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Mathias Mester zu Gast am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

Paralympics-Star: „Bleibt dran, gebt Gas“

Kreis Coesfeld

Ein Paralympics-Silbermedaillengewinner, siebenfacher Weltmeister und 17-facher Deutscher Meister hat viel zu erzählen. Über seine sportlichen und persönlichen Erfolge, Tiefpunkte und vor allem den unerschütterlichen Willen berichtete Mathias Mester aus Coesfeld – oder der „Weltmester“, wie er sich auch nennt – am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld. Mit der WDR-Sportreporterin Anne van Eickels stellte er sich den Fragen der Schüler des Differenzierungskurses Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Von Felix Brüggemann

„Jeden Tag, an dem man nicht alles gibt, macht es ein anderer“: Paralympics-Silbermedaillengewinner Mathias Mester stellt sich den Fragen der Berufsschüler; r. Radioreporterin Anne van Eickels. Foto: Foto: fb

Die Schüler wollten viel wissen: „Wie setzt du dir Ziele?“, „Wie war das Gefühl bei deinen ersten Paralympics?“, „Was hat dich Tag für Tag zum Training motiviert?“ Die Fragen beschäftigten sich häufig mit dem Thema Motivation, Wille und Antrieb. Diese Punkte seien insbesondere in Zeiten der Pandemie bei vielen Jugendlichen präsent, wie Ina Rupprecht, Beratungslehrerin am Oswald erklärt. „Die Motivation ist im Moment leider bei vielen Schülern das zentrale Problem.“

Weitere ernste Themen, wie die Rolle der Paralympischen Spiele und die Entwicklung der Inklusion, lockert der Coesfelder mit vielen humorvollen Erzählungen auf, bei denen er die Lacher auf seiner Seite hat: „Im Jugendfußball habe ich mal ein Kopfballtor gemacht. Die Gegner machen immer noch Straftraining.“ Anekdoten, von denen in seinem neuen Buch noch weitere zu lesen sind („Klein anfangen, groß rauskommen. Mein verrücktes Leben auf 142,5 cm“). Man merkt: Mester ist in seinem Element. Mit einer positiven, offenen und fröhlichen Art kann er die Schüler auf eine andere Weise als Lehrer oder Eltern erreichen. „Man muss Gas geben. Jeden Tag, an dem man nicht alles gibt, macht es ein anderer“, berichtet der ehemalige Profi-Leichtathlet. Auch Mester ging in seiner Karriere und seinem Leben durch schwere Zeiten, nicht nur aufgrund von Verletzungen. „Es ist wichtig, dass man sich professionelle Hilfe sucht. Dann kann man auch diese Zeiten schaffen und gestärkt aus ihnen hervorgehen.“

Seine Botschaft an die Schüler: Bleibt dran, gebt nicht auf, kämpft für eure Träume.

Die Fragen waren so zahlreich, dass das Quiz, auf das sich die Schüler im Unterricht vorbereitet hatten, aus Zeitgründen nicht mehr stattfinden konnte. Den inhaltlichen Abschluss bildete das kurzweilige Spiel „Beende den Satz.“ Hier bekannte sich Mester zum DJK Coesfeld, zeigte seine Lieblingsübung, das Berühren der Füße mit den Händen im Sitzen und ließ sich spontan dazu hinreißen, eine Idee für den Titel eines eventuellen zweiten Buches zu verraten: „Ich bringe Barrieren zum Fall.“

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