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Christine Westenberger bietet Online-Malkurse an

Die starke Seite der Kunst

Altenberge

Worin sind Künstler besonders gut? „Mit Unsicherheit und begrenzten Mitteln umzugehen“, sagt Christine Westermann, selbst Künstlerin und seit vielen Jahren in der Kulturwerkstatt mit Angeboten präsent. „Es ist Teil des Wesens der Kunst, das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen und vielleicht sogar neue Möglichkeiten durch sie zu entdecken“, so die Künstlerin weiter.

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Während einer Zoom-Konferenz zeigte Gaby Scheurer den Kursteilnehmern dieses Bild. Foto:

Die Frage nach den in der Pandemie noch verbleibenden Möglichkeiten, Kunst auszuüben, hat sich auch Christine Westenberger gestellt. Seit Jahren arbeitet sie neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit mit Erwachsenen und vermittelt ihnen den Zugang zur Malerei. Dadurch ist eine starke kreative Gemeinschaft gewachsen, die sich vor der Corona-Katastrophe wöchentlich getroffen hat, um gemeinsam zu malen. Westenberger weiter: „Mit dem Lockdown mussten diese Treffen leider vorerst eingestellt werden.“

Aber die Treffen und der Kontakt untereinander habe allen sehr gefehlt, hat die Künstlerin festgestellt. Daher kam dann um die Weihnachtszeit die Idee auf, ob man nicht auch malerische Onlinekurse abhalten könne.

Würde das funktionieren, ohne direkten Kontakt und ohne die Möglichkeit, an der Leinwand etwas zeigen zu können? Obgleich das schwierig erschien, bestand trotzdem ein großes Interesse als die Künstlerin anbot, diese Option einfach mal auszuprobieren. Ab Januar traf sich dann der vollständige Kurs erstmals per Zoom.

Und siehe da, es entwickelte sich ein zwar anderes, aber erstaunlich fruchtbares und neues Arbeitskonzept, das sogar einige unerwartete Vorteile mit sich brachte. Unter dem Motto „Der Weg zum eigenen Bild“ stellte Christine Westenberger Grundlagen und Anregungen zusammen, mit denen die Teilnehmer während der Woche allein zu Hause kreativ werden konnten.

Mittlerweile haben sich zwei Gruppen gebildet, die sich wöchentlich online treffen. Dort werden dann die von den Teilnehmern geschaffenen Arbeiten und die Herangehensweisen gemeinsam besprochen. Inspiriert durch Dokumentarfilme und filmische Biographien anderer Künstler und allgemein künstlerische Fragestellungen haben sich sehr wertvolle Arbeitsgespräche rund um künstlerische Technik, Konzepte und deren Umsetzung entwickelt. Auch virtuelle Rundgänge durch Museen und Galerien sind Teil der digitalen Erkundungsausflüge, berichtet Christine Westenberger.

Interessanterweise hat der Lockdown durch die Möglichkeiten, das Internet mit einzubeziehen und zu nutzen, zu einer Erweiterung des Blicks geführt, von der alle Beteiligten profitieren. „Darüber bin ich sehr glücklich und froh“, sagt Christine Westenberger. „Wer weiß, was in Zukunft noch Gutes daraus erwächst, denn Kreativität ist eine Ressource, aus der wir mit vollen Händen schöpfen müssen. Das beschränkt sich nicht allein auf die Leinwand.“

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