1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Quintett buhlt um die Erststimmen

  8. >

CDU-Bewerber bei der Bundestagswahl Favorit im Wahlkreis 127 / „Bündnis C“ fehlen Unterschriften

Quintett buhlt um die Erststimmen

kreis Coesfeld. Ein Quintett buhlt voraussichtlich am 24. September im Wahlkreis 127 Coesfeld / Steinfurt II um die Erststimmen bei der Bundestagswahl. Wie Wolfgang Heuermann vom Wahlbüro der Kreisverwaltung gestern auf Nachfrage mitteilte, treten der Rechtsanwalt Marc Henrichmann (41) aus Havixbeck für die CDU, der Gewerkschaftssekretär Ulrich Hampel (51) aus Xanten für die SPD, der Bio-Landwirt Friedrich Ostendorff (63) aus Bergkamen für Bündnis 90/Die Grünen, der Diplom-Betriebswirt FH Daniel Fahr (40) aus Dülmen für die FDP und der Politikwissenschaftler Dr. Gernod Röken (66) aus Olfen für die Linke an. Nicht dabei ist nach Auskunft von Heuermann ein Vertreter der AfD. „Von dieser Partei habe ich nichts eingereicht bekommen“, sagte er.

Detlef Scherle

Foto: az

Dafür flatterte ihm – sogar als erster – ein Antrag von der Mini-Partei „Bündnis C“ auf den Tisch, die ihre Politik nach eigener Darstellung an christlichen Werten orientieren will. Für sie wollte der Programmierer Jens Zagray (53) aus Olfen seinen Hut in den Ring werfen. Daraus wird aber wohl nichts. „Es wurden keine Unterstützungsunterschriften vorgelegt“, so Heuermann. Ein nicht mehr zu heilender Mangel: 200 Unterschriften sind nötig, wenn Kandidaten von Parteien mitmischen wollen, die noch nicht im Bundestag vertreten sind. Der Antrag ist daher vom Wahlausschuss, der am 28. Juli tagt, abzulehnen.

Favorit bei den fünf Direktkandidaten, die den nicht mehr zur Wahl antretenden Amtsinhaber Karl Schiewerling (CDU) beerben wollen, ist der CDU-Kreisvorsitzende Marc Henrichmann. Er hat die Historie im Rücken: Bei allen Bundestagswahlen der Nachkriegszeit hatte die CDU im hiesigen Wahlkreis die Nase vorn. Henrichmann tritt denn auch ohne Netz und doppelten Boden an. Auf der Landesliste seiner Partei ist er nicht abgesichert.

Das sieht bei den weiteren Direktkandidaten anders aus. Ulrich Hampel, der bereits beim letzten Mal über die Liste der Landes-SPD einzog, hat mit Platz 19 gute Chancen, das Ticket nach Berlin wieder zu lösen. Einzige Voraussetzung: Die SPD muss ähnlich oder besser abschneiden als 2013. Und auch Friedrich Ostendorff setzt, um sein Mandat in Berlin zu verlängern, auf die Liste: Er hat bei einer internen Kampfabstimmung um Platz 12 sogar den Partei-Promi Volker Beck aus Köln aus dem Rennen geworfen. Sollten die Grünen insgesamt schwächeln, könnte es aber für ihn noch knapp werden. 14 bis 15 Prozent müsste die FDP holen, damit Daniel Fahr über die NRW-Landesliste seiner Partei in den Bundestag kommt. Er hat nur Platz 27 erwischt. Aber unmöglich ist das nicht. Ähnliches gilt mit Platz 22 für Gernod Röken von der Linken. Derzeit sitzen allerdings nur zehn Linke aus NRW im Bundestag.

Startseite