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Fachbereichsleiter Mario Huslage vor dem Wechsel ins münsterische Personalamt

Der Mann im Hintergrund

Greven

Mario Huslage, 47, leitet im Grevener Rathaus den Fachbereich Service mit den Fachdiensten Personal, IT und Allgemeiner Service. Zuvor war der gebürtige Quakenbrücker bis 2014 Kämmerer der Samtgemeinde Artland. Jetzt steht ein weiterer Karrieresprung bevor: Im Juni wird er Chef des Personal- und Organisationsamtes der Stadt Münster.

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Mario Huslage im Treppenhaus des Grevener Rathauses. Hier kennt er jeden einzelnen Mitarbeiter schon durch sein Amt. Foto: Günter Benning

Mit Huslage, der mit Frau, drei Kindern und Hund in Altenberge lebt, sprach unser Redaktionsmitglied Günter Benning.

Von Altenberge ist es ungefähr so weit nach Münster wie nach Greven. Kaum eine Veränderung?

Huslage: Wir haben als Familie einen starken Bezug zu der Stadt. Unsere beiden ältesten Kinder gehen da zur Schule.

Innere Organisation, Personal, IT, das klingt erst mal etwas trocken. Ist das so?

Huslage: Das sind Querschnittsthemen, die nicht so nach außen wirken. Aber für die Verwaltung sind sie sehr wichtig. Überlegen Sie mal, wie viele Stellen wir in Greven geschaffen haben. Die Kommune kam aus der Haushaltssicherung und hat sich seither dynamisch entwickelt. Kaum ein Fachbereich ist noch in der alten Struktur, wie ich sie 2014 vorgefunden habe.

Ein Beispiel?

Huslage: Nehmen wir die IT. Das war früher ein Team innerhalb des Fachdienstes Allgemeiner Service. Heute ist es ein eigener Fachdienst, der allein in der Schul-IT drei Mitarbeiter hat. Diesen Bereich haben wir aufgebaut – wie wichtig das war, merken wir gerade.

In der IT arbeiten sieben Personen. Wie man hört, haben gerade drei gekündigt. Ist das normal?

Huslage: Bisher sind wir viele Jahre von solchen Entwicklungen verschont geblieben. Aber die IT macht die Herausforderungen, die wir als öffentlicher Arbeitgeber haben, besonders deutlich. Wir stehen nicht nur im Wettbewerb zu anderen Kommunen. Da gibt es den LWL, die Bezirksregierung. Ein Kollege wechselt zur Polizei. Alle werben um ITler, überall wird die Digitalisierung ausgebaut. Und dann kommt der Privatbereich noch dazu. Die Kollegen können überall arbeiten und das machen sie auch ganz gerne.

Und jetzt?

Huslage: Da müssen wir nachsteuern.

Münster hat eine Sogwirkung. In den vergangenen Jahren sind etliche Mitarbeiter aus Greven nach Münster gewechselt. Jetzt Sie. Was werden Sie machen?

Huslage: Ich leite das Personal- und Organisationsamt. Die Arbeitsinhalte sind vergleichbar, aber es betrifft viel mehr Mitarbeiter. Im Stellenplan stehen 4500 Stellen, mit den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen arbeiten 7500 Menschen für die Stadt Münster. Da ist die Bedeutung der Querschnittsämter anders zu gewichten.

Ein schöner Karrieresprung?

Huslage: Ja, das ist eine Herausforderung, aber ich freue mich auf die Aufgabe.

Ihre Stelle in Greven ist ausgeschrieben?

Huslage: Ende Juni wird es ein Assessment-Center geben, ich hoffe natürlich für die Stadt, dass sie da aus dem Vollen schöpfen kann. Ich glaube, dass die Stelle attraktiv ist.

Die Leitungsebene in der Stadt ist relativ jung, angefangen vom Bürgermeister, zum Kämmerer, dem Planungsamtsleiter. Gibt es da nicht die Gefahr, dass es öfter Wechsel gibt, weil die Karriere lockt?

Huslage: So generell kann man das nicht sagen. Herr Wilpsbäumer, der ehemalige Leiter der TBG, ist hier pensioniert worden. Frau Tenhaken aus dem Fachbereich Soziales ist viele Jahre hier, Herr Kunze vom Rechtsamt ist schon jahrzehntelang in Greven. Es gibt eine große Identifikation der Leitungskräfte mit der Stadt Greven. Das ist ein hohes Gut.

Also gibt es ein Zusammengehörigkeitsgefühl?

Huslage: Ja, es gibt eine hohe Willkommenskultur, das bestätigen auch viele Kollegen. Ich sehe das mit einem lachenden und weinenden Auge. Wenn sich Kollegen weiterentwickeln können, zeigt es ja auch, dass unsere Verwaltung auf dem Arbeitsmarkt wertgeschätzt wird.

Sie waren in den letzten Jahren mit dem Großprojekt Rathaus befasst. Entsteht durch ihren Weggang eine Lücke?

Huslage: Solche großen Projekte machen wir nicht an einer einzelnen Person fest. Da gibt es eine Projektgruppe. In den nächsten Monaten wird es die nächsten Schritte geben, dann muss sich die Politik noch mal mit der Zukunft des Gebäudes beschäftigen. Es wird eine große Herausforderung für die Stadt sein, sich mit einem Rathausneubau beschäftigen zu müssen.

Davon konnten man am Anfang nicht ausgehen?

Huslage: Als ich mit diesem Projekt beauftragt wurde, sind wir von einer sehr zügigen Sanierung des Gebäudes ausgegangen. Mit der Erwartung, dass wir das zeitlich schaffen können, es gab ja die Mittel dazu. Die Schadstoffbelastung war damals gar nicht absehbar.

Das war für sie ein Stressfaktor?

Huslage: Erst musste man sich ja mal ein Bild verschaffen. Das geht nicht ohne Expertise von außen. Das ist nicht leicht, es gibt nicht viele versierte Ingenieurbüros und erst recht nicht Mediziner, die sich mit diesen Fragen auskennen. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter beunruhigt. Wir haben auch viele Maßnahmen eingeleitet, um die Belastungen zu verringern.

Was erwartet Sie in Münster?

Huslage: Es wird ein anderes Arbeiten sein. Allein schon wegen der räumlichen Gegebenheiten. Die Stadthäuser sind überall verteilt. Es gibt teilweise sehr große Ämter. Da wird es sicherlich ein anderes Selbstverständnis geben. Aber die Fachexpertise ist dort noch mehr hinterlegt mit Personalressourcen. Das eröffnet Möglichkeiten, die eine mittelgroße Kommune nicht hat.

Haben Sie Hobbies?

Huslage: Ich habe viele Jahre Fußball gespielt, zuletzt habe ich unseren Junior als Fußballtrainer beim TUS Altenbergen begleiten können. Da bin ich schon ausgelastet.

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