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      „Himmlischke Wiehnachten“ von Ulla Wolanewitz

Plattdeutscher Humor  in die Welt  geschickt

Kreis Coesfeld

We schriff, de bliff! Bei dieser Aussage könnte es sich um eine altbekannte plattdeutsche Redensart handeln. In diesem Fall kommt dieser wohlmeinende Hinweis von Ulla Wolanewitz.

Motive aus dem Kreis Coesfeld, aber auch von den Reisen der Macherin – gepaart mit witzigen plattdeutschen Sprüchen: Ulla Wolanewitz aus Nottuln präsentiert ihr neues Postkarten-Projekt. Foto: Foto: Thomas Sprenger

Zur Weihnachtszeit präsentierte die Buchautorin aus Nottuln, die 2019 für ihr Gesamtwerk mit dem Kreisheimatpreis Coesfeld ausgezeichnet wurde, in den letzten Jahren oftmals Bücher und Filme, die interessante Lebensbiographien beinhalteten. Dieses Mal schickt die kreative Journalistin eine Postkarten-Kollektion in die Welt mit dem Hinweis, selber zur Feder zu greifen. Postkarten gibt es zwar überall und Postkarten-Varianten in Hülle und Fülle, in „Plattdeutsch sind sie allerdings Mangelware“, sagt die Autorin, die diesem Defizit aktiv entgegenwirken möchte. Da findet sich dann mit „Himmlischke Wiehnachten und een glücksiälgs Niejaor“ in goldenen Lettern zwischen ebensolchen Sternchen auch gleich der richtige Segensgruß im westfälischen Idiom.

Auch wenn sich das Schreiben von Postkarten in Hochzeiten von Social-Media-Aktivitäten nicht gerade auf dem Höhepunkt befindet, bietet dieses „analoge“ Medium eine gute Möglichkeit, schöne Grüße und urige Redensarten weiterzugeben. „Witzige Postkarten werden gerne als Beigabe zu Geschenken und jeder Art von Dankeschön genutzt und verewigen sich in ihrer Originalität später oftmals an Kühlschränken und Pinnwänden“, so die Beobachtung der Autorin, die mit ihren kleinen, feinen „Exponaten“ gerne wieder einen Beitrag zur Erhaltung der liebenswerten Mundart leisten möchte.

Woher die Ideen stammen? „Von meinen Streifzügen durch die Abenteuerwildnis Alltag,“ schmunzelt Wolanewitz, die in der Vergangenheit vielfach als Reisejournalistin unter anderem in Gambia, Südafrika und Barbados unterwegs war und dabei viele Schnappschüsse einfing. Aber nicht nur dort ging das Nottulner Urgestein auf Fotopirsch, denn einige Motive stammen ebenso aus den Baumbergen oder dem Naturschutzgebiet Welte. Einzigartig dürfte deshalb die Kombination aus karibisch-afrikanische Impressionen und münsterländischem Lebensgefühl sein.

So ist es ein wunderschöner gambischer gelb-blauer Gecko, der verschmitzt in die Kamera schaut und die Tatsache „Muornstunn häff’ Blie inne Kunt (Morgenstunde hat Blei im Hintern) präsentiert.

Der plattdeutsche Humor scheint die Autorin auf allen Wegen zu begleiten. So kam ihr beim Besuch einer Strandbar von Bridgetown (Barbados) beim entspannten Genuss eines regionalen Rum-Punsch mit Blick auf die Boote folgender Nonsens in den Sinn: „Laot dat Water ut’n Buuk un denn Buuk ut’t Water (Lass das Wasser aus dem Buch und den Bauch aus dem Wasser).“

Die positive Affirmation „Si vögnögt un frai di un wenn di’t juckt, dann klai di (Sei vergnügt und freu dich und wenn s dich juckt, dann kratz dich) ist auf der Banderole zu lesen, die die Kollektion von zehn Postkarten zusammenhält.

0 „We schriff, de bliff“ als Kollektion mit zehn Postkarten gibt es in der AZ-Geschäftsstelle in Coesfeld (Rosenstraße) und in der Buchhandlung Heuermann in Coesfeld sowie in weiteren inhabergeführten Buchhandlungen im nördlichen Kreis Coesfeld.

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