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Großfahndung nach versuchtem Raubüberfall

Mit gezückter Waffe in die Bank

Ottmarsbocholt

Großeinsatz der Polizei in Ottmarsbocholt: Dort hat sich am Dienstagmorgen ein Raubüberfall auf eine Sparkassen-Filiale ereignet. Der bewaffnete Täter ist auf der Flucht.

Dietrich Harhues

Die Sparkassen-Niederlassung an der Dorfstraße in Ottmarsbocholt ist am Dienstagmorgen überfallen worden. Foto: Dietrich Harhues

Es ist kurz nach 9 Uhr, als ein junger Mann am Dienstag die Sparkasse in Ottmarsbocholt betritt. Als einziger Kunde – der keiner ist. Mit vorgehaltener Pistole fordert er das Personal auf, Bargeld herauszugeben. Der Raubüberfall scheitert aber. Der etwa 20-Jährige verlässt die Bank ohne Beute, weil es in der Filiale keinen Kassenschalter gibt. Zu Fuß soll der unbekannte Täter in Richtung Kirche geflüchtet sein, lauten Angaben der Polizei. Sie rückt schnell und mit vielen Kräften nach Ottmarsbocholt aus. Die Flucht des Bankräubers konnten die Beamten aber – bis Redaktionsschluss – nicht stoppen.

Suche mit Polizeihubschrauber

Dabei waren unzählige Beamte und Fahrzeuge im Einsatz, suchten auf den Straßen Ottmarsbocholts, in den Anlagen und selbst im Wald, wo Polizeimotorräder unterwegs waren, um den Tatverdächtigen dingfest zu machen. Gleichzeitig kreiste über St. Urban und die Randlagen von Ottmarsbocholt der Polizeihubschrauber.

Spätestens dessen wummernde Dauerpräsenz sorgte dafür, dass sich die Nachricht vom Überfall wie ein Lauffeuer durchs Dorf verbreitete. „Hoffentlich ist niemandem etwas passiert“, sorgten sich Passanten auf der Dorfstraße. Diese Sorge, die viele teilen, kann die Polizei zerstreuen. „Verletzte gab es nicht“, teilt die Pressestelle mit, deren Leiterin, Kriminalhauptkommissarin Britta Venker, zur Betreuung von Journalisten auch zum Tatort ausrückte. An dem viele ihrer Kolleginnen und Kollegen nicht nur den Fahndungsdruck hochhielten, sondern auch Spuren sicherten und die drei Bankangestellten befragten. Der „höchste verfügbare Kräfteeinsatz“, so Venker gegenüber der WN-Lokalredaktion, sei nach Ottmarsbocholt geschickt worden. Darunter auch das Team einer Einsatzhundertschaft. Denn gerade unmittelbar nach dem Überfall, erläutert Venker, sei davon auszugehen gewesen, dass sich der kriminelle junge Mann noch in der Nähe des Tatortes befindet.

Schule bittet um Polizeipräsenz

Darauf reagierten manche Ottmarsbocholter mit gemischten Gefühlen. Die Davertschule etwa bat extra darum, dass die Polizei am Vormittag am Schulgebäude zusätzlich Präsenz zeigt. Was umgehend erfüllt wurde.

Auch wenn die Großfahndung, die Zug um Zug ab dem späten Vormittag zurückgefahren wurde, keinen Erfolg bescherte, ist Venker zuversichtlich, dass der Tatverdächtige noch ins Netz geht. Denn: „Wir haben eine sehr gute Beschreibung.“ Außerdem liegen Fotos der Überwachungskamera vor, die nach einer Freigabe in die Öffentlichkeitsfahndung einbezogen werden sollen.

Räuber trug auffällige Jacke

Demnach ist der Tatverdächtige um die 20 Jahre alt, blond und trug einen dunklen Dreitagebart. Er sprach Deutsch mit einem offenbar osteuropäischen Akzent, lauten weitere Angaben der Polizei. Der Räuber war mit einer schwarzen Jacke mit neongrünem Reißverschluss, einer schwarzen Hose und einer schwarzen Wollmütze bekleidet. Auf der Jacke steht als Emblem in Weiß: „REF. 52 State“.

Die Polizei bittet um Hinweise zum Täter unter Telefon 0 25 41/140 oder über den Polizei-Ruf 110. Die Sparkasse Westmünsterland hat eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen.

Da die Polizei nicht weiß, ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Schreckschusspistole handelte, mahnt sie weiterhin: „Es ist Vorsicht geboten.“

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