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Fünfzügige Mariengrundschule: Viele Anschlussfragen sind noch offen

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Die bald fünfzügige Mariengrundschule wird Mühe haben, allen Kinder Sportunterricht zukommen zu lassen, weil es an Kapazitäten fehlt. Die Stadt erwägt einen Hallen-Neubau, aber auch Anbauten. Vorübergehend könnte Unterricht in der privaten Ems-Sport-Arena stattfinden.

Oliver Hengst

Die Mariengrundschule soll ab dem Schuljahr 2022 / 2023 fünfzügig werden, dafür wird sie neben dem bestehenden Gebäude (in dieser Ansicht rechts davon) erweitert. Die Verwaltung bringt entsprechende Anträge an die Bezirksregierung auf den Weg. Foto: Oliver Hengst

Die Mariengrundschule wird nach dem Sommer fünfzügig. Doch reicht das aus, um mittelfristig alle Grundschulkinder in Greven unterzubringen? Oder muss auch die Martin-Luther-Schule erweitert werden? Und wie reagiert die Stadt eigentlich auf die fehlenden Sporthallen-Kapazitäten?

In der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch standen gewichtige Fragen auf der Tagesordnung. Um mit der letztgenannten anzufangen: Die Stadt will Gespräche mit dem Betreiber der Ems-Sport-Arena führen, mit dem Ziel, dort Kapazitäten anzumieten. Der Schulsport der Mariengrundschule fände dann zumindest teilweise in der privat betriebenen Sportanlage statt. Kinder und Lehrkräfte sollen mit Bussen hin- und hergefahren werden. Das taugt allenfalls als Provisorium, da war sich der Schulausschuss einig. Die CDU machte sich dafür stark, dass die Verwaltung einen Standort für einen Hallen-Neubau sucht. Ganz so verbindlich wurde es letztlich nicht beschlossen, aber klar ist: Mit dem Provisorium wollen sich weder Politik noch Stadt länger arrangieren. Man prüfe alle Optionen, sagte Beigeordneter Cosimo Palomba. Dazu gehören auch die „Ertüchtigung“ und die Erweiterung bestehender Hallen.

Und Plätze an Grundschulen? Alle sind der Mariengrundschule dankbar, dass dort – trotz Bedenken – die Fünfzügigkeit umgesetzt wird. Palomba versprach auch, dass die bauliche Lösung „hochwertig“ ausfallen werde. „Das wird nichts Hingeklatschtes.“

Für den Fall, dass die Fünfzügigkeit der Marienschule nicht ausreichen sollte, erwartet Michael Gries (CDU) einen ausgearbeiteten Plan B in der Schublade, um zu verhindern, dass man wieder auf die Schnelle improvisieren müsse. Ein Hinweis, den auch andere aufnahmen. Dirk Nolte (Linke) mahnte, dass man sich nicht „von einem Provisorium zum nächsten wie bei den Kitas“ hangeln dürfe. „Wir laufen immer nur hinterher“, beklagte auch Olaf Wirl (Freie Wähler). Die Stadt solle sich „lieber bevorraten, als zu knapp zu planen und dann hinterherzuhinken“, sagte Lore Hauschild (Grüne). Fraktionskollegin Claudia Brörmann verwies auf wachsenden Raumbedarf durch OGS, Rückkehr zu G9 und mehr. „Diese Menschen wollen alle untergebracht werden – und zwar in Gebäuden, nicht in Containern.“

Für die Stadt erklärte Beate Tenhaken, dass man versuchen müsse, passgenau zu planen. „Wir dürfen nicht zu viel machen, aber auch nicht zu wenig.“ Beigeordneter Palomba pflichtete ihr bei: Vorratshaltung sei schön und gut, aber man sei nunmal an Gesetze gebunden und dürfe somit nur anlassbezogen planen und bauen. Im Übrigen sei man „an allen Themen dran“, die die Politiker in der Sitzung aufwarfen.

Und die oft ins Spiel gebrachte Martin-Luther-Schule? Für die erklärte deren Leiterin Christina Hagemeyer, dass es schon jetzt einen Ausbaubedarf der (noch) zweizügigen Schule gebe. Sie warb: „Wir sind die Experten für den Standort.“ Es gebe keine Sporthalle, keine Mensa, OGS-Gruppen seien ausgelagert. Ihr Vorschlag: Ausbau für eine eventuelle Dreizügigkeit und damit die Chance erhalten, perspektivisch zumindest alle OGS-Gruppen in die Schule zu integrieren. Ein Beschluss über die Zügigkeit der Luther-Schule wurde zunächst jedoch vertragt.

Saskia Blumenthaler, städtische Demografiebeauftragte, erläuterte detailliert die Bevölkerungsprognosen, bei der man sich auf die so genannte ausklingende Wanderung fokussiert. Liz Kühlert (CDU) räumte eine „gewisse Skepsis“ gegenüber Prognosen ein. Aber: „Die ausklingende Wanderung ist das Beste, was wir haben. Das ist eine gute Grundlage, auf der wir mit bestmöglichem Gefühl entscheiden können.“ Ein weniger gutes Gefühl hat Dr. Christian Kriegeskotte (SPD). Im Schnitt der letzten drei Jahre (auf die sich die Prognose stützt) habe es fast keine Wanderung gegeben. „Ich bezweifle, dass der Trend der letzten drei Jahre der Trend der nächsten Jahre ist.“ Greven sei und bleibe ein attraktiver Standort im Speckgürtels Münsters mit vielen Gewerbegrundstücken. Die Nicht-Wanderung sei eher damit zu erklären, dass (zu) wenig neuer Wohnraum entstanden sei. Laut Blumenthaler sind 2020 erstmals seit zehn Jahren wieder mehr aus Greven fort- als zugezogen (76).

Auf Antrag der SPD wurde schließlich beschlossen, bei der Schulentwicklungsplanung nicht nur auf das Modell der ausklingenden Wanderung zu setzen, sondern zusätzlich auch jenes der konstanten Wanderung zu berücksichtigen, das tendenziell auf höhere Zahlen hinausläuft.

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