Populäre Skate-Anlage beschädigt

Jugendliche stinksauer auf die Täter

Altenberge

In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai wurde die Skate-Anlage auf dem Appelhoffplatz mutmaßlich von vier Tätern mit einem gestohlenen Radlader beschädigt. Der Frust bei den Jugendlichen ist groß. Doch Bürgermeister Karl Reinke hat gute Nachrichten für die Skater- und Scooter-Fahrer.

Matthias Lehmkuhl

Die Skate-Anlage an der Gooiker Halle wurde mutmaßlich von vier Personen mit Hilfe eines gestohlenen Radladers zerstört. Foto: privat

Kopfschütteln, Unverständnis, Wut und Zorn. So kann man wohl aktuell die Emotionen zahlreicher Jugendlicher in Altenberge beschreiben. Denn in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai wurde die Skate-Anlage auf dem Appelhoffplatz. mutmaßlich von vier Tätern mit einem gestohlenen Radlader beschädigt. Einer der vier Täter wurde noch in der Nacht im näheren Umfeld von Polizeibeamten festgenommen. Der Festgenommene wurde zur Polizeiwache gebracht. Nach der Identitätsfeststellung wurde er wieder entlassen (wir berichteten). Der Frust bei den Jugendlichen ist groß. Aber es gibt bereits gute Nachrichten. Doch dazu später mehr.

Eine der besten Anlagen in der Region

„Die Täter dachten wohl, sie würden damit einen Scherz machen. Das schmerzt den Scootern, Skatern und Rollerbladern“, sagt Jannis Vortkamp, einer Skater- und Scooter-Fahrer aus Altenberge. Die „Skates Optical“ sei eine der besten Anlagen in der Region gewesen. „In der näheren Umgebung gibt‘s davon nur wenige bis gar keine“, ergänzt der 19-Jährige. In der Skater-Hochburg Münster seien vielleicht zwei oder drei Plätze, die so eine ähnliche Anlage hätten. „Zum Teil sind Leute aus Gronau oder Münster extra nach Altenberge gefahren, um die Mini-Ramp auszuprobieren und darauf zu fahren. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 30 Jugendliche hier“, so Jannis Vortkamp weiter.

Treffpunkt der Jugendlichen

Außerdem befürchtet der Skater, dass jetzt die geplanten Erweiterungsgeräte nicht mehr angeschafft werden können, um das knappe Geld nunmehr in die kaputte Rampe zu investieren. „Der Platz mit der Rampe hat sich in den vergangenen Jahren zu dem Treffpunkt der Jugendlichen entwickelt. Jetzt haben die Täter alles zunichte gemacht“, beschwert sich der 19 Jahre alte Altenberger und hofft, dass schnellstens für Ersatz gesorgt wird.

Die zerstörte Skate-Rampe ist im Eigentum der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist. „Wir haben 2016 ein gemeinschaftliches Projekt mit der Gemeinde und dem K.o.T.-Jugendheim gestartet. Das wurde gefördert vom Landes- und Kreisjugendamt. Später kam noch die Kulturwerkstatt ins Boot, um uns bei der Konzeption der Anlage zu unterstützen“, schildert Ulla Wilken, Leiterin des K.o.T.-Jugendheims, das komplizierte Verfahren, um vor fünf Jahren die Mini-Ramp überhaupt anschaffen zu können.

9000 Euro teure Anlage

Sponsoren der rund 9000 Euro teuren Anlage waren damals die Gemeinde, die Parteien, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Jugendstiftung. „Wir hatten eine richtige Arbeitsgruppe, die sich immer in einem Abstand von zwei, drei bis vier Wochen,über fast ein Jahr lang getroffen hat?“, unterstreicht Ulla Wilken, wie groß der personelle Aufwand gewesen ist und ergänzt: „Ich hätte mir das nie vorstellen können, dass Jugendliche so etwas den Jugendlichen antun. Da hört der Spaß auf. Das ist kriminell.“

Auch K.o.T.-Mitarbeiter Stefan Rudnick, der selbst 25 Jahre lang Skater war, zeigt sich sehr geschockt: „Die Jugendlichen, die das gemacht haben, sind auf jeden Fall keine Skater.“

Reparatur ist für kleines Geld möglich

Welch hohen Stellenwert die Skater, Scooter und Rollerblader bei Bürgermeister Karl Reinke haben, zeigt sein Einsatz, der mittlerweile Früchte getragen hat. „Ich habe den Hersteller der Mini-Ramp per Telefon erreicht und ihm Fotos von der ramponierten Anlage zugeschickt. Daraufhin hat er mir versichert, dass die Mini-Ramp für kleines Geld von unserem Bauhof repariert werden kann“, hat er gute Nachrichten für die Jugendlichen. Darüber hinaus seien die geplanten Erweiterungen der Skate-Anlage bereits weit fortgeschritten und werden kurzfristig in Zusammenarbeit mit dem K.o.T.-Jugendheim umgesetzt. „Es stehen 40 000 Euro dafür im Haushalt“, unterstreicht Bürgermeister Karl Reinke.

Die Ermittlungen der zuständigen Polizei in Steinfurt zu diesem Fall laufen übrigens noch und sind bisher nicht abgeschlossen, teilt die Pressestelle auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

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