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Bebauungsplan am alten Holtruper Sportplatz

„Bündnis“ drückt die Reset-Taste

Senden

Extrarunde in der Bauleitplanung: Auf dem Weg, die zweite Änderung des Bebauungsplans im Bereich alter Holtruper Sportplatz zu beschließen, pocht das „Bündnis für Senden“ auf neue Vorgaben.

Dietrich Harhues

Das Drohnenfoto zeigt Senden im Bereich Appelhülsener und Holtruper Straße mit dem neuen Altenheim- und Wohnkomplex, dem Altenheim Schwester Maria Euthymia. Foto: Dirk Frerichmann

Es ist schon die zweite Änderung des Bebauungsplans – doch auch diese zieht sich hin. Für das Ärztehaus-Projekt am Rande des Altenheims Schwester Maria Euthymia musste – wie berichtet – eine Anpassung vorgenommen werden, die teils formaler Natur ist, teils das Ausschöpfen der Grundstücksfläche betrifft. Was bedeutet, dass der Eigentümer seine Pläne erst mit Verzögerung in Beton gießen lassen kann. Nun muss der Investor noch länger warten, ergab die jüngste Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Senden. Denn dort drückte das „Bündnis für Senden“ die Reset-Taste.

Grüne, SPD, UWG und FDP, die das Bündnis bilden, reagieren damit auf Bedenken von Anwohnern der Holtruper Stiege. Sie hatten ihre Sorgen den Mandatsträgern auch bei einem Ortstermin mit allen Fraktionen vor der Sitzung nahegebracht.

Sorgen der Anwohner aufgenommen

Bei den „Bündnis“-Parteien zeigte das Wirkung. Sie reichten eine „Beschluss-Alternative“ zur Sitzung am Dienstagabend ein. Für die CDU-Kollegen und die Verwaltung kam diese Volte überraschend. Denn eine E-Mail mit dem Text hatte den Rechner eines Mitglieds der Grünen am Vorabend der Sitzung nicht verlassen, wie dieser in der laufenden Sitzung einräumen musste. Diese wurde nach ziemlichem Gezeter unterbrochen.

Das „Bündnis“ pocht in seinem Papier, dessen Inhalt von Andreas Becker (FDP) mündlich zusammengefasst wurde, im Kern auf folgende Punkte: Die fünf vom Baumgutachter als erhaltenswert eingestuften Eichen auf dem bisher noch im Gemeindebesitz befindlichen Grundstück sollen im künftigen Bebauungsplan festgesetzt (=geschützt) werden. Es verbliebe dann eine L-förmige Parzelle mit 378 Quadratmetern, die noch bebaut werden könnte. Becker ließ anklingen, dass dieses Areal aber auch als Grünfläche genutzt werden könnte. Die WN hakten bei Philipp Scholz, einer der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, nach: „Wir haben im Moment keine Not es zu bebauen, können es aber nicht ausschließen“, so Scholz. Der ergänzte: „Ob es tatsächlich bebaut wird oder es eine behutsame Freiflächenplanung gibt, können wir immer noch entscheiden.“ Wenn, dann sollte ein Gebäude nicht mehr als zwei Geschosse umfassen.

Sitzung des Bau- und Planungsausschuss, an der auch Bürger als Zuhörer teilnehmen. Foto: di

Das Fraktions-„Bündnis“ forderte zudem auch einen Baumschutz für das bereits verkaufte Grundstück: Im Bereich von Baumkronen, die vom Nachbargrundstück herüber reichen, sollen keine baulichen Anlage oder Wege errichtet werden.

Zwischen dem Quartier, das Altenheim, Wohnprojekt und Ärztehaus bilden, und den Wohnhäusern an der Holtruper Stiege soll ein Grünstreifen ausgestaltet werden. Das entstehende Ärztehaus, dem der B-Plan bisher eine Dreigeschossigkeit vorgibt, sollte sich auf zwei Geschosse beschränken, hieß es beim mündlichen Vorstellen des Antrags des Bündnisses. Der B-Plan sollte sowohl eine Zwei- oder Dreigeschossigkeit ermöglichen und das Gespräch mit dem Bauherrn gesucht werden. „Wir sind kurz vor knapp, aber nicht zu spät“, reagierte Becker auf Hinweise zum Timing des Antrags.

CDU pocht auf Vertrauensschutz und einstimmige Entscheidungen

Sowohl die inhaltliche Positionierung als auch das holprige handwerkliche Vorgehen lösten bei der CDU Widerspruch aus. „Das ist eine Frage des Vertrauensschutzes für den Bauherrn“, unterstrich Dr. Christian Vogdt, der auch auf zuvor einstimmig getroffene Entscheidung in den politischen Gremien verwies.

Mit einer Stimme Mehrheit setzte sich das „Bündnis“ mit der Unterschutzstellung der Eichen durch. Wobei die CDU klarstellte, mit ihrem Votum nicht gegen die Bäume, sondern die politischen Kapriolen gestimmt zu haben. Die weiteren Punkte des „Bündnis“-Antrags stehen in der nächsten Sitzung des Gremiums (am 8. Juni) auf der Tagesordnung.

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