für rund 16 000 Haushalte produziert werden. Das vermeide den jährlichen Ausstoß von mehr als 34 000 Tonnen Kohlendioxid, erläutert Projektleiter André Rotmann.

Momentan stehen die Planungen jedoch noch relativ am Anfang. „Wir befinden uns noch lange nicht in der Bauphase“, so Rotmann. Zunächst muss die Stadt Dülmen den Flächennutzungsplan so ändern, dass auf dem Areal entlang der Kreisstraße 13 überhaupt Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Das soll noch in diesem Jahr passieren.

„Wir befinden uns noch lange nicht in der Bauphase“

Etwa im Spätsommer will Abo Wind, das sich nach eigenen Angaben die entsprechenden Flächen bereits gesichert hat, seinen Genehmigungsantrag für den Windpark Limbergen-Karthaus beim Kreis Coesfeld einreichen. „Wir rechnen damit, dass die Genehmigung etwa ein Jahr dauern wird“, erläutert Unternehmenssprecher Daniel Duben. Sollte der Kreis sein Okay geben, muss Abo Wind im Anschluss an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen und den Zuschlag bekommen, um bauen zu dürfen. Das ist für die zweite Jahreshälfte 2022 beziehungsweise das erste Quartal 2023 vorgesehen.

Ab dem zweiten Quartal 2023 sollen die fünf Anlagen des Herstellers Nordex (Nabenhöhe 105 Meter, Rotordurchmesser 149 Meter, Gesamthöhe 179,5 Meter) dann errichtet werden. „Wenn alles wie geplant laufe, könne der Windpark Ende 2023 ans Netz gehen“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Betreiben wird die Abo Wind AG den Park später jedoch nicht. „In der Regel planen und bauen wir die Anlagen und verkaufen sie dann schlüsselfertig“, sagt Duben. Und an wen? Das sei sehr verschieden, so der Sprecher. Zu den Käufern gehörten beispielsweise Stadtwerke, Unternehmen oder Genossenschaften. Der genaue Betreiber stehe etwa ein halbes Jahr vor Inbetriebnahme fest.

So sieht die Planung für den Windpark Limbergen-Karthaus auf der Grenze nach Nottuln im Groben aus. Foto: Grafik: Jürgen Christ

Bereits jetzt hat Abo Wind eine Webseite geschaltet, auf der über das Projekt informiert wird. „Wir suchen proaktiv den Dialog“, betont Duben, dass man die Öffentlichkeit frühzeitig informieren wolle. Normalerweise gebe es zudem eine Infomesse vor Ort, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies sei, wenn Corona es zulasse, auch hier vorgesehen.

Auf der Homepage äußert sich das Unternehmen auch zum Thema Artenschutz. Seit 2016 sei das Gebiet in Limbergen-Karthaus „mehrfach und umfangreich“ durch Umweltgutachten mit Blick auf „windkraftsensible Vogelarten“ untersucht und entsprechend kartiert worden. Zum Beispiel seien Brut- und Rastvögel erfasst, vorkommende Fledermausarten analysiert worden. Generell stehe man im engen Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld. „Nach heutigem Stand der durchgeführten Erfassungen bestehen im Planungsgebiet keine kritischen Befunde, die ein erhöhtes Tötungsrisiko windkraftsensibler Arten darstellen.“

Wie es mit den Abständen aussieht? Bis zu den nächsten Einzelgehöften betrage der mindestens etwa 450 Meter, so das Unternehmen. Von Siedlungsbereichen seien die Windräder zwischen zwei bis dreieinhalb Kilometer entfernt. Wichtig werden könnte hier noch ein neuer Gesetzentwurf des Landes.

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