1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Ein Drittel ist geschafft

  8. >

Fernwärmeprojekt in Grevens Süden

Ein Drittel ist geschafft

Greven

Beim Biowärmeprojekt für den Grevener Süden ist da bereits einiges geschehen. Derzeit sind Verträge mit gut 100 Anliegern in Arbeit.

Günter Benning

Sie wollen Grevens Süden mit Fernwärme versorgen (v.l.): Patrick Sondowski, Andreas Kolkmann und Tobias Werning. Foto: Günter Benning

Andreas Kolkmann kennt die Probleme der Startphase: „Wenn ich schon ein Fernwärmenetz habe, kann ich jeden Tag einen neuen Kunden anschließen.“ Bis dahin muss aber viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Beim Biowärmeprojekt für den Grevener Süden ist da bereits einiges geschehen. Derzeit seien Verträge mit gut 100 Anliegern in Arbeit, so Kolkmann.

Da gehe es immerhin um ein Drittel der nötigen Energiemenge, die man im Viertel zwischen Schützen-, Wösten- und Overmannstraße absetzen muss.

Kolkmann und der Grevener Land- und Energiewirt Tobias Werning, die in einem Info-Container an der Siedler-Klause über ihr Projekt informieren, haben Fernwärme-Erfahrung.

Der Ostbeverner Kolkmann hat vor acht Jahren ein Fernwärmenetz in Ostbevern gestartet. Die Nachfrage wächst immer noch: „Ich muss meine Energieleistung um 40 Prozent erhöhen, weil es nicht mehr reicht“, sagt er.

Tobias Werning beliefert mit der Abwärme seiner Biogasanlage seit langem die Großgärtnerei Schräder an der Schmedehausener Straße sowie etliche Privatgebäude, die auf dem Weg liegen.

Fernwärme an sich ist ein alter Hut. In Münster ist sie seit 50 Jahren etabliert, so wie in vielen deutschen Städten. In Greven hatte man noch vor zwei Jahren ein Fernwärmenetz für öffentliche Gebäude geplant – mit Biowärme vom Emsufer.

Die Leitungsverluste dieser Energie, so Andreas Kolkmann, lägen heute unter zehn Prozent.

Auch die aktuelle Energiediskussion spricht aus der Sicht der Bioenergie-Fachleute für ihr dezentrales Netz, das mit regenerativer Energie gespeist wird. 55 Euro pro Tonne CO wird künftig auf die Rechnung fossiler Brennstoffe wie Öl und Gas aufgeschlagen. Das werden Hausbesitzer spüren.

Hinzu komme, dass die Fernwärme wartungsfrei sei – zumindest im Vergleich mit der eigenen Heizung im Haus. Kosten für Ersatz, Schornsteinfeger, Brennstoff entfallen. Dafür wird am Übergabepunkt zur Fernwärmeleitung abgerechnet, was verbraucht wird.

Die Betreiber machen den Wechsel schmackhaft, indem sie nicht nur einen kostenlosen Anschluss versprechen, sondern gleichzeitig auch noch einen Glasfaseranschluss ins Haus mitverlegen. Dafür kooperiere man mit den Stadtwerken, erklärt Tobias Werning.

Doch um die nötigen Zuschüsse aus Bundes- und Landesprogrammen zu bekommen, ist für den Anfang bereits eine bestimmte Absatzmenge notwendig. Patrick Sondowski berät im Container und bei Hausbesuchen die potenziellen Kunden: „Viele sind sehr gut informiert.“

Startseite