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Wäscherei Sicking hat seinen Firmensitz von Münster nach Altenberge verlegt

Blitzblank wieder zurück

Altenberge

60 Kilogramm Wäsche in rund 13 Minuten trocknen – das geht nur bei den Profis. Das Familienunternehmen Sicking ist nun von Münster nach Altenberge umgezogen.

Martin Schildwächter

Präsentierten die Mangel an dem neuen Standort der Wäscherei Sicking (v.l.): Geschäftsführer Alexander Wildschütz, Vertriebsleiter Matthias Schrader und Geschäftsführer Moritz Wildschütz. Mit einem Kran wurde die Zwölf-Kammer-Taktwaschanlage ins neue Firmengebäude an der Boschstraße gehoben. Die Feuerwehr Marl lässt ihre Einsatzkleidung in Altenberge reinigen.Fotos: mas/privat Foto:

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer auf die Idee kommen sollte, künftig seine Wäsche an der Boschstraße 18 waschen zu lassen, den muss Moritz Wildschütz enttäuschen. „Wir haben keine privaten Kunden.“ Schade, wird so manch einer denken, doch Wildschütz, Geschäftsführer der Wäscherei Sicking, hat andere Kunden, die aus der Hotellerie, der Gastronomie, der Industrie oder aus Altenpflegeheimen kommen. Das Familienunternehmen existiert seit 1923. In vierter Generation drehen sich im wahrsten Sinne des Wortes die Waschmaschinen und Trockner, damit die verschmutzte Wäsche nach kurzer Zeit wieder Altenberge verlassen und an die Kunden in einem Radius von 100 Kilometern ausgeliefert werden kann. Das Besondere: Die Großwäscherei hat seit einigen Tagen ihren Betrieb in Altenberge an der Boschstraße aufgenommen und ihre alte Firmenadresse in Münster am Münstermannweg aufgegeben.

Münster

Der Grund: „Wir benötigten für die Zukunft wesentlich mehr Platz“, sagt Moritz Wildschütz beim Gang durch die großen Hallen auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstück. Zur Orientierung: Zuvor produzierte und verkaufte dort die Firma AT-Zweirad Fahrräder. 2019 kaufe die Großwäscherei Sicking das Grundstück samt Hallen. Am Standort in Münster war der Betrieb seit 1960. Doch rundherum war keine Erweiterung möglich, erläutert Moritz Wildschütz. Somit ging die Großwäscherei auf die Suche und wurde im Gewerbegebiet an der Siemensstraße fündig. „Dort werden wir uns leistungsstärker, digitaler und nachhaltiger aufstellen“, kündigt Wildschütz an. Ein Beispiel: Künftig können etwa 20 000 Kilogramm Wäsche pro Tag gewaschen, getrocknet und versandfertig verarbeitet werden. In Münster war bei 10 000 Kilogramm am Tag das Maximum erreicht.

Hochleistungstrockner

Am Standort wurde auch neue Maschinen- und Anlagentechnik installiert sowie die Digitalisierung vorangetrieben. Zum neuen Equipment gehören beispielsweise drei neue infrarotgesteuerte Hochleistungstrockner. Die alten benötigten für 60 Kilogramm Volltrocknungswäsche etwa 27 Minuten, der neue schafft die Ladung in etwa 13 Minuten, sagt Moritz Wildschütz.

Außerdem wurde eine neue Hochleistungsmangelstraße angeschafft. „Natürlich inklusive modernster Falttechnik“, so Wildschütz. Beim Umzug von Münster nach Altenberge wurde der Großteil der bestehenden Maschinentechnik mitgenommen – von den riesigen Industrie-Waschmaschinen bis hin zu verschiedenen Bügelmaschinen.

Feuerwehr

Des Weiteren nehmen nachhaltige Textilien einen immer größeren Stellenwert ein, sagt Moritz Wildschütz. „Viele Hotels leasen mittlerweile Bett- und Frotteewäsche.“ Sie seien „ökologisch nachhaltig produziert worden“, sagt der Geschäftsführer. Um genügend Wäsche parat zu haben, wurde in Altenberge zudem ein neues Wäschelager gebaut. Damit kann auf unterschiedliche Nachfragen reagiert werden. Davon profitieren das Hotelgewerbe sowie Alten- und Pflegeheime besonders. Gerade zwischen September und Dezember sei der Bedarf in Hotels besonders hoch, bestätigt Wildschütz. Aufgrund der Corona-Krise ist er froh, nicht nur von einer Branche abhängig zu sein. Auch besondere „Firmen“ wie die Feuerwehr, gehören zur Kundschaft. „Die Reinigung ist dabei sehr umfangreich und schließt mit der Imprägnierung ab“, erläutert Wildschütz.

Etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen – wobei auch künftig Handarbeit unverzichtbar bleibt. Zum Beispiel, wenn für die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen die Wäsche gereinigt und mittels modernster Technik sowie Barcodes bewohnerbezogen separat in Stoffbeutel verpackt, mit Namen versehen und anschließend auf den Rückweg geschickt wird.

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