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40 Jahre Naturschutzbund Kreis Coesfeld

Zwischen Vogelstimmen fing alles an

Kreis Coesfeld

Winfried Rusch erinnert sich noch ganz genau an die Anfänge. Bei einer Vogelstimmenexkursion traf der Billerbecker seinen früheren Volksschullehrer. „Wir kamen ins Gespräch und ich schlug vor, auch im Kreis Coesfeld eine Gruppe auf die Beine zu stellen.“ Das waren die Anfänge des Naturschutzbunds (Nabu). Anfang September 1981 fand in Coesfeld die Gründungsversammlung der Kreisgruppe des „Naturschutzverbandes Kreis Coesfeld im Deutschen Bund für Vogelschutz DBV“ statt. Erster Vorsitzender wurde Walter Vest, der diesen Posten elf Jahre behielt.

Von Viola ter Horst

Winfried Rusch aus Billerbeck gehört zu den Gründern des Nabu Kreis Coesfeld.

Über 40 Jahre ist das nun her. Eigentlich 41 Jahre, aber wegen der Corona-Pandemie verschob der Nabu seine Jubiläumsfeier auf dieses Jahr. „Wir hoffen, dass es diesmal klappt.“ Vorgesehen ist die Festveranstaltung am 26. Juni auf dem Alten Hof Schoppmann in Darup. Der 78-Jährige ist nach wie vor mit Begeisterung dabei, gehört dem Vorstand an und betreut die Internetseite vom Nabu. Und leitet die Arbeitsgruppe Steinkauz. „Das war schon immer mein Bereich“, sagt er. Als alles anfing mit dem Nabu, wollte er das mit den Eulen „mal versuchen“, erzählt der Billerbecker. „Damals dachte ich, es gäbe gar keine Eulen im Kreis Coesfeld. Ich hatte jedenfalls noch nie eine gesehen.“ Doch er täuschte sich. Er begann, spezielle Nistkästen für Steinkauze aufzustellen – und die röhrenartigen Räume kamen in der Eulenwelt gut an. „Denn natürliche Brutstätten in alten Obstbäumen und Kopfweiden gab es auch damals nicht mehr viele“, erklärt Rusch. Seit über 40 Jahren führt er nun ein Artenschutzprogramm für den Steinkauz – die kleinste Eule im Kreis Coesfeld – durch. Seit 1981 erfasst er die Bestände. In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Helgoland beringt er die Steinkäuze. „Wir haben eines der größten Vorkommnisse in Deutschland“, so Rusch. Allein im Raum Coesfeld-Billerbeck gebe es über 80 Steinkauzpaare.

Was mit einigen Naturfreunden begann, entwickelte sich zu einer wachsenden Initiative. 1982 begrüßte der Nabu das 50. Mitglied. Heute sind es rund 2000 Mitglieder im Kreis Coesfeld. 1984 wird eine Jugendgruppe gegründet – die Naju, die Naturjugend. Auch die Aktion „Vogel des Jahres“, mit der der Nabu auf bedrohte Vögel und die Gefährdung ihrer Lebensräume aufmerksam macht, gibt es schon seit der Gründungszeit.

Naturschutzarbeit und der Schutz von bedrohten Arten, Biotoppflege, Exkursionen, Ausstellungen und Vorträge stehen ebenso auf dem Programm wie die Pflege von Lebensräumen und das Betreuen von Naturschutzprojekten. Ein weiterer Part sind Stellungnahmen zu Projekten, bei denen Naturgebiete betroffen sind und politische Mitwirkung. So trägt die Naturschutzorganisation auch mit Forderungen zur Diskussion um die Sicherung der Naturflächen Borkenberge zwischen Dülmen und Lüdinghausen bei.

In acht Arbeitsgruppen geht es um spezielle Aufgaben, etwa um Amphibien und Reptilien, um Fledermäuse oder um Gewässer und Feuchtwiesen. Rund 40 Flächen betreut der Nabu, die ihm entweder gehören oder im Eigentum von Städten, Stiftungen oder Privatleuten sind. Von einer Wiese am Longinusturm in den Baumbergen bis zum Eiskeller mit Fledermäusen in Coesfeld, vom Laubfroschbiotop in Billerbeck bis zum Naturschutzgebiet Haselbachaue in Dülmen.

Nabu sucht neuen Vorsitzenden

Noch immer ist der Nabu ohne neu gewählten Vorstand. Zuletzt war Dr. Detlev Kröger Vorsitzender vom Nabu. Nach Streitereien ist der Posten seit 2020 vakant. „Wir konnten uns wegen Corona ja nicht treffen“, sagt Vorstandmitglied Winfried Rusch. Nun ist für den 5. April die Mitgliederversammlung vorgesehen, in der der Vorstand neu gewählt werden soll. Neben Winfried Rusch ist die 3. Vorsitzende Dorothea Knepper Wollny aus Nordkirchen Ansprechpartnerin – oder die Projektverantworlichen vor Ort.

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