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Ausschuss beschließt Teichgestaltung

Brunnenwasser statt Schlamm

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Das Wasser soll in den trocken gefallenen Teich zwischen Pastorat und Stever zurückkehren. Allerdings wird die Fläche des Gewässers in etwa halbiert. Die morsch wirkenden Holzbrücken können dann auch verschwinden. Diesem Gestaltungskonzept stimmte die Politik zu. Die Frage ist, was es umgesetzt wird.

Dietrich Harhues

Die Brücken an den Teichen am Pastorat werden nicht wieder ersetzt, wenn der Teich neu gestaltet wird. Foto: di

Wasser ist knapp, Arbeitskraft ebenfalls und auch die kommunalen Finanzquellen sprudeln nicht unbegrenzt. Unter diesen Rahmenbedingungen gilt es, die Teiche im Ruhe- und Bürgerpark neu zu gestalten. Für den Bereich zwischen Pastorat, Stever und Schulen ist eine Entscheidung über ein Planungsszenario getroffen worden. Der Bauausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einem Konzept den Vorzug, dessen Investitionskosten mit kalkulierten knapp 110 000 Euro etwas höher ausfallen, dessen Pflegeaufwand aber geringer sein soll.

Dreh- und Angelpunkt ist, dass der Teich, der zurzeit verschlammt und de facto trocken gefallen ist, mit frischen Wasser gespeist wird. „Damit Leben drin bleibt“, wie Erwin Oberhaus, Projektkoordinator im kommunalen Bauressort, veranschaulicht.

Ein Brunnen, der das frische Nass hervorholt, ist bereits gebohrt worden. Durch einen Zulaufgraben soll es schlängelnd zum Teich geführt werden, in den es durch ein Schilfbeet – als eine Art biologische Reinigungsstufe – fließt.

Neues Wasser, aber weniger Fläche

Wenn auch das Wasser in den Teich zurückkehrt, so schrumpft dessen Fläche. Das bis zu seiner Verschlammung durch eine Holzbrücke zweigeteilte Gewässer wird nur im hinteren Teil wieder reaktiviert. Der vordere, zur Stever gelegene Teil wird von Wildwuchs befreit und verfüllt. Die somit überflüssigen und sehr in die Jahre gekommenen Brücken verschwinden.

Erwin Oberhaus vom Bauressort der Gemeinde stellte die Planung für die Teiche zwischen Pastorat und Schulen vor. Foto: di

Der verkleinerte Teich soll nicht nur durch das umgewälzte Wasser vital gehalten werden, sondern auch indem er um circa 40 Zentimeter auf dann rund ein Meter vertieft wird. Abgedichtet wird das Gewässer nicht mit einer Folie, sondern durch eine Lehmschicht.

Die Gemeinde erwartet, dass der auf circa 1000 Quadratmeter verkleinerte, vertiefte und belebte Teich nur alle 25 bis 30 Jahre von Schlamm befreit werden muss. Was die Unterhaltungskosten senkt. Die tiefe Matsche des Teichs hatte bereits zu einem Feuerwehreinsatz geführt, weil sich ein Schüler aus dem „Modder“ nicht mehr selbstständig befreien konnte.

Aus Kostengründen keine Extras

Auf eine Kneipp-Anlage und Promenade, die das beauftragte Planungsbüro „U-Plan“ vorgeschlagen hatte, verzichteten die Politiker aus Kostengründen. Die Uferbereiche sollen im Sinne von Insektenschutz und Artenvielfalt naturnah angelegt werden und aus Sicherheitsgründen flach abfallen.

Die Umsetzung sei für die zweite Hälfte des laufenden Jahres angepeilt, so Oberhaus beim Ortstermin für die WN-Lokalredaktion. Ob dieser Zeitplan tatsächlich umgesetzt wird – bleibe aber mit einem Fragezeichen versehen. Denn sämtliche Bauprojekte der Kommunalverwaltung unterliegen einem Priorisierungsvorbehalt. Die Liste, welche Vorhaben wann an die Reihen kommen, werden mit den politischen Mandatsträgern erstellt.

Die weiteren Wasserflächen im Bürgerpark befinden sich tendenziell auf dem Rückzug. Oberhaus schilderte, dass die anderen Standorte zurückgebaut werden und dann geprüft werden soll, was man aus den Arealen machen könne.

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